Finanz-Chaos im Volkspark – Stadionname futsch

Sponsorenflucht: Super-GAU für HSV - Adidas, Emirates und Kühne sind weg

Der Hamburger SV hat den Aufstieg in die 1. Fußball-Bundesliga verpasst und blickt einer ungewissen Zukunft entgegen. Finanzielle Probleme erschweren die Planung von HSV-Sportvorstand Jonas Boldt.

  • Hamburger SV* hat finanzielle Probleme.
  • HSV-Investor Kühne will aussteigen.
  • SponsorEmirates“ macht den Abflug.

Hamburg – Der Hamburger SV hat am Sonntag, 28. Juni 2020 nicht nur eine deftige 1:5-Niederlage gegen den SV Sandhausen* kassiert, sondern damit auch die letzte Chance auf Relegationsplatz drei verspielt. Nun gilt es für HSV-Sportvorstand Jonas Boldt, eine schlagkräftige Truppe für die kommende Saison in Liga zwei zusammenzustellen. Kein leichtes Unterfangen, steigt doch HauptsponsorEmirates“ bei den Hanseaten aus und sorgt damit für finanzielle Probleme. Ähnlich könnte es sich mit Investor Klaus-Michael Kühne verhalten, der einen Abgang in Betracht zieht. Ein Chaos, das sich Trainer Dieter Hecking nicht mehr antun möchte*.

Fußballverein:Hamburger SV
Trainer:Dieter Hecking
Vorsitzender:Marcell Jansen
Gründung:29. September 1887, Hamburg
Vorstand:Jonas Boldt (Sport); Frank Wettstein (Finanzen, Recht & Personal)
Farben:Blau-Weiß-Schwarz

Hamburger SV: Fußball-Zweitligist vor finanziellem Desaster? Adidas und Emirates weg, HSV-Investor Kühne will nachziehen

Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt, ist ein scherzhafter Kommentar, der oftmals ausgesprochen wird, wenn ein Ereignis anders als geplant verläuft. Anders hatten sich die HSV-Verantwortlichen mit Sicherheit den Spielverlauf und damit auch das Endergebnis gegen den SV Sandhausen vorgestellt. Die 1:5-Pleite glich einem spielerischen Offenbarungseid und wird sowohl Präsident Marcell Jansen* als auch Sportvorstand Jonas Boldt gezeigt haben, dass noch viele Stellschrauben gedreht werden müssen, um eine aufstiegsfähige Mannschaft präsentieren zu können.

Adidas weg, Emirats weg, Kühne weg – der HSV krümmt sich vor finanziellen Sorgen am Boden. Wie soll HSV-Sportstand Jonas Boldt ohne Mittel arbeiten? (24hamburg.de-Montage)

Letzterer muss den Kader der Hamburger* dringend verstärken, um den Aufstieg in die 1. Fußball-Bundesliga zumindest im dritten Anlauf zu packen. Doch ist die Frage, mit welchem Etat dieses Vorhaben bewerkstelligt werden soll. Denn HauptsponsorEmirates“ macht einen Abflug. Die Fluggesellschaft aus Dubai zierte seit 14 Jahren die Trikotbrust der HSV-Spieler und hatte ihren Vertrag mit den Hansestädtern erst 2019 um drei Jahre verlängert. Nun macht das Unternehmen Gebrauch von einer Ausstiegsklausel, die besagt, dass ein Ausstieg möglich ist, wenn die Rückkehr ins Fußball-Oberhaus 2020 nicht gelingt.

Da es bei diesem Deal um die Summe von 1,4 Millionen Euro geht, wollen die HSV-Entscheidungsträger noch einmal das Gespräch mit Emirates suchen. Der Ausgang ist offen. Selbiges ist über die Liaison mit Investor Klaus-Michael Kühne zu sagen. Der gebürtige Hamburger hat seit Sommer 2010 zig Millionen in die Rothosen investiert und hielt bis zum Ende der abgelaufenen Saison die Namensrechte am Volksparkstadion. Dies ließ sich der 83-Jährige seit dem Jahr 2015 rund vier Millionen Euro pro Spielzeit kosten.

Nach Informationen der „Bild“-Zeitung könnte die „Kooperation“ zwischen Kühne und dem Hamburger SV ein jähes Ende finden. Der Investor plane einen Komplett-Ausstieg und würde im Zuge dessen seine Anteile an der „HSV Fußball AG“, Aktiengesellschaft mit Sitz in Hamburg, in Höhe von 20,57 Prozent verkaufen. Droht dem Verein von der Elbe* gar der finanzielle Super-GAU? Denn auch das Verhältnis mit Ausrüster Adidas ist passé. Dies wurde bereits vor dem 34. Spieltag in Liga zwei kommuniziert.

Hamburger SV: Viele Fragezeichen beim Zweitligisten - Spieler-Etat vom HSV wird reduziert, Coronavirus-Sars-CoV-2 als Genickbruch?

