Auch bei Fans Skepsis spürbar

„Perfekte Vorbereitung einer zweiten Welle“: Experte schäumt wegen Plänen für neue Bundesliga-Saison

Der Termin für den Bundesliga-Auftakt 2020 steht, findet aber nicht mit allen Teams statt. Auch Zuschauer könnten dann wieder zugelassen sein.

  • Die Bundesligasaison 2019/20* ist bereits Geschichte.
  • Für die neue Saison steht der Termin fest - eine Teil-Rückkehr der Fans wird immer wahrscheinlicher.
  • Ein Bundesland scheint nun offensiv lockern zu wollen - der Vorschlag wird mit großer Skepsis begleitet.

6.33 Uhr: Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hat wegen der Corona-Pandemie davor gewarnt, zu früh wieder Fans in den Stadien zuzulassen. „Fußball-Bundesliga-Spiele mit Zuschauern halte ich für nicht verantwortbar“, sagte Lauterbach dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND/Mittwoch) und betonte: „Auch andere Großveranstaltungen ohne Grenze nach oben sind durch Hygienekonzepte nicht wirklich sicher zu machen. Denn die Kontaktverfolgung wird bei diesen Menschenmengen natürlich nicht gelingen.“

Es werde „einfach auf Risiko gespielt in der Hoffnung, es werde noch gut gehen“, sagte der 57-Jährige. Solche Maßnahmen könnten „die perfekte Vorbereitung einer zweiten Welle im Herbst sein“.

Bundesliga: Teilöffnung der Stadien? „Große Skepsis“ bei vielen Fans

Update vom 8. Juli, 6.15 Uhr: Die angestrebte Teilöffnung von Stadien für Zuschauer in der kommenden Saison der Fußball-Bundesliga wird von einigen Fangruppen abgelehnt. „Bei vielen Ultras herrscht eine große Skepsis und die Meinung: Wenn wieder Leute in die Stadien dürfen, dann alle“, sagte Sig Zelt vom Bündnis „ProFans“ der Deutschen Presse-Agentur. 

„Wenn ich die Chance habe reinzugehen und viele andere nicht, ist das kein gutes Gefühl“, sagte Zelt, der allerdings in den Fanszenen auch Verständnis festgestellt hat, dass die Stadien in der näheren Zukunft wegen der Coronavirus-Pandemie noch nicht wieder komplett ausgelastet werden können.

Bundesliga mit Fans: Sachsen lockert weiter - Bis zu 21.000 Zuschauer in Leipzig?

Update vom 7. Juli, 16.00 Uhr: Kehren die Fans bald in die Bundesliga-Stadien* zurück? Zumindest gibt es beim sächsischen Klub RB Leipzig nun Hoffnung. Das Bundesland Sachsen will womöglich ab dem 1. September wieder Zuschauer in Fußballstadien und Hallen erlauben, wie Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) in Dresden mitteilte. Veranstaltungen mit mehr als 1000 Besuchern könnten wieder erlaubt werden. 

Die Hygieneregeln müssten jedoch ebenso fortgeführt werden wie die Kontaktverfolgung. „Was noch nicht gelten wird ist, dass das Stadion voll ist“, stellte die Ministerin fest. Doch beschlossene Sache ist dies aufgrund der noch fragilen Situation längst nicht.

Die Vereine aus dem Freistaat, wie der Champions-League-Viertelfinalist RB Leipzig oder die künftigen Drittligisten Dynamo Dresden und FSV Zwickau könnten von dem Entschluss profitieren. Besonders die kleineren Vereine finanzieren sich zum Großteil über Zuschauereinnahmen. Der Bundesligist* hat angesichts der möglicherweise bevorstehenden Lockerungen bereits eine Vorgehensweise ausgearbeitet.

So meinte Ulrich Wolter, Director Operations bei RB Leipzig, bereits in der vergangenen Woche, „wir haben ein Konzept für Spiele mit Zuschauern für die neue Saison entwickelt und dies mit dem Gesundheitsamt Leipzig diskutiert“. Mit rund der Hälfte der sonst zugelassenen Zuschauer könne man beginnen, wenn es nach dem Gesundheitsamt geht. Dafür darf sich die Pandemielage jedoch nicht negativ entwickeln. Im Falle der Leipziger Red Bull Arena wären 21.000 Personen im Stadion zugelassen.

Bundesliga mit Fans: Zuschauer zu Beginn der nächsten Saison?

Update vom 2. Juli, 12.15 Uhr: Kehren zum Auftakt der Bundesliga-Saison die Fans in die Stadien zurück? Die Wahrscheinlichkeit steigt. Eine DFL -Sonderkommission soll nun die Rahmenbedingungen festlegen. 

Mehr als 1500 Fanklubs hatten sich bereits zur Initiative „Unser Fußball“ zusammengeschlossen, um Druck auf die DFL und den DFB auszuüben.

Bundesliga mit Fans: RB Leipzig als Vorreiter, FC Bayern will mit Konzept nachziehen

Die Bild will erfahren haben, dass der FC Bayern*, Borussia Dortmund, der 1. FC Köln und RB Leipzig mit ihren Plänen für ein Hygienekonzept am weitesten sind. In Leipzig soll das Gesundheitsamt das Konzept des Vereins sogar schon abgesegnet haben. Wenn die Corona-Zahlen* sich bis September positiv entwickeln, dürften im Leipziger Fall wieder 50 Prozent der Fans in die Arena*.

