27. Spieltag

Schalke gewinnt Krisenduell, Hannover weiter mit Doll

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Erzielte das Tor des Tages: Schalkes Suat Serdar. Foto: Peter Steffen

Letzte Chance für Hannover oder Befreiungsschlag für Schalke? Das Krisenduell der Bundesliga hatte es in sich. Am Ende gewann Schalke, obwohl Hannover besser war. Im Pokal soll jetzt sogar noch ein Happy End für diese völlig verkorkste Saison her.

Hannover (dpa) - Die große Schalker Erleichterung hatte am Ende einen Namen: "Nübel, Nübel", riefen tausende mitgereister S04-Fans nach dem glücklichen 1:0 (1:0)-Sieg bei Hannover 96.

Der FC Schalke 04 gewann dieses Krisenduell, weil Suat Serdar in der 39. Minute eine der ganz wenigen eigenen Chancen nutzte und Keeper Alexander Nübel auf der anderen Seite gleich mehrere Tore des Tabellenletzten verhinderte. Und so reichte nach zuvor sechs Niederlagen am Stück schon eine starke Torwartleistung, um die Gefühlslage rund um diesen besonders emotionalen Verein komplett zu drehen: Vor diesem Spiel ging bei den Schalkern die Abstiegsangst um. Jetzt träumen die ersten schon wieder von einem Titel. Denn am Mittwochabend (20.45 Uhr/ARD) geht es im DFB-Pokal-Viertelfinale zu Hause gegen Werder Bremen.

"Wir können es!", sagte der Torschütze Serdar. "Wir haben das in dieser Saison zwar nicht so oft bewiesen. Aber auf diesem Spiel können wir aufbauen." Selbst im Pokal gegen die aktuell so starken Bremer sei jetzt "alles möglich". Und was sagte er zu Nübel? "Ein Weltklasse-Torhüter!", meinte auch der 21-jährige Mittelfeldspieler.

Nübel selbst war vor allem "erleichtert. Endlich haben wir mal wieder positive Gedanken", meinte er. Genau das hatte sich der Gegner aus Hannover von diesem Spiel auch versprochen, aber der Tabellenletzte verspielte vor 44.500 Zuschauern wohl seine letzte Chance im Abstiegskampf. Neun Niederlagen in zehn Rückrunden-Spielen lautet jetzt die Horror-Bilanz des neuen Jahres. Vor allem die wichtigen direkten Duelle mit den Tabellennachbarn VfB Stuttgart, FC Augsburg und jetzt Schalke 04 gingen in diesem Monat alle verloren.

"Das war eine couragierte Leistung von uns. Aber irgendwann musst du auch mal ein Fußballspiel gewinnen", sagte Trainer Thomas Doll. "Es ist bitter, dass es in den letzten drei Spielen einen Aufwärtstrend gab, wir dabei aber für gar nichts belohnt wurden."

Immerhin darf der 52-Jährige zumindest vorerst weiter 96-Trainer bleiben. Das bestätigte Geschäftsführer und Gesellschafter Martin Kind am Sonntag noch im Stadion. Auf die Frage, ob Doll auch am nächsten Samstag im Niedersachsen-Derby beim VfL Wolfsburg auf der Bank des Tabellenletzten sitze, antwortete Kind: "Ja!"

Auch Manager Horst Heldt sprach sich gegen eine Trennung von dem erst im Januar verpflichteten Bundesliga-Rückkehrer aus. "Ich kann für mich ausschließen, dass wir einen Trainerwechsel vornehmen. Das macht für mich keinen Sinn", sagte er. Allerdings fällt eine solche Entscheidung in der ausgegliederten Profifußball-Gesellschaft der 96er allein Kind und nicht Heldt. Medienberichten zufolge wollen die Niedersachsen spätestens im Falle eines Abstiegs die kommende Saison mit einem neuen Trainer und einem neuen Sportchef angehen.

Dass sich dieser Abstieg in den letzten sieben Saisonspielen noch vermeiden lässt, glauben in Hannover nur noch die verwegensten Optimisten. "Solange es rechnerisch möglich ist, haben wir eine Verpflichtung gegenüber dem Verein und den Fans, alles dafür zu tun", sagte Torwart Michael Esser. "Es wird aber nicht einfacher."

Am Sonntag hätte Hannover bis auf sechs Punkte an die Schalker herankommen können - wenn Hendrik Weydandt (19.), Florent Muslija (75.) und Nicolai Müller (77.) ihre Chancen genutzt hätten. Zweimal stand Nübel dabei im Weg, Muslija traf nur die Latte. Schalke war in der gegnerischen Hälfte nur selten zu sehen in diesem Spiel. "Das war ein hartumkämpfter Sieg mit einem Quäntchen Glück", sagte Trainer Huub Stevens über den ersten Erfolg nach seiner Rückkehr. "Leichtigkeit kannst du in so einer Situation nicht erwarten."

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Der Teamvergleich

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