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Elfer-Krimi im Afrika-Cup-Finale: Trotz Fehlschuss von Bayern-Profi Sarr - Senegal triumphiert

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Von: Andreas Schmid

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 Senegal - Ägypten, K.o.-Runde, Finale im Stade Paul Biya: Ägyptens Mohamed Salah (l) und Senegals Abdou Diallo kämpfen um den Ball.
Afrika-Cup-Finale in Kamerun: Ägyptens Mohamed Salah (l) und Senegals Abdou Diallo kämpfen um den Ball. © Hassan Mohamed/dpa

Der Senegal ist zum ersten Mal Champion von Afrika. Im Finale gegen Ägypten musste die Entscheidung im Elfmeterschießen her.

Jaunde - Der neue Afrika-Cup-Sieger heißt Senegal. Im 33. Finale des diesmal in Kamerun ausgetragenen Turniers gewannen die Westafrikaner im Elfmeterschießen gegen Ägypten.

Senegal - Ägypten: Afrika-Cup-Finale startet furios - Mané verballert Elfmeter

Bereits nach vier Minuten gab es den ersten Aufreger. Ägyptens Verteidiger Abdelmonem holzte Senegals Ciss völlig übermotiviert im Sechzehner von den Beinen. Die Folge: Strafstoß. Superstar Sadio Mané übernahm Verantwortung und zimmerte die Kugel mit viel Wucht zentral in Richtung Kasten. Ägypten-Keeper Gabaski fuhr die Pranken hoch und bewahrte sein Team vor dem Rückstand. Interessant: Vor dem Elfmeter holte sich Gabaski noch Ratschläge von Mohamed Salah, Manés kongenialem Partner beim FC Liverpool.

Mo Salah, Sadio Mané.
Tipps aus erster Hand: Mo Salah versuchte, seinem Keeper auf den Elfmeter von Teamkollege Sadio Mané vorzubereiten - mit Erfolg. © CHARLY TRIBALLEAU / AFP

In der Folge flachte die Partie deutlich ab. Der leicht favorisierte Senegal kontrollierte das Spielgeschehen, sorgte aber kaum für nennenswerte Abschlüsse. Die beste Chance nach dem Elfmeter war eine Einzelaktion Mo Salahs, der Senegal-Torwart Edouard Mendy zu einer guten Parade zwang (43.).

Auf dem Platz des Olembe Stadions in Kameruns Hauptsadt Jaunde standen etliche Profis, die bei europäischen Spitzenteams unter Vertrag stehen. Der Senegal startete mit Edouard Mendy (Chelsea*), Bouna Sarr (FC Bayern*), Kalidou Koulibaly (Neapel*), Abdou Diallo, Idrissa Gueye (beide Paris*) und Superstar Sadio Mané. Auf der Gegenseite begann Mohamad Salah. Auch der Stuttgarter Omar Marmoush kam von Beginn an zum Einsatz.

Aufstellung Senegal:E. Mendy - Sarr, Koulibaly, Diallo, Ciss - Kouyaté (66. P. Gueye), N. Mendy, I. Gueye - Sarr (77. Dia), Diedhiou (77. Dieng), Mané
Aufstellung Ägypten:Gabaski - Ashour, Abdelmonem, Hamdy, Fatouh - Fathi (99. Lasheen), Elneny, Al-Sulaya (59. Trezeguet) - Salah, M. Mohamed (59. Hamdi), Marmoush (59. Zizo)

Senegal - Ägypten: Afrika-Cup-Finale geht in die Verlängerung

Auch im zweiten Durchgang waren die Senegalesen die deutlich aktivere Mannschaft. Man merkte es dem von Ex-Nationalspieler Aliou Cissé trainierten Team an, dass sie den lang ersehnten ersten Titel nach Westafrika holen wollten. Die „Löwen der Teranga“ konnten den Afrika-Cup zuvor noch nie gewinnen, waren aber wohl auch noch nie so stark besetzt wie aktuell. Ägypten ist mit sieben Turniersiegen übrigens Rekordhalter (vor Kamerun/fünf).

Wirklich spektakulär war das Endspiel aber auch in den zweiten 45 Minuten nicht. Aussichtsreiche Chancen blieben Mangelware. Gabaski parierte stark gegen Mané (53.), auf der Gegenseite kamen die blassen Pharaonen aus Ägypten nur durch eine Standardsituation zu einer Halbchance (69.). Weil es auch nach 90 Minuten 0:0 stand, musste die Verlängerung für die Entscheidung sorgen. Für Ägypten übrigens die vierte in Folge, nachdem auch Achtel-, Viertel- und Halbfinale nach 90 Minuten nicht entschieden waren.

Afrika-Cup-Finale: Packende Verlängerung endet torlos - Elfer-Krimi entscheidet

In die Verlängerung startete erneut der Senegal mit mehr Druck. Es waren nicht einmal 40 Sekunden gespielt, da musste Gabaski, bester Ägypter auf dem Platz, erneut stark parieren. Bei Diengs Flachschuss aus dem Strafraum war der eigentliche Ersatztorhüter reaktionsschnell zur Stelle. Ebenso bei Diengs tückischen Aufsetzer (100.) oder seinem Flatterball aus der Distanz (116.). Auf der Gegenseite sorgte Ägyptens Hamdy beinahe für den schmeichelhaften Lucky Punch, doch Mendy parierte den kernigen, aber mittigen Abschluss von der Sechzehnerkante (117.). Es blieb beim 0:0, ergo: Elfmeterschießen. Ägyptens drittes in diesem von Corona und Konflikten überschatteten Turnier.

Das Elfmeterschießen entwickelte sich zu einem Krimi. Erst setzte Ägyptens zweiter Schütze Abdelmonem die Kugel an den Innenpfosten, dann hielt Pharaonenkeeper Gabaski den Strafstoß von Bayern-Profi Bouna Sarr - nicht platziert genug. Weil aber Ägyptens Lasheen ebenfalls verschoss, konnte Senegals Mané den Titel perfekt machen. Anders als in der regulären Spielzeit blieb der Superstar cool und schweißte entschlossen links unten ein. Finale entschieden! Sein Team schoss Mané damit zum ersten Afrika-Cup-Titel der Geschichte. (as) *tz.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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