DFL-Chef Christian Seifert legte bereits die Voraussetzung für ein Comeback der Fans fest: Eine „adressenseitige Nachverfolgbarkeit“. In der Praxis könnten dann ausschließlich personalisierte Tickets unter den Dauerkartenbesitzern verlost werden. Ob Gäste-Fans zugelassen werden, ist noch unklar. Noch nicht geklärt ist auch die Verteilung der Kompetenzen: Legen die Vereine selbst oder die DFL die Richtlinien fest?

Bundesliga mit Fans: Erste Rahmenbedingungen bekannt

Als sicher gilt laut der Bild eine Maskenpflicht*. Des weiteren sollen keine Speisen, sondern nur Getränke erlaubt sein. Jeder Fan hat demnach einen festen Sitzplatz, links und rechts von ihm bleiben die Sitze frei. Auch das Fanaufkommen in den öffentlichen Verkehrsmitteln soll wohl verringert werden - stattdessen sollten Fans zu Fuß oder mit dem Fahrrad anreisen. Der Einlass werde mit festen Zeiten für die Fans geregelt.

Erstmeldung vom 1. Juli: Frankfurt am Main - Die Bundesligasaison 2019/20* ist passé und wird coronabedingt gewiss als die ungewöhnlichste Spielzeit der Ligageschichte eingehen. Die Relegation muss zwar noch gespielt werden, doch die Planungen für die neue Saison laufen bereits. Aufgrund der Corona-Pause verschiebt sich der Auftakt und findet nicht wie gewohnt Mitte August statt. Die neue Bundesligasaison* soll am 18. September beginnen - jedoch nicht mit allen Teams.

Bundesliga: Termin für Auftakt fix - aber ohne FC Bayern & Co. 

Es sind nämlich noch nicht alle Vereine in der Sommerpause, fünf Klubs sind noch international vertreten. In der Champions League sind dies der FC Bayern und RB Leipzig. In der Europa League sind Eintracht Frankfurt, Bayer Leverkusen* und der VfL Wolfsburg noch dabei: „Außergewöhnliche Zeiten können zu ungewöhnlichen Entscheidungen führen“, sagte DFL-Boss Christian Seifert: „Wir suchen nach einem für alle gangbaren Weg.“

Und der könnte nach Ansicht des Geschäftsführers der Deutschen Fußball Liga (DFL) den Europacup-Startern nach ihrem heißen Sommer die dringend benötigte Erholungsphase gestatten. Wenn der Ball nämlich wieder rollt, sollen Meister Bayern München* und Co. je nach Abschneiden im Europacup eventuell noch pausieren. Zuvor steht auch noch das Pokalfinale an, wir begleiten die Pressekonferenz vor dem Endspiel im Ticker*.

Bundesliga: Start am 18. September - Seifert fordert „gewisse Flexibilität“

„Die Belastungssteuerung der Spieler darf nicht hintenüberfallen. Wir sind mit den Klubs, die hoffentlich weit kommen, selbstverständlich in engem Austausch“, sagte Seifert, der wegen der Corona-Pandemie und den Auswirkungen auf den Spielplan eine „gewisse Flexibilität“ forderte, im Interview mit der „Welt“.

Der alte Rahmenterminkalender, der die Saisoneröffnung eigentlich am 21. August vorgesehen hatte, gibt den 15. Mai als letzten Spieltag aus. Am Mittwoch schlug die DFL den Klubs unterschiedliche Modelle - auch mit Blick auf die Englischen Wochen - vor und bat um deren Einschätzung. Später als der 15. Mai sollte die Saison allerdings nicht enden, da vor dem Beginn der Europameisterschaft (11. Juni 2021) die Nationalspieler noch eine kurze Pause und die Vorbereitung mit ihren Nationalmannschaften benötigen.

Den Verzicht auf die Winterpause nach englischem Vorbild will Seifert allerdings vermeiden, nur um mehr Spielraum für die Partien zu gewinnen. „Erst recht in dieser Saison mit großen Belastungen wollen wir ein Mindestmaß an Winterpause aufrechterhalten“, sagte der 51-Jährige, der in den zurückliegenden Monaten als Krisenmanager einen Notfallplan für die Beendigung der Saison entworfen hatte und auch künftig kreativ sein muss.

Bundesliga: Termin für Auftakt fix - mit oder ohne Zuschauer?

Das Wann in puncto Auftakt ist also beschlossen. Fraglich bleibt das Wie. Dürfen wieder Zuschauer in die Stadien*? Dass die Spiele über kurz oder lang nicht mehr vor völlig verwaisten Rängen stattfinden werden, hatte am Dienstag (30. Juni) bereits NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) in Aussicht gestellt. Möglich sei das aber nur, „weil die Bundesliga draußen stattfindet und Abstandregelungen eingehalten werden können“, sagte Laschet: „Und wenn es ein Konzept der Liga gibt.“

Traurige Veranstaltung: Der FC Bayern feiert in Wolfsburg die achte Deutsche Meisterschaft in Serie - ohne Fans. 

Wie genau das aussieht, weiß selbst Seifert noch nicht, aber er und seine Mitstreiter befinden schon seit längerer Zeit in Gesprächen mit dem Bundesministerium für Gesundheit. „Am Ende entscheiden die Politik und die Behörden vor Ort“, sagte Seifert. Spiele mit Zuschauern scheinen damit tatsächlich möglich. (as/sid) *tz.de und merkur.de sind Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks

Stefan Effenberg sieht einen großen Nachteil für die Bayern-Profis in der Champions League. Er versetzt sich in die Profis hinein und meint: „Mir wäre das gar nicht recht.“Stefan Effenberg sieht einen großen Nachteil für die Bayern-Profis in der Champions League. Er versetzt sich in die Profis hinein und meint: „Mir wäre das gar nicht recht.“

Rubriklistenbild: © dpa / Kay Nietfeld

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