Bundespolizei rettet von 1000 Menschen vor Samos

Einsätze zwischen Flüchtlingen und Hooligans

Der Präsident der Bundespolizeidirektion Bad Bramstedt, Bodo Kaping - Foto: dpa
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Der Präsident der Bundespolizeidirektion Bad Bramstedt, Bodo Kaping

Bad Bramstedt - Die Bundespolizei hat mit ihren beiden Streifenbooten im Mittelmeer seit März bereits mehr als 1000 Menschen vor der griechischen Insel Samos aus Seenot gerettet. Die Lage habe sich wegen der erhöhten Aufmerksamkeit der türkischen Küstenwache inzwischen etwas entspannt, sagte der Präsident der zuständigen Bundespolizeidirektion Bad Bramstedt (Kreis Segeberg), Bodo Kaping, am Dienstag.

Der eigentliche Auftrag des Frontex-Einsatzes sei der Schutz der griechischen EU-Außengrenze. „Wir sind auch zunehmend erfolgreich bei der Bekämpfung der Schleuserkriminalität“, sagte Kaping, der seit Mai Chef in Bad Bramstedt ist. Mindestens bis Ende des Jahres werde der Einsatz noch dauern. Er rechne aber damit, dass die internationalen Aufgaben der Bundespolizei in den kommenden Jahren noch zunehmen werden. Die EU-Grenzagentur Frontex wolle eine Einsatzreserve von 1500 Kräften. Deutschland werde davon einen Großteil stellen müssen.

Besonders gefordert sei die Direktion in Bad Bramstedt, denn sie sei die einzige mit maritimen Einheiten und daher auch zurzeit im Mittelmeer im Einsatz. Sie ist zuständig für die deutschen Ostsee- und Nordseeküsten, aber auch für die Bundesländer Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern mit ihren Grenzen zu Nachbarländern. Drei neue große Schiffe, die auch für Einsätze im Mittelmeer tauglich sein werden, werde die Bundespolizei ab 2018 erhalten. Zwei dürften in Cuxhaven und Warnemünde beheimatet sein. Ob das Dritte ins schleswig-holsteinische Neustadt (Kreis Ostholstein) kommt, sei ungewiss.

Die Zusammenarbeit der Bundespolizei mit Dänemark soll weiter ausgebaut werden. „Davon profitieren beide Seiten“, sagte Kaping und verwies auf illegale Einreise sowie den Transport von Diebesgut aus Skandinavien über Deutschland nach Polen. Auch die gemischten deutsch-polnischen Grenzdienststellen sollen noch verstärkt werden.

Im Rahmen ihrer „Einstellungsoffensive“ sollen bis 2019 rund 3000 neue Stellen geschaffen werden. Dann soll die Zahl der Bundespolizisten auf 35 000 steigen und die der Mitarbeiter insgesamt auf 43 000. Davon werde auch die Direktion Bad Bramstedt profitieren, konkrete Zahlen könne er aber noch nicht nennen, sagte Kaping. Im Zuge einer Umstrukturierung werde ein mobile Kontroll- und Überwachungseinheit mit 30 Kräften künftig in Bad Bramstedt angesiedelt sein; die ersten zehn Bundespolizisten fangen am 1. Juli an.

Zu den besonders aufwendigen Einsätzen im Inland gehörten Fußballspiele von Hansa Rostock. Ein Polizist passe im Schnitt auf zwei bis drei der Hooligans auf, damit möglichst keine Gewalt entstehe oder Züge demoliert werden, sagte Kaping. In der Saison 2015/16 seien rund 15 000 mit der Bahn reisende Fußballfans von rund 6 000 Einsatzkräften überwacht worden.

dpa

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