Marktwerte-Minus für Werder-Spieler

Das geschrumpfte Kapital: Werder leidet unter Marktwert-Verlust

Die Marktwerte fast aller Spieler bei Werder Bremen sind stark gefallen, bei Maximilian Eggestein (l.) und Milot Rashica wird das besonders deutlich.
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Die Marktwerte fast aller Spieler bei Werder Bremen sind stark gefallen, bei Maximilian Eggestein (l.) und Milot Rashica wird das besonders deutlich.

Bremen – Wegen einer Horror-Saison und der Coronavirus-Pandemie sind die Marktwerte der Spieler von Werder Bremen in den Keller gestürzt. Das Kapital schrumpft bedenklich.

Maximilian Eggestein? Gewaltig abgerauscht! Davy Klaassen? Ebenfalls eingebrochen! Milot Rashica? Auf einer Achterbahnfahrt! Die Marktwerte der Profis des SV Werder Bremen haben in der abgelaufenen Saison mindestens genauso gelitten wie die Nerven der Bremer Fans. Der Abstiegskampf hat beinahe alle Spieler deutlich nach unten gezogen. Und zwar so sehr, dass Werder Bremens virtueller Wertverlust im Kader weit größer ist, als es das durch die Coronavirus-Pandemie bedingte Minus sein wird. Beinahe doppelt so hoch sogar. Gleichzeitig drücken Ablöse-Altlasten den Club. Ein Dilemma.

Klaus Filbry, der Vorsitzende der Werder-Geschäftsführung, hat in den vergangenen Wochen mehrfach erschreckende Zahlen präsentieren müssen. Von 45 Millionen Euro war die Rede, die ein Abstieg gekostet hätte. Dazu ist es nicht gekommen, dennoch bleibt da die andere düstere Prognose. Der Zuschauer-Lockdown und wegfallende Sponsoring-Einnahmen werden Werder Bremen ungefähr 30 Millionen Euro kosten. Eine Summe, die sich aus den Zahlen der vergangenen und den Erwartungen/Befürchtungen für die kommende Saison errechnet.

Werder Bremen: Marktwerte und zu erwartende Ablösesummen sinken gewaltig

Das ist schon viel, aber eben doch nur knapp die Hälfte dessen, was der Kader des SV Werder Bremen von einem Sommer zum anderen an Wert eingebüßt hat. Konkret: Von 166 Millionen Euro im Juni 2019 ist das Team auf 109 Millionen Euro abgesackt. Das besagen Zahlen des Portals „transfermarkt.de“, das sich um eine objektive Bewertung aller Profis bemüht. Leihspieler wie Kevin Vogt, Michael Lang und Davie Selke, die Werder nicht gehören, sind in diese Rechnung nicht mit einbezogen worden.

Gewiss, die Zahlen stellen keine harten Fakten da, kein Manager dieser Welt wird sich an sie gebunden fühlen. Aber dennoch geben die virtuellen Marktwerte einen Hinweis darauf, was Werder Bremen in der vergangenen Saison alles verloren hat – obwohl am Ende die Klasse gehalten wurde. Die zu erwartenden Ablösesummen bei Spielerverkäufen, gemeinhin als das Kapital eines Clubs bezeichnet, sind gewaltig geschrumpft. Und in der Realität wird vieles sogar noch schlimmer aussehen als auf der Spielwiese Internet.

Werder Bremen: Maximilian Eggestein hat größten Marktwert-Verlust

Beispiel Maximilian Eggestein, weil er der signifikanteste Fall ist. Als Werder das internationale Geschäft und er persönlich sein Nationalmannschaftsdebüt nur knapp verpasst hatte, war sein Marktwert im Frühsommer 2019 auf 30 Millionen Euro geklettert. Aktuell liegt er bei 13 Millionen Euro und damit wieder in etwa bei dem Wert vom Sommer 2018 (damals zehn Millionen Euro). Macht einen Verlust von 57 Prozent.

