In Widersprüche verstrickt 

Am Montag wird Urteil zum Mord an Ehefrau erwartet

Lübeck - War es ein geplanter und heimtückischer Mord oder ein Totschlag als spontane Reaktion auf vorangegangene Beleidigungen? Nach rund drei Monaten geht am Lübecker Landgericht der Prozess gegen einen Mann aus Wulfsdorf bei Scharbeutz (Kreis Ostholstein) zu Ende, der seine Frau getötet und im Garten vergraben haben soll. Der Staatsanwalt fordert lebenslange Haft wegen Mordes, die Verteidigung plädiert auf Totschlag. Am Montag soll das mit Spannung erwartete Urteil verkündet werden.

Dem 40 Jahre alten Angeklagten wird vorgeworfen, seine Frau kurz nach Weihnachten 2017 im Schlaf erstickt zu haben. Anschließend soll er den leblosen Körper in Folie gewickelt, sorgfältig verschnürt und im Garten vergraben haben. Seinem Sohn, den Nachbarn und den Arbeitskollegen seiner Frau erzählte er, seine in der Gastronomie tätige Frau sei zum Arbeiten in die Schweiz gefahren.

Doch in den Vernehmungen durch die Polizei verstrickte sich der Ehemann in Widersprüche. Besonders die Tatsache, dass seine Geliebte noch am Todestag seiner Frau zu ihm gezogen ist, erregte das Misstrauen der Ermittler. Als Anfang Januar dann die Leiche seiner Frau im Garten gefunden wird, wird der 40-Jährige festgenommen.

Der Angeklagte habe den Mord an seiner Frau geplant und heimtückisch vollbracht, um die Kosten einer Scheidung zu sparen, sagte Staatsanwalt Niels-Broder Greve in seinem Plädoyer. Er forderte, den 40-Jährigen wegen Mordes zu lebenslanger Haft zu verurteilen und darüber hinaus die besondere Schwere der Schuld festzustellen. Dadurch würde eine Entlassung aus der Haft nach 15 Jahren erschwert.

Die Verteidigung wertete die Tat dagegen nicht als Mord, sondern als Totschlag. Die Tötung seiner Frau und das Vergraben der Leiche im Garten seien Panikreaktionen gewesen. Der Angeklagte hat bis zum Schluss geschwiegen. Im Gespräch mit einer psychiatrischen Sachverständigen hatte er die Tat allerdings zugegeben, sich jedoch auf Erinnerungslücken berufen.

dpa

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