Remis nach Zwei-Tore-Führung

HSV: Aua in Aue – Thioune-Elf erst dominant, dann dämlich

  • Jan Knötzsch
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Der HSV sah im Erzgebirge schon wie der sichere Sieger aus. Das Team führte 3:1, um am Ende nur 3:3 zu spielen. Der Stachel beim Tabellenführer sitzt tief.

  • Der Hamburger SV* verspielt auswärts in Aue eine sichere Führung.
  • Trainer Daniel Thioune* ist nach dem Spiel im Erzgebirgstadion unzufrieden.
  • HSV-Torjäger Simon Terodde* blickt dennoch optimistisch in die Zukunft.

Hamburg – Der Blick auf die Anzeigetafel im Erzgebirgstadion des FC Erzgebirge Aue dürfte Daniel Thioune am Freitagabend nicht gefallen haben. Der Trainer des Hamburger SV sah dort ein 3:3 stehen. Ein Punkt für den HSV im Auswärtsspiel – zu wenig, wenn man sich den Verlauf des Spiels in Sachsen ansieht. Denn: Die Thioune-Truppe führte bereits mit 3:1, war 45 Minuten lang dominant, ehe sie dämlich noch den „Dreier“ aus der Hand gab.

Fußballverein:Hamburger SV
Gegründet:29. September 1887
Stadion:Volksparkstadion
Kapazität:57.000 Plätze
Ligazugehörigkeit:2. Fußball-Bundesliga
Trainer:Daniel Thioune

HSV-Trainer Daniel Thioune trauert dem möglichen 4:1 durch Aaron Hunt nach

Entsprechend machte sich bei Daniel Thioune der Frust breit. „Wir haben in der ersten Hälfte die Witterungsbedingungen angenommen und den Gegner ziemlich dominiert. Wenn man das Spiel dann in der zweiten Halbzeit wieder abgibt, kann man schon sehr unzufrieden sein“, bilanzierte der 46-Jährige und ärgerte sich über eine Szene aus der 41. Minute: „Es sind Kleinigkeiten. Der Pfostenschuss von Aaron Hunt* wäre das 4:1 gewesen.“

Bittere Blicke: HSV-Trainer Daniel Thioune (li.) und Stürmer Simon Terodde können mit dem 3:3-Remis in Aue nicht zufrieden sein. (24hamburg.de-Montage)

War es aber nicht und so mussten die Rothosen mitansehen, wie das Spiel nach den HSV-Treffern durch Simon Terodde (13., 30.) und David Kinsombi* (21.) und dem Auer Gegentreffer durch Jan Hochscheidt (26.) nach dem Seitenwechsel in eine ganz andere Richtung kippte, als es dem Zweitligisten aus Hamburg* lieb war. Clemens Fandrich (50.) und Florian Krüger (61.) sorgten schließlich für den zahlenmäßigen Gleichstand und dafür, dass der HSV eben nur diesen einen Zähler mit aus dem Erzgebirge an die Elbe* nehmen konnte.

HSV: Mit Gideon Jung in der Innenverteidigung – die Siegesserie des Leistner-Ersatz reißt

„Es ist natürlich ärgerlich, wenn man 2:0 und 3:1 führt, dass man nicht drei Punkte mit nach Hause nimmt“, sagte Moritz Heyer, der als „Sechser“ auflief, nach der Partie. Weil er Heyer im defensiven Mittelfeld einsetzte, beförderte HSV-Trainer Daniel Thioune als Ersatz für den verletzten Toni Leistner, der dem HSV wochenlang fehlen wird*, Gideon Jung in die Innenverteidigung. Eigentlich hätte bereits mit diesem Schachzug nichts mehr schiefgehen können: Alle zwölf Spiele, in denen Jung bis zur Aue-Partie für den HSV in der aktuellen Spielzeit auflief, gewann das Thioune-Team.

Nun klappte dies erstmals nicht. Weil dem HSV die Genauigkeit fehlte, wie David Kinsombi der Hamburger Morgenpost erklärte. „Wir hätten das sauberer spielen und uns besser aus dem Pressing lösen müssen. So laden wir den Gegner unnötig zu Torchancen ein“, befand der Mittelfeldspieler und fügte hinzu: „Vor der Halbzeit haben wir es zwar verpasst, das entscheidende Tor zu machen und die Null stehenzulassen, aber über eine 3:1-Führung zur Halbzeit kann man sich nicht beschweren.“ Nach dem Seitenwechsel habe Aue dann, so Kinsombi, „besser gespielt.“

David Kinsombi und Simon Terodde schauen trotz Remis optimistisch in HSV-Zukunft

Ähnlich sah es auch Simon Terodde. Der Angreifer schraubte mit zwei weiteren Treffern zwar sein Torkonto auf nunmehr 19 Einschläge im gegnerischen Netz hoch, konnte aber auch nicht verhindern, dass die Leistungskurve der Rothosen nach dem Pausentee nach unten zeigte. „Die erste Halbzeit war richtig gut von uns, die zweite richtig schlecht“, brachte es der Top-Torjäger auf den Punkt und dachte nach dem Match ähnlich wie Trainer Thioune: „Wir können das 4:1 machen, im Gegenzug kriegen wir das 3:2. Nach der starken ersten Hälfte ist das Ergebnis schon sehr enttäuschend.“

„Die entscheidenden Spiele kommen zwischen dem 25. und 30. Spieltag – dann müssen wir da sein“

HSV-Torjäger Simon Terodde, der in Aue doppelt traf

Im zweiten Durchgang „haben wir viele 50:50-Bälle verloren. Aue schießt viermal aufs Tor und macht drei Tore. Wir haben es nicht mehr geschafft, ordentlich nach vorne zu spielen“, so der Torjäger. Doch weder Kinsombi noch Terodde stecken nach dem Remis den Kopf in den Sand. „Wir gehen jetzt mit zehn ungeschlagenen Spielen ins nächste Wochenende“, suchte Kinsombi das Positive am Remis, während Terodde feststellte: „Mit dem 3:3 müssen wir jetzt leben. Die entscheidenden Spiele kommen zwischen dem 25. und 30. Spieltag – dann müssen wir da sein. Den Punkt nehmen wir auswärts mit. Wir gewinnen dann zu Hause wieder – dann ist das in Ordnung.“ *24hamburg.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

Rubriklistenbild: © Noah Wedel/imago images & EIbner/imago images & Marius Becker/dpa/picture alliance

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