Neue Pflegeberufereform soll Unterversorgung stoppen

Ziel: Mehr Personal in Kliniken

Die künftigen Pflegefachkräfte werden in der Akutpflege, Kinderpflege, Langzeitpflege und in der psychiatrischen Versorgung eingesetzt. Foto: dpa

Kiel – Die im neuen Jahr in Kraft tretende Pflegeberufereform ist nach Ansicht von Schleswig-Holsteins Sozialminister Heiner Garg (FDP) ein wichtiger Baustein im Kampf gegen den Pflegekräftemangel. Denn bundesweit sei damit Schulgeld in der Altenpflege endgültig vom Tisch, sagte Garg gestern in Kiel. Und in der generalistischen Pflegeausbildung gebe es künftig eine Ausbildungsvergütung. „Die Botschaft des heutigen Tages lautet: ,Junge Menschen in der Pflege sind willkommen‘“, sagte Garg.

Nach Angaben des Sozialministeriums wird es allein im Land bis 2030 einen Mehrbedarf von 15 000 Pflegekräften geben. Die Umsetzung der bundesweit startenden Pflegeberufereform war laut Garg ein Kraftakt, vom organisatorischen Aufwand vergleichbar mit der Kita-Reform. Neun Gesetze oder Verordnungen seien geschaffen oder geändert worden.

Mit der Reform entsteht ein neues Berufsbild, da die bisherigen Berufe Altenpflege, Gesundheits- und Krankenpflege sowie Gesundheits- und Kinderkrankenpflege zusammengeführt werden. Damit geht eine neue Ausbildung einher. Der erste neue Ausbildungsgang wird am 1. Februar 2020 beginnen.

„Eine zusätzliche Qualitätssteigerung soll durch die Modernisierung der Ausbildungsinhalte, eine bessere Ausstattung der Pflegeschulen sowie mehr Praxisanleitung im Betrieb erreicht werden“, sagte Garg.

Dazu sei für die Ausbildung eine einheitliche Finanzierung mit Umlageverfahren festgelegt worden. Für 2020 werden rund 40 Millionen Euro benötigt.

An dem dafür aufgelegten Fonds sind alle bisherigen Kostenträger beteiligt. Stationäre und ambulante Pflegeeinrichtungen steuern rund zwölf Millionen Euro bei, Krankenhäuser etwa 23 Millionen, die Pflegeversicherungen 1,4 Millionen und das Land ungefähr 3,5 Millionen Euro.

Das Umlageverfahren soll gewährleisten, dass alle Einrichtungen in gleichem Maße zur Finanzierung beitragen – unabhängig davon, ob sie ausbilden oder nicht. „Damit wird es auch für kleinere Einrichtungen attraktiver, auszubilden und sich als guter Arbeitgeber von Anfang an zu positionieren“, erläuterte Garg.

Nach Angaben des Ministeriums ist die bisherige Resonanz sehr positiv. Es gebe bereits 2 500 gemeldete Ausbildungsplätze, deutlich mehr als bisher, hieß es. Die künftigen Pflegefachkräfte – so die einheitliche neue Bezeichnung – werden so ausgebildet, dass sie in der Akutpflege ebenso eingesetzt werden können wie in der Kinderpflege, in der Langzeitpflege und in der psychiatrischen Versorgung.  dpa

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