Urlauberin Christin Folde-Traupe hält an ihrem Zelturlaub fest. Auch wenn Schietwetter herrscht, behalten die meisten Camper ihre gute Laune und hoffen auf bessere Tage. J Foto: dpa
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Urlauberin Christin Folde-Traupe hält an ihrem Zelturlaub fest. Auch wenn Schietwetter herrscht, behalten die meisten Camper ihre gute Laune und hoffen auf bessere Tage.

Auf den Zeltplätzen herrscht gute Stimmung

Trotz nasser Füße: „Woanders ist es schlimmer“

Lübeck - Der Dauerregen der vergangenen Tage ist für die Campingurlauber in Schleswig-Holstein eine Plage. Sie kämpfen mit aufgeweichten Böden, großen Wasserlachen auf den Plätzen und triefenden Zeltplanen. Noch aber hat kein Campingplatz „Land unter“ gemeldet.

Gert Petzold vom Verband für Camping- und Wohnmobiltourismus in Schleswig-Holstein (VCSH) sagte, im Vergleich zu Niedersachsen sei das nördlichste Bundesland bislang glimpflich davon gekommen. Auf den Campingplätzen an Ost- und Nordsee halten die meisten Camper durch. Nur einige wenige denken ans Abreisen.

Dazu gehören etwa Harald Zschaebitz und Per Saetre aus Norwegen. Die beiden Harley-Fahrer zelten seit einer Woche auf dem Campingplatz Ivendorf zwischen Lübeck und Travemünde. Neben ihrem kleinen Zelt hat sich schon eine große Pfütze gebildet, Saetre steht mit nackten Füßen und hochgekrempelten Hosenbeinen im Wasser. „Uns reicht’s, wie brechen unseren Aufenthalt hier ab“, sagt Zschaebitz. „Ich komme seit 20 Jahren zur Travemünder Woche hierher, aber so schlimmes Wetter habe ich noch nie erlebt“, sagt er.

Einige Meter weiter hat es sich Familie Lohmann aus Schneverdingen in Niedersachsen im Zelt gemütlich gemacht. Auf dem Campingkocher köcheln Spaghetti Bolognese. „Wir bleiben“, sagt Nadine Lohmann, ihre Kinder Aline (13) und Justin (10) nicken. „So ist das nun mal im Norden. Wir machen Ausflüge, und irgendwann wird das Wetter ja wohl wieder besser“, sagt die Mutter.

„Auf Regen folgt stets Sonnenschein“

Auch auf dem Campingplatz Sass in St. Peter-Ording bleiben die Gäste gelassen. „Auf Regen folgt stets Sonnenschein“, sagt Nils Ladstätter aus dem hessischen Weiterstadt, der seit zwei Tagen mit dem Wohnmobil in St. Peter-Ording steht. „Wegen der Sicherheit wollen wir nicht ins Ausland: Woanders ist das Wetter doch viel schlimmer“, ergänzt seine Frau Kathrin: „An der Nordsee ist es auch bei Regen schön.“

Sebastian Haage ist norddeutsches Schietwetter vom Wacken Open Air Festival gewohnt. Wenn es draußen stürmt und regnet, kuschelt er mit Freundin Heidi in einem kleinen Kuppelzelt auf dem Campingplatz Biehl. Ein „Damm“ aus Grassoden um das Zelt herum soll die beiden vor nassen Schlafsäcken schützen. „Bisher blieb alles trocken“, sagt er.

Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes fielen allein am Dienstag in Lübeck innerhalb von 24 Stunden knapp 25 Liter Regen je Quadratmeter. In Kiel-Holtenau waren es 18,1 Liter und auf Fehmarn 13,7 Liter. In St. Peter-Ording (Kreis Nordfriesland) wurden dagegen nur 0,7 Liter und in Elpersbüttel (Kreis Dithmarschen) 4,8 Liter Regen je Quadratmeter gemessen.

Zum Vergleich: In den besonders vom Dauerregen betroffenen Gebieten vom südlichen Niedersachsen über Teile Hessens und Thüringens bis nach Nordbayern fielen binnen 48 Stunden verbreitet mehr als 100 Liter Regen pro Quadratmeter. Aber es gibt Hoffnung für die Urlauber: Laut dem Wetterdienst zieht das Tief „Alfred“ nach Osten ab und damit soll nun zumindest der Dauerregen ein Ende haben. 

Stornierung kostet: Campingurlauber können ihre Platzreservierung nicht wegen schlechten Wetters kostenlos stornieren. „Sie bleiben zumindest anteilig auf den Kosten sitzen“, erklärt Tatjana Halm, Juristin bei der Verbraucherzentrale Bayern. Denn schlechtes Wetter wie der derzeitige Dauerregen zählt rechtlich zum allgemeinen Lebensrisiko. Bis wann Camper eine Reservierung stornieren können, ist individuell in den AGB der jeweiligen Anlage geregelt. Einen branchenweiten Standard gibt es laut dem Bundesverband der Campingwirtschaft in Deutschland nicht.  

dpa

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