Kohfeldt zeigt es seinen Kritikern

Rune Bratseth rudert nach Kritik an Werder-Coach Florian Kohfeldt zurück: „Es war falsch, zu sagen, dass der Trainer gehen muss“

+
Cheftrainer Florian Kohfeldt hat mit Werder Bremen sieben Punkte aus den letzten drei Bundesliga-Spielen geholt und der Trainerdiskussion damit vorerst den Wind aus den Segeln genommen.

Bremen – Rune Bratseth hatte sich öffentlich für eine Trennung von Florian Kohfeldt ausgesprochen. Jetzt ist die Vereinslegende des SV Werder Bremen zurückgerudert – die Forderung nach einem Trainerwechsel sei rückblickend falsch gewesen.

  • Ex-Profis kritisieren den Trainer des SV Werder Bremen scharf
  • Florian Kohfeldt wehrt sich - und zeigt es seinen Kritikern
  • Rune Brathseth nimmt seine öffentliche Kritik zurück

„Das sollte sein letztes Spiel gewesen sein“, hatte Rune Bratseth im norwegischen Fernsehen nach der 1:4-Pleite des SV Werder Bremen gegen Bayer Leverkusen gesagt und später im „kicker“ erklärt: „Ich will mich nicht in die Vereinspolitik einmischen, aber ich glaube nicht, dass in dieser Konstellation noch eine Wende möglich sein wird.“  Bratseth hatte mit seinen Aussagen die öffentliche Kritik an Florian Kohfeldt zusätzlich befeuert, der Werder-Trainer formulierte in der Folge die Kampfansage „Ich werden es trotzdem allen zeigen“ - und lieferte: Sieben Punkte aus den letzten drei Spielen haben die Bremer seither geholt.

Werder Bremen: Rune Bratseth setzt wieder Hoffnung in Florian Kohfeldt

Eine Werder-Trendwende, die wohl auch Rune Bratseth zum Umdenken bewogen hat. „Ich betrachte das aus weiter Entfernung. Ich gucke das Spiel im Studio und kritisiere das, was ich sehe. Es war falsch, zu sagen, dass der Trainer gehen muss“, sagte Bratseth am Sonntag im „NDR-Sportclub“. Der Ex-Profi des SV Werder Bremen weiter: „Ich bin selbst zu dem Schluss gekommen, dass das nicht richtig war. Ich kann aus der Ferne schlecht beurteilen, wie der Trainer mit der Mannschaft arbeitet und wie das Verhältnis zur Vereinsführung ist. Ich bin da kein Experte oder Richter, der sagen kann, dass der Trainer weg muss. Ich sehe ja nur das Ergebnis.“

Rune Bratseth absolvierte zwischen 1987 und 1994 319 Pflichtspiele für Grün-Weiß, der Verteidiger aus Norwegen wurde mit Werder Bremen zweimal Deutscher Meister, zweimal DFB-Pokalsieger und gewann den Europapokal der Pokalsieger.  Auch heute noch verfolgt der 59-Jährige die Auftritte seines Ex-Clubs aufmerksam und sieht - nicht zuletzt auch wegen des Restprogramms - nun offenbar wieder eine Perspektive für Werder im Abstiegskampf. „Die drei Spiele geben Hoffnung. Es wäre ganz schlimm, wenn wir absteigen würden“, so Bratseth im „NDR-Sportclub“. (tst)

Letzte Meldung vom 23. Mai 2020:

Werder Bremen-Trainer Florian Kohfeldt zeigt es seinen Kritikern, kann es aber nicht genießen

Plötzlich war er weg. Florian Kohfeldt hatte nach dem Schlusspfiff sofort die Flucht ergriffen. Der Cheftrainer von Werder Bremen wollte den so wichtigen 1:0 (1:0)-Sieg im Geisterspiel gegen den SC Freiburg nicht auf dem Platz feiern.

Auch später in der Video-Pressekonferenz gab es keinen euphorischen Florian Kohfeldt, der dieses Lebenszeichen des SV Werder Bremen im Abstiegskampf mit einem Strahlen im Gesicht garnierte. Dabei hätte er allen Grund dazu gehabt, denn der 37-Jährige hatte es allen gezeigt – vor allem seinen Kritikern. Doch gleich aus mehreren Gründen wollte und konnte Kohfeldt diesen Moment nicht vor den Augen der Öffentlichkeit genießen.

