Obwohl der Konjunkturmotor gut läuft, spüren die Unternehmen auch Unsicherheiten

Wirtschaft verhalten optimistisch

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Die Unternehmen im Land bewerten die aktuelle Konjunkturlage positiv. Bei den Aussichten geben sie sich allerdings vorsichtig.

Kiel - Aktuelle Lage gut, Erwartungen gedämpft – in etwas gemischter Stimmung sind die Unternehmen im Land in dieses Jahr gestartet. Der Konjunkturklimaindex der Industrie- und Handelskammer (IHK) hat sich im vierten Quartal vergangenen Jahres von 110,4 auf 113,5 Punkte verbessert, berichtete die IHK am Mittwoch.

Das Ergebnis stützt sich auf Antworten von etwa 600 Unternehmen. Maximal möglich sind 200 Punkte; der langjährige Mittelwert beträgt 116. Vor einem Jahr war die Stimmung allerdings noch positiver.

Fast 22 Prozent der befragten Unternehmen planen für 2017 mit steigenden Beschäftigtenzahlen, gut 15 Prozent mit sinkenden. Nur im Kreditgewerbe stehen die Zeichen deutlich auf Personalabbau. Neben der guten Binnenkonjunktur sei auch dank des derzeit schwachen Euro für 2017 eine stabile Exportnachfrage zu erwarten, sagte IHK-Vizepräsident Klaus-Hinrich Vater. In der aktuellen Umfrage beurteilten 39,6 Prozent der Unternehmen ihre Geschäftslage als gut und 8,1 Prozent als schlecht.

Die Industrie stufte die Situation als befriedigend ein, auf dem Bau geht es weiter aufwärts. Die Dienstleistungen erweisen sich nach wie vor als Garant für die stabile Konjunktur im Norden. Die niedrige Arbeitslosigkeit und die anhaltende Zunahme der Beschäftigung stützen auch im Norden die Konjunktur.

Die weiteren Aussichten schätzen die Unternehmen etwas vorsichtiger ein als vor einem Jahr. 18,2 Prozent der Unternehmen rechnen für die kommenden zwölf Monate mit einer günstigeren Geschäftslage. 61,5 Prozent erwarten eine gleichbleibende Situation und 20,3 Prozent eine schlechtere.

„Die Unsicherheiten für die Unternehmen in Schleswig-Holstein sind nicht weniger geworden“, sagte IHK-Vizepräsident Vater. Das Brexit-Votum der Briten, die Trump-Wahl in den USA und die Russland-Sanktionen schlagen sich auch auf die Stimmung der Unternehmen im Norden nieder. Die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen gelten als größtes Konjunkturrisiko, gefolgt vom Fachkräftemangel sowie den Preisen für Energie und Rohstoffe. - dpa

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