Kuntz äußert seinen Frust

Peinlich-Pleite für den DFB - Olympia-Blamage schon vor dem ersten Spiel

  • Antonio José Riether
    VonAntonio José Riether
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Eine Woche vor dem Start des Fußballturniers bei den Olympischen Spielen äußert Stefan Kuntz seinen Unmut. Mit lediglich 15 Feldspielern reist sein Team nach Tokio.

Tokio - Im August 2016 sah die Fußball-Welt noch gespannt auf das Endspiel des Olympischen Fußballturniers zwischen Brasilien und Deutschland. Ob es mit dem Finale für das deutsche Olympia-Fußball-Team* bei den diesjährigen Sommerspielen in Tokio* klappt, ist angesichts der suboptimalen Zusammenstellung fraglich. Während Nationen wie Brasilien und Spanien mit Top-Stars nach Japan flogen, muss U21-Trainer Stefan Kuntz mit einem Rumpfkader antreten. Vor der Abreise machte er seinem Ärger Luft.

Olympia 2021: Kuntz äußert Enttäuschung über Olympia-Kader - Trainer kritisiert die Vereine

Eine Absage nach der nächsten habe er für das besondere Turnier bekommen, neben diesem Umstand ließ auch die Unterstützung der Vereine für das DFB*-Olympiateam nach. Am Dienstag reiste der 58-Jährige mit einem 18-Mann-Kader nach Tokio, dabei wären 22 Spieler pro Mannschaft vorgesehen.

„Wir mussten eine 100er-Liste erstellen - und nur von dieser dürfen wir nachnominieren“, meinte Kuntz bei der letzten Trainingseinheit vor dem Langstreckenflug. „Wir haben jeden Spieler auf dieser Liste abtelefoniert oder mit den Vereinen gesprochen, und diese 18 sind übrig geblieben“, äußerte er enttäuscht. Zwar hätte er Hilfe von einigen Vereinen erhalten, einige hielten jedoch „mit der Unterstützung hinter dem Berg“.

Olympia 2021: Kuntz nominiert immerhin zwei Spieler nach - Mini-Kader „kein optimales Zeichen vom Fußball“

Der Saarländer musste zuletzt die Absagen von Monaco-Neuzugang Ismail Jakobs sowie Niklas Dorsch verkraften, die kürzlich den Verein wechselten und die Sommervorbereitung bei ihren neuen Klubs bevorzugen. Für Neu-Augsburger Dorsch und den verletzten HSV-Verteidiger Josha Vagnoman konnte Kuntz immerhin zwei Spieler nachnominieren. So reisten Ragnar Ache von Eintracht Frankfurt sowie der Freiburger Keven Schlotterbeck nach. Für die restlichen Absagen fand sich kein adäquater Ersatz.

„Ich glaube, dass keine Sportart nicht alle Kaderplätze besetzt. Ich finde, das ist kein optimales Zeichen vom Fußball - bei allem Verständnis“, klagte der zweifache U21-Europameister*. Zudem äußerte er den Vorwurf, dass „der eine oder andere Spieler“ aus „egoistischen Interessen“ nicht mitfahren wolle. „Damit ist aber auch gut mit der Beklagerei. Sonst werden wir den Jungs nicht gerecht, die voller Freude für Olympia brennen“, meinte Kuntz und blickt nun mit Vorfreude auf das Turnier, bei dem das „erste Ziel“ das Viertelfinale sei.

Olympia 2021: Gegner Brasilien und Elfenbeinküste reisen mit Stars an - DFB-Team will ins Viertelfinale

Mit lediglich 15 Feldspielern muss Kuntz nun die Mission Olympia angehen, im ersten Spiel am 22. Juli wartet bereits die brasilianische Mannschaft. Die Olympia-Auswahl der Selecao liest sich nicht schlecht, auch die Bundesliga-Stars Matheus Cunha von Hertha BSC, Leverkusens Paulinho und BVB*-Juwel Reinier sind mit dabei. Mit Everton-Stürmer Richarlison ist zudem ein echter Kracher mit im Aufgebot, der 38-jährige Dani Alves sorgt für die nötige Erfahrung im Team.

Der wohl erfahrenste im Olympia-Team des DFB ist Union-Stürmer Max Kruse*, der die Nominierung als „eine Ehre“ bezeichnet. Das Turnier sei „alles andere als Routine. Da kommt noch ein bisschen der kleine Junge in mir raus“, so der 33-jährige.

In Gruppe D* trifft das deutsche Team auf Brasilien, Saudi Arabien und die Elfenbeinküste. Auch die Westafrikaner treten mit namhaften Stars an, darunter Eric Bailly und Amad Diallo von Manchester United oder Franck Kessié vom AC Mailand. Das Erreichen des Viertelfinales wäre also eine echte Hürde. (ajr) *tz.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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