Zu allererst aus „Selbstschutz“, wie er mit Hinweis auf die Corona-Pandemie sagte: „Ich hätte nach dem Abpfiff gerne den einen oder anderen Spieler in den Arm genommen, aber das darf ich aktuell ja nicht. Wir sind weiter in einer Ausnahmesituation. Deshalb bin ich reingegangen, habe mich auf meinen Stuhl gesetzt und habe mich dort gefreut.“ Aber auch nicht mehr. 

Werder Bremen: Es geht nicht um Frank Baumann und Florian Kohfeldt, sondern um den Klassenerhalt

Denn von einer persönlichen Genugtuung nach der Kritik in den Medien – vor allem von Werder-Legenden wie Rune Bratseth und Dieter Burdenski – wollte der Coach des SV Werder Bremen partout nichts wissen. „Es geht nicht um mich“, bekräftigte Florian Kohfeldt und nahm den ebenfalls in die Kritik geratenen Sportchef Frank Baumann gleich mit ins Boot: „Es geht auch nicht um Frank. Es geht nur darum, dass wir alles tun, um den Verein in der Liga zu halten.“

Die Bremer 1:4-Heimpleite zum Re-Start der Bundesliga hatte allerdings die Zweifel genährt, dass Kohfeldt mit seiner Mannschaft den Klassenerhalt noch schaffen kann. „Gefühlt waren wir seit Montag weg in der öffentlichen Wahrnehmung“, gestand der Coach: „Aber wir wollten es nicht über uns ergehen lassen. Die Jungs haben gezeigt, dass wir in der Liga bleiben wollen.“

Werder Bremen: Florian Kohfeldts Kampfansage trägt Früchte

Kein Wunder, er hatte ihnen in seiner denkwürdigen Pressekonferenz am Freitag auch die Pistole auf die Brust gesetzt, quasi die berühmte letzte Patrone eines Trainers ins Magazin gesteckt, um das eigene Aus zu verhindern. Wenn sie, die Spieler, ihm jetzt nicht folgen und alles geben würden, dann müssten sie eben ohne ihn klarkommen, so die naheliegende Interpretation. 

Und wer Kohfeldt kennt, der weiß, dass er solche Momente plant. Und wer den Biss der Spieler im Schwarzwaldstadion sah, der wusste sofort: Kohfeldts Auftritt hatte Wirkung gezeigt. Nur wollte er diese Folge nicht für sich reklamieren. „Ich glaube nicht, dass meine Pressekonferenz irgendetwas mit dem Auftritt heute zu tun hat“, sagte Kohfeldt und merkte noch süffisant an: „Wir analysieren auf den Spielersitzungen ja nicht meine Pressekonferenzen. Wir analysieren Fußball.“

Werder Bremen: Emotionalität „muss die Basis für die nächsten Wochen sein“

Und dabei ging es dem Trainer vor allem um eines: „den Kampfmodus“. Die Spieler hätten diesmal vor der Partie nicht nur davon gesprochen, sondern auch Taten folgen lassen. „Das waren nicht 99, das waren 101 Prozent Emotionen. Das muss die Basis für die nächsten Wochen sein“, forderte Kohfeldt und wünschte sich, dass es auch fußballerisch noch besser wird.

Die erste halbe Stunde gilt da als Schablone. Werder hielt dem Anfangsdruck des Tabellensiebten gut Stand, ohne wie gegen Leverkusen die Bälle nur rauszudreschen. Werder Bremen wollte selbst aktiv werden, so wie in der 19. Minute: Marco Friedl erkämpfte den Ball, Davy Klaassen bediente mit einem Zuckerpass Leonardo Bittencourt, der wiederum eiskalt vollstreckte. Danach bestimmten die Gäste sogar die Partie, bis Mittelfeldmann Kevin Vogt verletzungsbedingt runter musste.

Werder Bremen gewinnt Spiel beim SC Freiburg über „Kampfmodus“

Ab diesem Zeitpunkt war es vor allem viel Kampf, mit dem die Bremer die knappe Führung ins Ziel retteten. Und alle, wirklich alle machten mit. Florian Kohfeldt schrie sich die Seele aus dem Leib, half verbal bei fast jeder Aktion mit. Die in der Coronakrise auf die Tribüne verlegte Ersatzbank wurde zur Ostkurve, so lautstark fieberten die aus- und nicht eingewechselten Spieler sowie der ganze Betreuerstab inklusive Arzt mit. Und sie wären wahrscheinlich in Tränen ausgebrochen, hätte der Video-Assistent den Freiburger Ausgleich kurz vor Schluss nicht zurückgenommen. Dieses Tor wäre so bezeichnend für diese Pleiten-Pech-und-Pannen-Saison gewesen.