Weil sich auch die Marktwerte von Davy Klaassen (12 statt vorher 22 Millionen), Jiri Pavlenka (6,5 statt 12) und Johannes Eggestein (2,5 statt 10) drastisch nach unten orientiert haben, steht Werder insgesamt mit dem Minus von 57 Millionen Euro da. In der Hauptsache ist der Niedergang der Marktwerte natürlich mit der sportlichen Vorstellung der Mannschaft zu erklären. Die durch die Corona-Auswirkungen allgemein gesunkene Kaufkraft aller Clubs spielt jedoch auch mit hinein. Weshalb „transfermarkt.de“ alle Spielerwerte pauschal abgewertet hat – um zehn bis 20 Prozent.

Werder Bremen: Milot Rashica mit kurioser Marktwert-Entwicklung

Dumm nur für Werder Bremen: Während die Preise der „eigenen“ Spieler wegen der jüngsten Entwicklungen auf dem Markt de facto gesunken sind, bleiben die Preise für die zunächst nur ausgeliehenen Ömer Toprak und Leonardo Bittencourt stabil. Obwohl beide zusammen in ihrer Leihsaison 31 Prozent ihres Marktwertes eingebüßt haben, müssen die Bremer doch hundert Prozent der vor einem Jahr ausgehandelten, aber erst jetzt fälligen Ablösesumme bezahlen. Elf Millionen Euro sind es – um diese Summe wiederum durch Spielerverkäufe zu erlösen, müsste der Club nach aktuellem Stand schon Maxi Eggestein oder Davy Klaassen verkaufen und hätten kaum noch etwas übrig. Alternativ könnten auch die Erlöse aus Verkäufen von Josh Sargent (6,7 Millionen Euro), Marco Friedl (3,2) und Theodor Gebre Selassie (1,4) zusammengelegt werden, um die alten Abmachungen zu erfüllen.

Geplant war das Ganze völlig anders. Ein richtig lukrativer Verkauf sollte alles andere abdecken und weitere Möglichkeiten eröffnen. Heute weiß man: Das klappt eher nicht. Jedenfalls nicht in der angepeilten Größenordnung. Auch nicht mit Milot Rashica. Bei ihm sieht die Marktwert-Kurve eindeutig am kuriosesten aus. Gestartet war er zu Saisonbeginn 2019 bei 20 Millionen, dann schnellte der Wert nach sieben Toren in der Hinrunde auf 35 Millionen nach oben, um letztlich wieder auf 22 Millionen zu fallen. Wie gewonnen, so zerronnen.

Werder Bremen: Ablöse für Davie Selke liegt inzwischen deutlich über Marktwert

Und doch bleibt er der Spieler, mit dessen Verkauf sich Werder Bremen der größten Sorgen entledigen kann. Aktuell laufen Transfer-Verhandlungen mit RB Leipzig, doch die Clubs liegen noch sehr weit auseinander. Die Lage gestaltet sich angeblich so: RB bietet 15 Millionen Euro, Werder fordert aber 25 Millionen, ist damit also schon von einer Preisvorstellung jenseits der 30 Millionen Euro weit abgerückt.

Dass nach dem Rashica-Verkauf noch etwas für weitere Investitionen in den Kader übrig bleibt, ist die Hoffnung. Dass es auch zur „Vorsorge“ für den nächsten krassen Fall reicht, eigentlich sogar eine Notwendigkeit. Denn in einem Jahr wird Werder – den erneuten Klassenerhalt vorausgesetzt – für Stürmer Davie Selke eine stattliche Ablöse an Hertha BSC zahlen müssen. Zwölf Millionen sind es, die zurückgelegt werden müssen – und das für einen Spieler, dessen Marktwert bei „transfermarkt.de“ innerhalb eines Jahres von 18 auf aktuell nur noch fünf Millionen Euro gefallen ist. (csa)

Zur letzten Meldung vom 9. Juli 2020:

Neue Marktwerte für Werder Bremen: Milot Rashica und Davie Selke deutlich abgewertet

Bremen - Das Branchenportal „Transfermarkt.de“ hat die Marktwerte zahlreicher Bundesliga-Spieler im Rahmen eines Zwischenupdates aktualisiert – darunter auch die Werte von fünf Profis des SV Werder Bremen: Das größte Minus gab es für Milot Rashica und auch Davie Selke wurde deutlich abgewertet.

