„Wie im Rausch“

Angeklagter soll Ex-Schwiegervater vor Schule zu Tode geprügelt haben

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Mit einem Teleskopschlagstock soll ein 45-Jähriger einen anderen Mann erschlagen haben. Dafür muss er sich in Kiel nun verantworten.

Kiel – Ein 45 Jahre alter Mann, der seinen Ex-Schwiegervater in Rendsburg (Landkreis Rendsburg-Eckernförde) auf offener Straße erschlagen haben soll, bedauert die Tat. „Es ist eine Katastrophe und es tut mir unfassbar leid“, lässt der Mann gestern zum gewaltsamen Tod des 64-Jährigen vor einer Schule den Verteidiger im Kieler Landgericht verlesen.

„Er ist doch der Opa meiner Kinder, er hat sie groß gezogen.“ Mindestens zehnmal habe er mit einem Teleskopschlagstock auf sein am Boden liegendes Opfer eingeschlagen, sagte Staatsanwältin Melanie von Massow. Dieses starb an einem Schädel-Hirntrauma. Die Tat ereignete sich Anfang Oktober 2018 kurz vor Schulbeginn vor den Augen zahlreicher Kinder.

Laut Anklage soll zunächst der 64-Jährige mit einem Schlagstock auf den Wagen des früheren Schwiegersohns gehauen haben, der ihn zuvor mit einem Fahrmanöver provoziert habe. Dieser entriss ihm schließlich die Waffe. In der Erklärung spricht der Angeklagte davon, dass die Tat „rasend schnell und wie in einem Rausch“ ablief. Es habe „keine zwei Minuten gedauert“ und er habe „keine Erinnerung mehr, stand wie unter Strom“.

Laut Anklage versuchte der 45-Jährige noch, mit seinem Auto wegzufahren, ließ sich dann aber stoppen und festnehmen. Den blutigen Schlagstock hatte er noch bei sich. Seither sitzt er in U-Haft.

Der Angeklagte und seine Ex-Frau trennten sich offenbar bereits vor Jahren, als der Mann eine andere Beziehung begann. Das ergibt sich aus Dokumenten, die der Vorsitzende Richter verlas. Kurz vor der Bluttat erwirkte die Frau eine Gewaltschutzanordnung. Der Angeklagte hatte sie demnach bedroht.

Das Schwurgericht hat vier Verhandlungstage angesetzt. Das Urteil könnte demnach am 6. Mai fallen.  

dpa

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