„Die Erleichterung ist schon sehr groß“, gestand Kohfeldt nach dem Abpfiff und erklärte: „Es ist einfach etwas anderes, wenn du die Punkte zum Überleben brauchst, als wenn du im gesicherten Mittelfeld stehst.“ Da es nur der „erste Schritt“ zum Klassenerhalt gewesen sei, fiel die Freude aber eher spärlich aus. Und die nächste Aufgabe lässt eben auch nicht lange auf sich warten. Schon am Dienstag kommt Borussia Mönchengladbach zu Werder Bremen ins Weserstadion – und gegen den Champions-League-Anwärter braucht es wieder diesen neu entfachten Kampfmodus – ein Kampfmodus made by Florian Kohfeldt. (kni)

Zur letzten Meldung vom 21. Mai 2020:

Jetzt schießt Florian Kohfeldt zurück: Werder-Coach knöpft sich seine Kritiker vor

Obwohl die Kritik an ihm wächst und immer lauter wird, schließt Florian Kohfeldt einen freiwilligen Rücktritt weiter kategorisch aus. „Nein, daran denke ich nicht“, sagte der Coach des SV Werder Bremen am Freitag in einer Video-Pressekonferenz vor dem Spiel beim SC Freiburg (Samstag, 15.30 Uhr), in der er sehr emotional auf öffentlich geäußerte Forderungen nach seinem Rauswurf reagierte.

„Ich sage es deutlich: Es tut richtig weh, was da teilweise geschrieben wird. Es tut weh, wenn man via Medien von Leuten kritisiert wird, die sonst sehr freundschaftlich und jovial rüberkommen, aber selber keine Verantwortung übernehmen“, erklärte Florian Kohfeldt und wird damit Bremer Ex-Profis wie Rune Bratseth und Dieter Burdenski gemeint haben, die mehr oder weniger deutlich eine Trennung von dem einst so gehypten Trainer des SV Werder Bremen gefordert hatten. Doch diese Trennung wird es (vorerst?) nicht geben.

Sportchef Frank Baumann hält weiter an Kohfeldt fest, und der Coach selbst hat trotz Tabellenplatz 17 und einer beispiellosen Heimschwäche offenbar nur oberflächlich an Selbstbewusstsein eingebüßt. Zu Beginn der Medienrunde wirkte der 37-Jährige noch verunsichert, angeschlagen. Doch dann packte er noch einmal das große Werkzeug aus, um zu verdeutlichen, dass er Werder Bremen zum Klassenerhalt führen wird. „Ich habe nach wie vor das Gefühl, dass ich für diesen Verein kämpfe. Und ich habe das Gefühl, dass ich nach wie vor der Beste bin auf dieser Position aktuell“, erklärte Florian Kohfeldt.

Werder Bremen: Trainer-Kritik führt bei Florian Kohfeldt zu Trotzreaktion - „Werde es allen zeigen“

Längst gehen die Meinungen, ob er das tatsächlich ist, in der Bremer Fan-Welt weit auseinander. Für die einen bleibt Florian Kohfeldt der Liebling, für die anderen ist er längst zur Symbolfigur des Untergangs geworden. Eloquent zwar und sympathisch, aber eben erfolglos. Die Ergebnisse und der Tabellenstand des SV Werder Bremen vor dem Gastspiel beim SC Freiburg sind Fakten, die niemand wegdiskutieren kann. Kohfeldt natürlich auch nicht, er sagt zum x-ten Mal, dass es eine „beschissene Saison“ ist, die er und die Mannschaft abliefern. Aber er lässt sich eben nicht wehrlos zum Sündenbock machen

„Ein ganz wichtiger Aspekt ist dieser: Wir, die Geschäftsführung und ich, übernehmen Verantwortung. Und wir übernehmen auch Verantwortung, wenn es am Ende nicht reicht – definitiv. Auch das sollte anerkannt werden“, meinte Florian Kohfeldt, beklagte eine „gesunkene Hemmschwelle in der Berichterstattung“ und schwang gegen die Kritiker die moralische Keule: „Uns vorzuwerfen, dass wir alles laufen lassen würden, dass kein Feuer da ist, das empfinde ich als Frechheit. Es tut sehr weh, aber es fördert bei mir eine gewisse Form von Trotz.“ Ein Trotz, der in ihm diesen Willen geformt hat: „Ich werde es trotzdem allen zeigen.“ Starke Worte eines an Stärke verlierenden Trainers.

