Der Tourismus befürchtet eine Blockade. ARCHIV
+
Der Tourismus befürchtet eine Blockade. ARCHIV

Tourismusverbände schlagen Projekt der Küstenländer vor

Wird der Norden Modellregion?

Kiel – Der Tourismusverband Schleswig-Holstein schlägt zusammen mit dem Landestourismusverband Mecklenburg-Vorpommern einen norddeutschen Sonderweg vor, falls die Interessen des Tourismus bei den Beratungen von Bund und Ländern am Mittwoch nicht ausreichend beachtet werden. Hintergrund ist die Passage im Entwurf der Konferenz von Bundeskanzlerin Angela Merkel mit den Ministerpräsidenten, in der Öffnungsschritte beispielsweise für Gastronomie, Kultur oder Hotels auf einen späteren Zeitpunkt verschoben werden sollen.

„Wenn das so beschlossen wird, wird es blankes Entsetzen geben. Das wäre als Katastrophe zu bezeichnen“, sagte Woitendorf. Es sei davon auszugehen, dass sich dann Proteste organisieren werden. Zusammen mit Schleswig-Holstein könnte als Konsequenz – begleitet von wissenschaftlichen Erkenntnissen – ein eigenständiger norddeutscher Weg im Tourismus beschritten werden, heißt es.

Die Öffnungen im vergangenen Jahr haben laut Woitendorf gezeigt, dass der Tourismus das Infektionsgeschehen nicht nennenswert beschleunigte. Deshalb könnte bei einer ähnlich guten Vorbereitung einer schrittweisen Öffnung nichts im Wege stehen. Auch das Robert-Koch-Institut hatte vergangene Woche bestätigt, dass die Hotellerie kein Infektionstreiber ist.

Zuvor hatte schon der Bundesverband der Deutschen Tourismuswirtschaft die „weiter anhaltende politische Blockadehaltung in Sachen Tourismus, Ausgehen und Reisen“ als inakzeptabel kritisiert. Sich erst Ende März überhaupt mit dem Thema Tourismus beschäftigen zu wollen, schlimmstenfalls auch dann völlig unverbindlich, sei ein Schlag ins Gesicht der Unternehmer und Millionen Mitarbeiter. dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Regeln fürs Kommentieren: Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.