Möglichst immer volle Strandkörbe. Nach den Vorstellungen von Wirtschaftsminister Reinhard Meyer sollen pro Jahr drei Millionen Menschen im Land übernachten. - Foto: dpa

Tourismus-Agentur benötigt dafür mehr Geld

Ziel: Mehr Urlauber aus dem Ausland

Lübeck - Das Tourismusland Schleswig-Holstein peilt bis zum Jahr 2030 rund drei Millionen Übernachtungen pro Jahr an. Das sind eine Million mehr als bisher. Ein großer Teil dieser zusätzlichen Gäste soll aus dem Ausland kommen – aus Dänemark, Österreich, den Niederlanden und der Schweiz. „Dort gibt es noch große Ressourcen“, sagte Wirtschaftsminister Reinhard Meyer (SPD) gestern beim Tourismustag in Lübeck.

Auch der Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer (IHK) Schleswig-Holstein, Björn Ipsen, sieht hier noch großes Potenzial. „Es gilt die Bearbeitung der Auslandsmärkte zu intensivieren, um diese Gästegruppen stärker als bisher für einen Urlaub in Schleswig-Holstein zu begeistern“, sagte er.

Deshalb will die Tourismus-Agentur Schleswig-Holstein (TASH) in Kooperation mit der Deutschen Zentrale für Tourismus (DZT) und dem Verein Deutsches Küstenland ihre Marketingaktivitäten im Ausland ausweiten. „Dazu müsste der Etat der TASH allerdings kräftig aufgestockt werden. Fürs Auslandsmarketing ist die Landesmarketingorganisation dramatisch unterfinanziert“, sagte der Vorsitzende des Tourismusverbandes Schleswig-Holstein und Landrat des Kreises Dithmarschen, Jörn Klimant.

Die TASH, seit diesem Sommer Gesellschaft des Landes, soll 2017 einen Zuschuss von 1,8 Millionen Euro erhalten. Von den Marketingmitteln in Höhe von rund 600 000 Euro geht die Hälfte ins Auslandsmarketing. „Das ist nicht viel, aber durch Kooperation mit der DZT kann man schon Aufmerksamkeit erzielen“, sagte TASH-Geschäftsführer Uwe Wanger. Ein gutes Vehikel sei da beispielsweise der Schlafstrandkorb, den die TASH auf Tourismusmessen in Österreich und der Schweiz präsentieren werde, sagte er.

In den Expertenvorträgen wurde auch klar, dass Hotels, Restaurants, Einzelhandel und Tourismusorte verstärkt auf die Bedürfnisse ausländischer Gäste eingehen müssen. Dazu gehören mehrsprachige Wegweiser und Speisekarten oder die Möglichkeit, auch Kleinstbeträge mit der Kreditkarte bezahlen zu können. „Das erwarten vor allem Gäste aus Skandinavien“, sagte der schwedische Marketingexperte Magnus Ehrenberg vor rund 370 Teilnehmern des Tourismustages.

Vor diesem Hintergrund ermahnte Meyer die touristischen Akteure, auch weiterhin in Service und Angebot zu investieren. „Wenn wir auch bei ausländischen Gästen punkten wollen, dann muss die Qualität stimmen“, sagte er. - dpa

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