AUS DEM GERICHT Haftbefehl wird gegen „strenge“ Meldeauflagen ausgesetzt

Zahnarzt ergaunert 1,2 Millionen Euro

Kiel – Ein Zahnarzt aus Kaltenkirchen ist wegen Abrechnungsbetrugs zu einer Gesamthaftstrafe von drei Jahren und acht Monaten verurteilt worden. Die Kammer am Kieler Landgericht ordnete am Mittwoch zudem die Einziehung von rund 340 000 Euro an. Der Haftbefehl gegen den Arzt bleibe zwar bestehen, werde aber gegen strenge wöchentliche Meldeauflagen ausgesetzt, sagte der Vorsitzende Richter.

Die Anklage hatte dem Arzt zur Last gelegt, von Februar 2008 bis April 2011 rund 1,2 Millionen Euro falsch abgerechnet zu haben, um sich aus persönlichen Notlagen zu befreien. Nach der Beweisaufnahme hielt die Staatsanwaltschaft noch 32 der ursprünglich 47 angeklagten Fälle für erwiesen. Sie beantragte drei Jahre und zehn Monate Haft, von denen wegen der überlangen Verfahrensdauer sechs als bereits verbüßt gelten sollen. Zudem forderte Staatsanwaltschaft ein dreijähriges Berufsverbot als selbstabrechnender Zahnarzt.

Die Verteidigerin hatte drei Jahre und sechs Monate Gesamtstrafe beantragt. Ein Berufsverbot lehnte sie ab. Der Zahnarzt beglich inzwischen einen Großteil des Schadens, so das Gericht. Dem Urteil ging eine Verständigung der Beteiligten voraus. dpa

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