Die Kieler Woche rund um den Segelsport wird wegen der Corona-Pandemie kleiner als in den Vorjahren.
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Die Kieler Woche rund um den Segelsport wird wegen der Corona-Pandemie kleiner als in den Vorjahren.

Kieler Woche beginnt morgen – aber mit weniger Teilnehmern

Zurück zum Ursprung

Kiel – Die an diesem Wochenende startende Kieler Woche wird anders als gewohnt. Statt riesigem Sommerfest konzentrieren sich die Veranstalter auf den Ursprung der Festwoche als Segelwettkampf – aber mit weniger Teilnehmern. „Ich freue mich sehr, dass die Kieler Woche 2020 stattfindet – wenn auch in einem ganz anderen Rahmen als gewohnt“, sagte Oberbürgermeister Ulf Kämpfer (SPD).

Statt vor Tausenden Besuchern auf dem Rathausplatz steht die Eröffnung am Samstag ohne Zuschauer im Segler-Olympiazentrum Schilksee auf dem Programm. Das traditionelle Glasen mit der Schiffsglocke übernimmt Ministerpräsident Daniel Günther (CDU). Werner M. Dornscheidt, langjähriger Vorstand der Messe Boot in Düsseldorf, soll mit dem Typhon das Signal „Leinen los!“ (lang-kurz-kurz-lang) geben. Bereits Freitagabend gibt es unter dem Motto „Laut gegen Nazis“ ein erstes Freilichtkonzert.

Die Windjammer-Parade mit 120 Segelschiffen am Samstag, 12. September, wird angeführt von der Bark „Alexander von Humboldt II“. Für Unterhaltung sollen bis Sonntag, 13. September, Veranstaltungen wie die Spiellinie auf der Reventlouwiese mit buchbaren Zeitfenstern und Konzerte sorgen – insgesamt gibt es 50 000 Plätze.

Im Vorfeld sind 15 000 der kostenfreien Tickets reserviert worden. Kämpfer verwies auf ein großes Interesse an der „etwas anderen Kieler Woche“: Die Menschen würden sich auf Kultur und gemeinschaftliche Erlebnisse freuen. „Das typische Sich-treiben-lassen zwischen den verschiedenen Veranstaltungsflächen wird es so in diesem Jahr nicht geben. Das ist schade, aber unvermeidlich“, meinte Kämpfer.

Auf drei „Livearealen“ finden Livekonzerte vor begrenztem Publikum statt. Ausgebucht sind nach Angaben der Stadt fast alle Konzerte mit bekannten Künstlern wie Milow oder Michael Schulte auf einer bislang noch geheimen Bühne mit jeweils rund 50 Zuschauern. Die Stadt will viele dieser Auftritte auf die Kinoareale im Schlossgarten und auf dem Rathausplatz sowie auf ein sogenanntes Segelkino auf der Förde übertragen.

Mehr als 500 Menschen bei einer Veranstaltung erlauben die aktuellen Corona-Beschränkungen nicht. „Eine Absage der Kieler Woche bleibt natürlich immer eine Option, sollte die Sicherheits- oder Infektionslage das erforderlich machen“, erklärte der Oberbürgermeister. Die Stadt sehe sich als Pionier. „Die Kieler Woche kann Vorbildcharakter für andere Veranstaltungen in Deutschland haben. 1972 hieß es bei den Olympischen Segelspielen ,Do it like in Kiel‘“, führte er weiter aus.

Schleswig-Holsteins Gesundheitsministerium zeigte sich etwas zurückhaltender. „Die Kieler Woche kann zumindest Hinweise liefern, wo genau bei größeren Veranstaltungen die Herausforderungen liegen“, meinte ein Sprecher. „Ob sich das Konzept für eine Sportveranstaltung im Herbst auch auf Weihnachtsmärkte im Winter übertragen lässt, ist zum jetzigen Zeitpunkt aber schwer abzuschätzen.“

Normalerweise findet das Sommerfest Ende Juni statt, wurde wegen der Corona-Pandemie aber verschoben. Im Jahr 2019 besuchten nach Schätzungen der Stadt mehr als 3,5 Millionen Besucher aus 70 Ländern die 125. Kieler Woche. Zum weltgrößten Segelereignis kamen fast 4 000 Sportler aus mehr als 50 Nationen.  dpa

Der Segelwettkampf steht bei der Kieler Woche dieses Jahr im Fokus.

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