Zwölf Menschen im Container

Im Lübecker Hafen sind mutmaßliche Geflüchtete entdeckt worden

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Aus diesem Container hörten Hafenmitarbeiter Sonntag früh Geräusche und wurden aufmerksam.

Lübeck - Zwölf mutmaßliche Geflüchtete, darunter sechs Kinder, sind am Sonntagmorgen in einem Container am Skandinavienkai des Lübecker Hafens entdeckt worden. Noch sei unklar, woher die Menschen kamen und wohin sie wollten, sagte ein Sprecher der Bundespolizeiinspektion Kiel. Die Ermittlungen müssten abgewartet werden.

Die Menschen seien in ein Krankenhaus gebracht worden, um ihren Gesundheitszustand zu überprüfen. Die Bundespolizei geht laut einem Sprecher davon aus, dass sie längere Zeit in dem Container gewesen sind. Auf Details ging er nicht ein. Die Ermittler nehmen an, dass es sich um Geflüchtete handelt, weil die Menschen keine Ausweise dabei hätten, sagte er.

Nach einem Bericht des NDR war ein Hafenmitarbeiter auf Geräusche in einem Container auf einem Lastwagen aufmerksam geworden und hatte die Einsatzkräfte informiert. Den Aufgefundenen gehe es den Umständen entsprechend gut. 

Der Bundespolizeisprecher sagte, er habe zum Gesundheitszustand keine weiteren Informationen. In einem Container versteckte Flüchtlinge seien ihm seit Längerem nicht mehr begegnet. Während der Flüchtlingskrise 2015 war das häufiger vorgekommen – zum Teil mit dramatischen Folgen. Im August 2015 waren 71 Flüchtlinge im Laderaum eines Kühllasters in Österreich erstickt.

Zuletzt waren im März in Weil am Rhein an der deutsch-schweizerischen Grenze mehrere Flüchtlinge in Containern entdeckt worden. Die 14 Männer und zwei Frauen aus Afrika waren auf einen Zug geklettert und hatten sich in drei Containern versteckt, teilte die Bundespolizei damals mit. 

Der Zug war von Norditalien über die Schweiz nach Deutschland gefahren, im Güterbahnhof in Weil am Rhein wurden die Container abgeladen. Die Flüchtlinge hatten längere Zeit bei Minusgraden in den Containern ausgeharrt.

dpa

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