Rashicas Marktwert wurde von 28 Millionen auf 22 Millionen Euro korrigiert. „Milot Rashica stand in den vergangenen Wochen zwar regelmäßig auf dem Platz, kann seinen Marktwert von 28 Mio. Euro leistungsbedingt aber nicht halten. Der 24-jährige Kosovare vom SV Werder Bremen knüpfte nicht mehr an die starken Auftritte der Hinrunde an, zudem scheint die Zahlungsbereitschaft der interessierten Clubs ihre Grenzen zu haben. Die Konsequenz ist ein Minus von 6 Mio. Euro“, heißt es in einer Mitteilung von Transfermarkt.de. Milot Rashica steht vor einem Wechsel – die besten Chancen auf einen Transfer hat offenbar RB Leipzig.

Marktwerte beim SV Werder Bremen: Minus für Milot Rashica, Davie Selke und Johannes Eggestein

Auch der Marktwert von Davie Selke wurde deutlich abgewertet. Der 25-jährige Stürmer, der bei Werder Bremen zuletzt gar nicht mehr zum Zug kam, ist jetzt „nur“ noch 5 Millionen Euro wert – ein Minus von 3 Millionen Euro. Darüber hinaus wurden die Marktwerte von Johannes Eggestein (von 4,5 Mio. auf 2,5 Mio. €), Kevin Vogt (7 Mio. statt 8 Mio. €) und Kevin Möhwald herabgestuft – Möhwalds Marktwert ist verletzungsbedingt von 2,8 Millionen auf 2 Millionen Euro gefallen. Eine Übersicht aller Werder-Marktwerte findet ihr hier auf Transfermarkt.de.

Wie kommen die Bundesliga-Marktwerte bei Werder Bremen zustande?

Eigentlich unterzieht „T ransfermarkt.de“ die Bundesliga zweimal im Jahr einem umfassenden Marktwert-Update – einmal im Sommer, einmal im Winter. Bei einem Zwischen-Update wie hier werden nur vereinzelte Marktwertänderungen vorgenommen. Bei der Berechnung der Marktwerte sind unter anderem sportliche Leistungen und das Alter des Spielers relevant. Auch die Zukunftsperspektive des Spielers, die real existierende Nachfrage am Transfermarkt oder bisher gezahlte Ablösesummen für den Spieler fließen in die Kalkulation ein. Zudem gibt es Faktoren wie Prestige und marketingrelevante Aspekte, die allesamt Einfluss auf einen Marktwert haben können. (tst))

Letzte Meldung vom 9. April 2020:

Coronavirus sorgt für heftigen Marktwert-Einbruch beim SV Werder Bremen

Die Coronavirus-Pandemie wird für ein Beben auf dem Transfermarkt sorgen, davon sind viele Experten überzeugt. Das Portal „transfermarkt.de“ schickt das passende Rumoren voraus – mit einem drastischen Milliarden-Minus der digitalen Marktwerte. Auch Werder Bremen ist betroffen.

„Transfermarkt.de“ hat die Marktwerte (fast) aller Spieler pauschal um 20 Prozent gesenkt, die von Spielern, die 1998 oder später geboren wurden, um zehn Prozent. Weltweit bedeutet das ein Marktwert-Minus von 9,22 Milliarden Euro, die Kaderwerte der Bundesligisten sinken um 908 Millionen Euro.

