Wochenmärkten fehlt die Kundschaft

Wenig Nachfrage nach Standflächen: Marktbesucher laufen über freies Gelände auf dem Exerzierplatz in Lübeck. Foto: dpa

Lübeck – Für Freunde frischer Lebensmittel aus der Region sind Wochenmärkte kleine Paradiese. Dort gibt es Obst, Gemüse, Eier, Fleisch und Fisch, dazu Blumen und einen kleinen Plausch mit den Händlern. Doch nicht überall boomen die Märkte. Obwohl die Waren auf dem Wochenmarkt oft Bio-Qualität haben, nimmt die Zahl der Stände vielerorts ab, Marktflächen werden verkleinert.

„Das Einkaufsverhalten der Bevölkerung hat sich verändert“, sagt Max Keldenich vom Pressereferat der Landeshauptstadt Kiel.

So berichten Marktbesucher in der Landeshauptstadt, dass es auf den Märkten auf dem Exerzierplatz und dem Blücherplatz heute deutlich weniger Stände gebe als vor zehn Jahren. Auf einem Teil des Exerzierplatzes dürfe inzwischen auch an Markttagen geparkt werden, berichten sie. Grund ist nach Angaben der Stadt weniger eine mangelnde Nachfrage. „Oft scheiden Händler aus Altersgründen aus und es finden sich keine Nachfolger, oder Standbetreiber finden kein Verkaufspersonal“, sagt Keldenich.

In Lübeck gibt es elf Wochenmarktstandorte, die aber von Kunden und Händlern unterschiedlich gut angenommen werden. „Die Standorte auf dem Markt in der Altstadt, am Brink im Stadtteil St. Jürgen und auf dem Brolingplatz im Stadtteil St. Lorenz Nord haben die höchste Kundenfrequenz“, berichtet Stadtsprecherin Nicole Dorel. Um dem Kundenschwund und der Ausdünnung der Stände zu begegnen, werde in der Stadtverwaltung derzeit ein Konzept zur Attraktivitätssteigerung erarbeitet. „Das soll im Laufe des Jahres den politischen Gremien zur Entscheidung vorgelegt werden“, so Dorel.

In Eutin im Kreis Ostholstein dagegen läuft der Wochenmarkt nach Angaben von Stadtmanagerin Kerstin Stein-Schmidt ganzjährig gut. Dort bauen zweimal in der Woche etwa 30 Anbieter ihre Stände auf dem historischen Marktplatz im Stadtzentrum auf.

„Der Markt ist ein echter Frequenzbringer und trägt vor allem im Sommer durch die Touristen zur Belebung der Innenstadt bei“, betont Stein-Schmidt. Das Angebot umfasse neben Obst, Gemüse, Fleisch und Fisch auch lokale Obstbrände, Pflanzen und Kunsthandwerk. „Im Sommer gibt es auch Livemusik und Schaukochen. Der Markt läuft ganzjährig gut und im Sommer noch ein bisschen besser“, sagt die Stadtmanagerin.   dpa

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