Werder Bremen: Kein Rücktritt! Florian Kohfeldt wehrt sich gegen Vorwurf der Tatenlosigkeit

Alles, was er – selbst seit 20 Jahren im Verein – machen würde, geschehe im Sinne des Vereins, betonte Kohfeldt. Aber: „Wenn jemand anderes – die Mannschaft oder die Geschäftsführung – das Gefühl hätte, dass es nicht so ist, dann weiß ich, dass man es mir auch sagen würde. Dann wäre ich auch der, der im Sinne von Werder Bremen entscheiden würde.“ Heißt: Dann gäbe es vielleicht doch den Rücktritt, den er jetzt noch ausschließt.

Dass der auch aus – wie er selbst anmerkte – „privaten Gründen“ vollzogen werden könnte, ist laut Florian Kohfeldt, der mit seiner Familie fest in Bremen verwurzelt ist, nicht unmöglich. Dann, wenn der Druck auf alle zu groß wird. „Aber dieser Punkt ist noch nicht erreicht“, sagte er. (csa)

Mehr News zum SV Werder Bremen

Werder Bremen gegen den SC Freiburg im Live-Ticker gibt es hier.

Zur letzten Meldung vom 21. Mai 2020:

Nicht nur Rune Bratseth fordert Aus von Florian Kohfeldt bei Werder Bremen

Ausgerechnet Rune Bratseth: Die Legende des SV Werder Bremen, die nicht nur als extrem besonnen gilt, sondern auch ein sehr guter Freund von Aufsichtsratschef Marco Bode ist, hat seinem Ex-Club eine Trennung von Trainer Florian Kohfeldt empfohlen.

„Das sollte sein letztes Spiel gewesen sein“, hatte der 59-Jährige nach der 1:4-Pleite gegen Leverkusen im norwegischen Fernsehen gesagt und später im „kicker“ erklärt: „Ich will mich nicht in die Vereinspolitik einmischen, aber ich glaube nicht, dass in dieser Konstellation noch eine Wende möglich sein wird.“ Die DeichStube hat sich bei anderen ehemaligen Stars des SV Werder Bremen wie Dieter Burdenski umgehört, was sie von Rune Bratseths Aussagen halten und wie sie die Lage bewerten.

Dieter Burdenski (Ehrenspielführer bei Werder Bremen):

„Ob Rune oder ich etwas sagen, das ist doch egal, sie machen bei Werder doch sowieso ihr Ding. Dafür werden sie auch bezahlt, aber dafür müssen sie am Ende auch ihren Kopf hinhalten. Man muss sich doch eigentlich nur die Tabelle und die letzten Spiele anschauen, oder nachschlagen, wann der letzte Heimsieg war, oder gucken, was sich verändert hat – dann weiß man eigentlich alles und muss nichts mehr sagen.“

Jonny Otten (Legende des SV Werder Bremen):

„Rune hat da ein ähnliches Gefühl wie ich. Ich hatte so sehr gehofft, dass wir nach der Pause eine neue Mannschaft erleben – und dann kam die Enttäuschung gegen Leverkusen. Ich möchte nicht fordern, dass der Trainer entlassen wird, das steht mir nicht zu, dafür gibt es Verantwortliche in unserem Verein. Aber ich wünsche mir endlich jemanden, der unseren Spielern verklickert, wie man gegen den Abstieg kämpft. Ich möchte Kerle auf dem Platz sehen, die so zur Sache gehen wie zum Beispiel der Bender von Leverkusen. Ich bin schon mal mit Werder abgestiegen und kann nur empfehlen: Tut alles dafür, dass es so nicht kommt!“

Naldo (Ex-Star des SV Werder Bremen):

