Trotz fehlender Fachkräfte: Wälder im Norden aufgeräumt

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In den schleswig-holsteinischen Landesforsten ist derzeit noch kein akuter Waldarbeitermangel zu spüren. Foto: dpa

Lübeck – In Schleswig-Holsteins Landesforsten gibt es trotz fehlender Fachkräfte keinen akuten Waldarbeitermangel. Derzeit seien alle 83  Planstellen für Forstwirte besetzt, sagte der Sprecher der Landesforsten, Ionut Huma. „Auch die zusätzlichen Aufgaben durch den Borkenkäferbefall des Jahres 2018 konnten wir erfolgreich bewältigen“, sagte Huma.

Ähnliches gilt für die Privatwälder des Landes. Der Fachkräftemangel treffe zwar auch die Forstwirtschaft, sagte der Vorsitzende des Schleswig-Holsteinischen Waldbesitzerverbandes, Hans-Caspar Graf zu Rantzau. „Aktuell können aber alle anfallenden Arbeiten im Wald noch erledigt werden. Die Forstwirte übernehmen die Pflegearbeiten, Rekultivierung und Aufforstung werden an Lohnunternehmen vergeben.“

Forstwirte, wie die Waldfacharbeiter heute offiziell heißen, sind für alle anfallenden Arbeiten im Wald von der Pflanzung neuer Bäume über deren Pflege bis zur Holzernte zuständig. „Die Nachfrage nach Forstwirten ist hoch. Viele bekommen schon vor Abschluss ihrer dreijährigen Ausbildung Jobangebote“, sagte Graf zu Rantzau.

Die Gewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG Bau) hatte vor dem Waldgipfel mit Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) Ende September angesichts des Klimawandels deutlich mehr Personal für die Forstwirtschaft gefordert. Nötig sei ein zusätzlicher Forstbeschäftigter je 1 000 Hektar Wald, sagte der stellvertretende Bundesvorsitzende Harald Schaum. Heruntergebrochen auf Schleswig-Holstein mit seinen mehr als 173 000  Hektar Wald wären das 173 zusätzliche Fachkräfte.

Im rund rund 4 600 Hektar großen Lübecker Stadtwald spielt dagegen trotz Dürre und Borkenkäferbefalls der Mangel an Forstwirten kaum eine Rolle. „Die Waldflächen werden seit 25 Jahren naturnah bewirtschaftet, sodass keine zusätzlichen Arbeiten durch Aufräumen oder Aufforstung anfallen“, sagte Stadtsprecherin Nicole Dorel.

Nach diesem Konzept wird der Wald weitgehend sich selbst überlassen, die Eingriffe durch den Menschen werden auf ein Minimum begrenzt. Rund 80 Prozent des Bestandes bilden Laubbäume.

Statt auf das andernorts notwendige Aufräumen und Aufforsten werde sich der Stadtwald künftig verstärkt auf das Monitoring des Waldes konzentrieren, um die Entwicklung zu dokumentieren und verlässliche Prognosen zu erstellen, sagte die Stadtsprecherin. „Deshalb sollen zwei bereits vorhandene Planstellen im Bereich Stadtwald schnell wiederbesetzt werden“, sagte sie.  dpa

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