Die Folgen für den Hamburger SV könnten eklatant groß werden. Als Resultat der Abgänge von Adidas und Emirates soll der Spieler-Etat für die Saison 2020/2021 im Unterhaus des Deutschen Fußballs drastisch sinken. Die Rede ist von nur noch 23 Millionen Euro, mit den Boldt planen kann. Zuvor standen ihm 30 Millionen Euro zur Verfügung. Zum Vergleich: Zweitliga-Meister Arminia Bielefeld, der dem HSV mit einem 3:0-Sieg gegen Heidenheim eine Steilvorlage zugespielt hatte, plant in Liga eins mit einem Etat von 25 Millionen Euro.

Ist gefordert: HSV-Sportstand Jonas Boldt soll eine konkurrenzfähige Truppe zusammenstellen, wird aber weniger Geld als bisher zur Verfügung haben. (Archivbild)

Auch Zuschüsse von Investor Kühne würden wegfallen, wenn dieser nach zehn intensiven Jahren bei den Hamburgern aussteigt. Finanzvorstand Frank Wettstein hatte noch Anfang Juni verkündet*, dass die Hamburger auch weitere Saisons in der so ungeliebten 2. Liga überstehen würden. Darüber weiß 24hamburg.de-HSV in aller Ausführlichkeit zu berichten. In seinen Planungen wurde jedoch weder das Coronavirus-Sars-CoV-2* noch der Verlust vom Hauptsponsor berücksichtigt.

Dementsprechend herrscht viel Unklarheit bei den Rothosen. Der neue HSV-Trainer Daniel Thioune* hat eine Herkules-Aufgabe vor sich. Aus einem noch längst nicht klar definierten Kader muss er eine Einheit formen, die nicht noch in den letzten Minuten einer Partie einbricht, wie es beispielsweise beim fulminanten 3:3-Remis gegen Holstein Kiel* passiert ist. Ein Pfeiler dieser neuen Mannschaft soll Moritz Heyer werden*, ein ehemaliger Spieler von Daniel Thioune vom VfL Osnabrück. Auch Niklas Dorsch vom 1. FC Heidenheim steht auf der Wunschliste*.

Zudem muss der HSV-Coach, ob er nun Hecking, Walter oder ganz anders heißt, seiner Mannschaft den Rücken stärken und verbale Störfeuer von außen nicht in die Kabine eindringen lassen. Öffentliche Schelten wie von HSV-Ikone Magath*, dem der Aufstieg der Hamburger egal gewesen wäre, dürfen ein zuletzt stark verunsichert wirkendes Team nicht irritieren. Alternativlos wird es sein, junge, noch entwicklungsfähige Spieler zu verkaufen, um wirtschaftlich weiter mithalten zu können. Ob gar die goldene Generation* dran glauben muss?

Hamburger SV: Knipser Pohjanpalo und Mittelfeld-Motor Fein gehen - HSV muss nachlegen

Von einigen Kickern wird sich der Hamburger SV definitiv trennen müssen. Denn am Dienstag, 30. Juni laufen die Verträge prominenter Leihspieler aus. Während Martin Harnik zurück zu Werder Bremen* muss, die sich ihrerseits intensiv auf die Relegation gegen Heidenheim vorbereiten*, will Mittelfeld-Motor Adrian Fein* zukünftig für die erste Mannschaft von Rekordmeister Bayern München* auflaufen.

Schmerzen wird auch der Verlust vom finnischen Tor-Garanten Joel Pohjanpalo* bereiten. Der von Bayer Leverkusen ausgeliehene Knipser ist den Rothosen zu teuer. Dabei war es nicht zuletzt dem 25-Jährigen und seinen neun Treffern in 14 Rückrundenspielen zu verdanken, dass die Hamburger bis zum Schluss oben mitgespielt haben. Vom sportlichen Niedergang könnte jetzt vor allem Werder Bremen lernen*.

Doch das sollte schnell abgehakt werden, um die Köpfe freizubekommen und unbelastet in die neue Spielzeit starten zu können. Auf der Hut sollte der HSV aber auch sein. Wie 24hamburg.de-HSV schildert, gibt es genug Beispiele von Traditionsvereinen, die längst der Musik hinterherlaufen*. Einstige Bundesliga-Größen wie Kaiserslautern oder der TSV 1860 München finden sich mittlerweile nur noch in der Drittklassigkeit wieder und kämpfen ums (finanzielle) Überleben.

So weit ist es bei den Hamburgern natürlich nicht. Aber müssen tunlichst Geldquellen aufgetan werden, welche die Rothosen wirtschaftlich absichern und dabei helfen, einen Kader zusammenzustellen, der die dritte Zweitliga-Spielzeit des HSVs zur vorerst letzten macht. * 24hamburg.de, deichstube.de, merkur.de und nordbuzz.de sind Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerkes.

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