„Ich war erschüttert, welche Leistung die Elf abgeliefert hat. Daher mache ich mir ernste Sorgen. Auch die Kommentare nach dem Spiel haben mich irritiert. Es bleibt beim Schönreden dieser schlechten Leistung. Das hilft nicht weiter. Wenn nun der Kopf von Trainer Kohfeldt gefordert wird, zeigt dies, wie dramatisch die Lage inzwischen ist. Ich halte Kohfeldt für einen guten Trainer, doch er muss nun auch etwas bewirken, muss auf die Mannschaft in diesem Abstiegskampf einwirken und sie gerade mental besser einstellen. Ein Trainerwechsel zum jetzigen Zeitpunkt ist nicht ganz einfach. Daher bei allen Vorbehalten: Florian Kohfeldt sollte besser bleiben.“

Ivan Klasnic (Ex-Star des SV Werder Bremen):

„Immer wird der Trainer an den Pranger gestellt. Es sollten sich mal die Spieler an die eigene Nase fassen. Das Spiel gegen Leverkusen war eine Schande, eine Bankrotterklärung der Profis. Nichts hat sich geändert! Immer die gleichen Fehler beim Abwehrverhalten und besonders bei Standardsituationen. Ob ein Trainerwechsel angebracht ist? Schwer zu sagen. Wenn Kohfeldt nun beurlaubt wird, wo ist denn die mögliche Alternative? Ich sehe keinen geeigneten Feuerwehrmann. Mein Appell an die Truppe: Schnallt euch die größten Stollen unter und kämpft endlich gegen den Abstieg. (kni/hgk)

Zur letzten Meldung vom 20. Mai 2020:

Werder-Legende Rune Bratseth: „Das sollte das letzte Spiel von Florian Kohfeldt gewesen sein“

Er stand für diese ganz spezielle Mischung aus Eleganz und Härte, aus innerer Ruhe und äußerer Geschwindigkeit - und genießt bis heute Kultstatus bei den Fans von Werder Bremen: Rune Bratseth. Die Legende hat sich nun in der Krise zu Wort gemeldet und meint: Florian Kohfeldt muss gehen

Zwischen 1987 und 1994 absolvierte der Verteidiger aus Norwegen 319 Pflichtspiele für Grün-Weiß, wurde mit Werder Bremen zweimal Deutscher Meister, zweimal DFB-Pokalsieger und gewann den Europapokal der Pokalsieger - Rune Bratseth, ein Schwergewicht der Vereinsgeschichte. Auch heute noch verfolgt der 59-Jährige die Auftritte seines Ex-Clubs aufmerksam - und macht sich dabei große Sorgen. Nach dem 1:4 gegen Bayer Leverkusen sprach sich Bratseth im norwegischen Fernsehen nun sogar für eine Trennung von Cheftrainer Florian Kohfeldt aus: „Das sollte sein letztes Spiel gewesen sein.“

Der SV Werder Bremen um Cheftrainer Florian Kohfeldt steckt in der Krise fest. Nun hat sich mit Rune Bratseth der erste namhafte Ex-Profi öffentlich gegen den Trainer Kohfeldt ausgesprochen.

Werder Bremen-Legende Rune Bratseth spricht sich für Trennung von Trainer Florian Kohfeldt aus

Rune Bratseth arbeitet schon lange als TV-Experte für den Sender „Viasat“, für den er am Montag auch das Bremer Bundesligaspiel gegen Bayer Leverkusen analysierte. Was er während der 90 Minuten im leeren Weserstadion zu sehen bekam, gefiel dem Mann, der in Bremen früher den Spitznamen „Elch“ trug, ganz und gar nicht. Vor allem die Defensivleistung schockierte den ehemaligen Abwehrspieler, sie sei sogar „noch schlechter“ als vor der langen Pause gewesen.

Hatte sich Werder Bremen bis dato den letzten Platz in der Gegentor-Statistik noch mit Fortuna Düsseldorf geteilt, hat die Mannschaft ihn seit Montagabend mit nunmehr 59 Gegentreffern alleine inne. Dass es mit dem Klassenerhalt nicht zuletzt deswegen schwer wird, weiß auch Rune Bratseth, der offenbar einen Wechsel auf der Trainerbank für die letzte verbliebene Möglichkeit hält. Damit ist der Norweger übrigens der erste namhafte Ex-Profi, der sich öffentlich gegen Florian Kohfeldt ausspricht. (dco)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Regeln fürs Kommentieren: Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.