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FCB auf der Wiesn: „Übel gelaunter“ Kahn knöpft sich Bayern-Stars vor

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Von: Marius Epp

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Beim FC Bayern hat nach vier sieglosen Spielen in der Bundesliga niemand Lust zu feiern. Doch um den Wiesn-Besuch kommen die Stars nicht herum.

Update vom 18. September, 13.32 Uhr: Die ersten Bilder des FC Bayern auf der Wiesn sind da! Der Oktoberfest-Besuch des FC Bayern lief unterkühlt ab, die Niederlage steckte allen noch tief in den Knochen.

Auch Vorstandsboss Oliver Kahn war mit seiner Frau natürlich vor Ort. Er äußerte sich zur aktuellen Situation: „Wenn wir nicht Tabellenführer sind, ist die Situation immer prekär. Wir erarbeiten uns eine Fülle von Möglichkeiten, aber machen viel zu wenig Tore daraus. Immer wieder fehlt es an letzter Konsequenz und an der nötigen Konzentration“, kritisierte er. „Dem müssen wir auf den Grund gehen.“

Oliver Kahn mit Ehefrau Svenja auf der Wiesn
Warten auf die Fotografen: Vorstandsboss Oliver Kahn und seine Ehefrau Svenja sind versorgt. © Jacob Alschner

Der Bayern-Boss weiter: „Wir haben jetzt 14 Tage Pause, da werden wir uns alles mal in Ruhe anschauen, analysieren und viele Gespräche führen. Wir haben alle Voraussetzungen, einen exzellenten Kader. Gegen Leverkusen werden wir voll angreifen.“

Oliver Kahn nimmt sich die Bayern-Spieler zur Brust: Rückendeckung für Nagelsmann

Trainer Julian Nagelsmann sprach er ausdrücklich das Vertrauen aus: „Dass er sich Gedanken um die Situation macht, ist ja vollkommen klar. Wir haben vier Spiele in Folge nicht gewonnen. Wir sind alle unzufrieden und übel gelaunt. Wir beschäftigen uns nicht mit irgendwelchen Personalien oder anderen Trainern. Wir sind von Julian total überzeugt“, unterstrich Kahn und nahm vielmehr die Spieler in die Pflicht.

„Außer unseren eigenen Fans gibt es da draußen niemanden, der uns nochmal einen Meistertitel gönnen wird. Die anderen Mannschaften bringen gegen den FC Bayern jedes Mal 120 Prozent. Am Anfang der Saison ging alles locker und leicht. Vielleicht hat sich bei dem ein oder anderen der Glaube eingenistet, man könnte die Bundesliga mal nebenbei machen, aber das ist nicht der Fall. Ich bin aber davon überzeugt, dass wir wieder in die Erfolgsspur zurückfinden werden“, unterstrich Kahn.

Erste Nagelsmann-Maßnahme nach Bayern-Pleite: Trainer um 8 Uhr schon an der Säbener Straße

Update vom 18. September, 11.51 Uhr: Julian Nagelsmann will offenbar keine Zeit verlieren, die Niederlage gegen Augsburg mit seinen Spielern aufzuarbeiten. Wie Bild und Sport1 übereinstimmend berichten, plant der Coach schon am Sonntagmorgen seine erste Krisen-Maßnahme.

Nagelsmann will noch am Sonntag möglichst viele Einzelgespräche mit den Spielern führen. Den Berichten zufolge erschien der Trainer schon um kurz nach 8 Uhr an der Säbener Straße, der Rest der Spieler trudelte gegen 9 Uhr ein. Viel Zeit hat Nagelsmann nicht, denn am frühen Nachmittag steht schon der Wiesn-Besuch an, danach fahren die Spieler zu ihren Nationalteams.

Julian Nagelsmann erlebt seine erste echte Bayern-Krise.
Julian Nagelsmann erlebt seine erste echte Bayern-Krise. © IMAGO/AFP

Die Lust auf seinen ersten Wiesn-Besuch als Bayern-Trainer ist ihm sowieso vergangen. „Wenn die Mannschaft hingeht, dann muss ich mit“, grummelte der 35-Jährige nach dem Stimmungsdämpfer bei der Pleite in Augsburg. Sinn mache der erste Oktoberfestbesuch des FC Bayern seit 2019 seiner Meinung nach nicht, „das werde ich auch dem Club mitteilen“, sagte er.

Er wisse zwar nicht, welche vertraglichen Verpflichtungen es gebe und über politische Themen wolle er sich nicht äußern. Aber: „Grundsätzlich habe ich keine Lust.“

FC Bayern „katastrophal“: Oktoberfest-Besuch kommt zur Unzeit

Erstmeldung vom 18. September: München - Drei Punkte aus vier Spielen, die erste Saisonniederlage gegen den FC Augsburg, der schlechteste Saisonstart seit 12 Jahren - beim FC Bayern brodelt es gewaltig. Die Stimmung schlägt um, das hohe Risiko im Transfer-Sommer scheint nun bestraft zu werden.

Thomas Müller spricht von einem „katastrophalen Trend“, Julian Nagelsmann kündigt an, vieles infrage zu stellen - auch seine eigene Person. Der Frust bei den Münchnern sitzt tief. Ausgerechnet am Tag nach der Augsburg-Pleite steht beim FC Bayern ein Termin im Kalender, für den es kaum einen ungünstigeren Zeitpunkt gibt: Der traditionelle Wiesn-Besuch.

Wiesn-Besuch nach Augsburg-Pleite: FC Bayern nicht in Feierlaune

Wohl oder übel heißt es also: Rein in die Tracht, Partnerin einpacken, für Fotos posieren und gute Miene zum bösen Spiel machen. Sportvorstand Hasan Salihamidzic machte keinen Hehl daraus, dass er den Oktoberfest-Besuch am liebsten schwänzen würde. Die Wiesn-Mass mache ihm „jetzt keinen Bock, muss ich ehrlich sagen. Nach drei Punkten aus vier Spielen weiß ich nicht, ob mir die Mass morgen schmeckt.“

Unschwer zu erkennen: Die Stimmung beim FC Bayern ist im Keller.
Unschwer zu erkennen: Die Stimmung beim FC Bayern ist im Keller. © IMAGO/Philippe Ruiz

Mit einem schlechten Gefühl im Gepäck geht es danach auch noch zur Nationalmannschaft. Die meisten werden es kennen: Einen Fehler bügelt man am liebsten so schnell wie möglich aus. Stattdessen hat Nagelsmann jetzt „viel Zeit“, sich zu hinterfragen. „Ich mache mir meine Gedanken und entscheide dann, wie es weitergeht“, sagte er nachdenklich und niedergeschlagen zugleich.

FC Bayern: Thomas Müller lässt „die Wiesn gerne die Wiesn sein“

„Ich lasse die Wiesn gerne die Wiesn sein“, zischte ein lustloser Thomas Müller. Um danach anzufügen: „Wir werden natürlich hingehen.“ Nichts anderes bleibt ihm übrig - der Wiesn-Besuch ist beim FC Bayern eines der wichtigsten Marketing-Events des Jahres.

Wer weiß: Vielleicht gibt es im Käfer-Festzelt dann sogar eine echte Mass Bier zur Bewältigung der sportlichen Krise. Wir begleiten den Wiesn-Tag der Bayern-Stars hier im Live-Ticker. (epp/dpa)

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