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CDU und Grüne suchen Basis für gemeinsame Koalition

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CDU-Ministerpräsident Daniel Günther im Gespräch mit den Grünen Aminata Touré und Monika Heinold.
Es gibt einiges zu bereden: Daniel Günther mit den Grünen Aminata Touré und Monika Heinold. © DPA

Nächste Etappe der Koalitionsverhandlungen: Knapp anderthalb Stunden lang berät die große Spitzenrunde von CDU und Grünen. Um inhaltliche Konflikte wird es voraussichtlich kommende Woche gehen. Beide Seiten loben die Atmosphäre.

Kiel – CDU und Grüne arbeiten an einem Fundament für eine schwarz-grüne Koalition in Schleswig-Holstein. Knapp anderthalb Stunden lang verhandelten die Parteien am Mittwoch in einem Kieler Hotel. Inhaltliche Konfliktpunkte seien dabei aber noch nicht geklärt worden, sagte Ministerpräsident Daniel Günther (CDU). Das solle beim nächsten Treffen in großer Runde am 15. Juni beginnen. Die abschließenden Verhandlungen sollen dann am 22. Juni stattfinden.

Günther gab sich zuversichtlich zum weiteren Verlauf der Verhandlungen. „Wir sind guten Mutes.“ Beide Seiten seien bemüht, intern „die Brocken auch zu klären“. Die Arbeitsatmosphäre sei gut und entspannt gewesen. Dies gelte auch für die Fachgruppen. „Es hat Spaß gemacht.“ Er sei sicher, dass sich dies fortsetzen werde. Am Ende werde es am 22. Juni in großer Runde darum gehen, „den Knoten durchzuschlagen, wenn es noch einmal hakelig wird“.

Grünen-Spitzenkandidatin Monika Heinold betonte, die Fachgruppen sollten Konflikte „nicht verkleistern“, sondern offen ansprechen. „Wichtig ist, ehrlich miteinander umzugehen, offen, aber auch lösungsorientiert.“ Was dort nicht geeint werden könne, müsse in großer Runde besprochen werden. Dort seien aber noch keine Konflikte angekommen. „Das ist ein gutes Zeichen, das uns Mut macht.“

Bildungsministerin Karin Prien (CDU) verwies auf das gewachsene Vertrauen der vergangenen fünf Jahre. „Wir sind es gewohnt, sehr hart an der Sache zu diskutieren und immer um fachliche Lösungen bemüht.“ Seit 2017 regieren beide Parteien in einem Bündnis mit den Liberalen.

Die Grünen Co-Spitzenkandidatin Aminata Touré sagte, ihre Partei sei im Gegensatz zu den Koalitionsverhandlungen 2017 „dieses Mal total frohen Mutes“. Man sei überzeugt, ein Bündnis mit der Union hinzubekommen. „Deswegen ist die Stimmung gut und man ist auch wirklich bereit, inhaltliche Brücken zu bauen.“ Vor fünf Jahren seien die Grünen kritischer gewesen.

Jeweils zwölf Politiker beider Parteien kamen in dem Kieler Hotel zusammen. Betont herzlich begrüßten sich die Teilnehmer. Ein Thema in den weiteren Beratungen soll nach Angaben von Günther der finanzielle Rahmen für politische Vorhaben sein. „Darüber sprechen wir“, sagte Finanzministerin Heinold. Die jüngste Steuerschätzung sei sehr gut ausgefallen, liege angesichts der weltpolitisch schwierigen Lage aber im Ungefähren. „Deshalb werden wir ganz am Ende sehen, welchen Rahmen können wir zusagen.

„Wir sind geschlossen, wir sind motiviert, wir sind gut vorbereitet, wir haben Papiere, wir haben kluge Ideen und wir haben vor allem den Willen, mit unserem Koalitionspartner etwas hinzubekommen“, sagte Heinold.

Günther sagte auf die Frage nach Diskussionsbedarf: „Ich glaube, dass wir bei den meisten Punkten auch zueinander kommen werden – uns eint ja miteinander, dass wir Klimaschutzziele einhalten wollen. Wir sind auch bereit, sie ehrgeizig zu definieren; aber dafür müssen eben auch konkrete Maßnahmen erfolgen.“ Es müsse ein Paket geschnürt werden aus Klimaschutzzielen, Energiezielen und Planungsbeschleunigung.

Mit konkreten Themen befassen sich seit vergangenem Mittwoch Fachgruppen. CDU und Grüne wollen Schleswig-Holstein zum ersten klimaneutralen Industrieland machen und dabei soziale Gerechtigkeit wahren. Zu den Verhandlungsschwerpunkten gehören Klimaschutz, Ausbau der erneuerbaren Energien, Mobilität, Digitalisierung und Bildung. Bei der Inneren Sicherheit, in der Landwirtschaftspolitik, beim Verkehr und in der Wohnungspolitik gibt es zwischen beiden Parteien zum Teil beträchtliche Differenzen. Wenn Parteitage den Koalitionsvertrag billigen, soll dieser am 28. Juni unterzeichnet werden.  dpa

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