Auch Werder Bremen muss einen heftigen Einschnitt hinnehmen. Der Wert aller Spieler im Kader fällt von 165 auf 133,8 Millionen Euro, das ist ein Minus von 18,91 Prozent oder 31,2 Millionen Euro. Im Bundesliga-Vergleich liegt Werder mit dem neuen Kaderwert weiterhin auf Platz 11 aller 18 Vereine – zwischen Eintracht Frankfurt (178,9 Millionen Euro) und Mainz 05 (119,6 Millionen Euro).

Werder Bremen: Milot Rashica verliert sieben Millionen Euro Marktwert

„Die Börsenkurse sind eingebrochen, zahlreichen Vereinen könnte eine Insolvenz drohen und die Transferplanungen sind aufgrund der vielen Unsicherheiten bei den meisten Clubs zum Erliegen gekommen“, erklärt „transfermarkt.de“-Geschäftsführer Matthias Seidel. „Es ist aktuell kaum vorstellbar, dass in absehbarer Zeit die Transferpreise weiter so ansteigen wie in den vergangenen Jahren. Zwar dürfte es auch weiterhin Ausreißer nach oben geben, eine jetzige Reaktion auf die Situation ist aus unserer Sicht dennoch nötig.“

Den größten Einschnitt bei Werder Bremen verzeichnet Milot Rashica als wertvollster Spieler. Der Marktwert des Stürmers, mit dem die Grün-Weißen eines Tages groß Kasse machen wollen, fällt von 35 auf 28 Millionen Euro – ein Minus von sieben Millionen. Im freien Fall befindet sich derweil Maximilian Eggestein. Im Juni 2019 lag sein Marktwert noch bei 30 Millionen Euro, nun wird er – nach zwei leistungsbezogenen Abwertungen und dem Corona-Cut – auf nur noch 13 Millionen taxiert.

Werder Bremen: Marktwert der Spieler sinkt wegen Coronavirus-Krise

Auch den weiteren Stars bei Werder Bremen geht es ähnlich: Davy Klaassen fällt von 15 auf 12 Millionen (im Dezember 2019 lag er noch bei 22 Millionen), Ludwig Augustinsson von 12 auf 9,5, Davie Selke von 10 auf 8. Unter den zehn wertvollsten Werder-Spielern ist mit Josh Sargent nur ein Spieler, der wegen seines jungen Alters lediglich von einer 10-Prozent-Kürzung betroffen ist (von 7,5 auf 6,7 Millionen Euro). 

Zur Erinnerung: Die Marktwerte des Portals sind natürlich keine „offiziellen“ Zahlen, sondern Schätzungen und Berechnungen, bei denen Faktoren wie die sportliche Leistung, Zukunftsperspektiven oder die Nachfrage am realen Transfermarkt eine Rolle spielen. (han)

Ein gewohntes Bild in dieser Saison: Maximilian Eggestein und Davy Klaassen gucken bedröppelt aus der Wäsche. „Transfermarkt.de“ hat die Marktwerte der Profis des SV Werder Bremen signifikant herabgestuft.

Zur letzten Meldung vom 10. März 2020:

Marktwert-Einbruch beim SV Werder Bremen: Maxi Eggestein und Davy Klaassen mit dickem Minus

Bremen - Die Seuchen-Saison von Werder Bremen hinterlässt nicht nur auf dem Platz und in der Bundesliga-Tabelle ihre Spuren - auch die Marktwerte der Profis  brechen teilweise gewaltig ein. Das sagt zumindest das jüngste Marktwert-Update des Branchenportals „transfermarkt.de“.

Demnach haben gleich neun Spieler des SV Werder Bremen neue Marktwerte erhalten. Und - wie sollte es angesichts der katastrophalen Bremer Spielzeit auch anders sein - die Abwertungsquote liegt bei 100 Prozent. Heißt: kein einziger Werder-Spieler konnte seinen Marktwert in die Höhe treiben.

Die größten Verlierer heißen Maximilian Eggestein und Davy Klaassen - die Marktwerte der beiden zentralen Mittelfeldspieler fallen von 23 bzw. 22 Millionen um jeweils sieben Millionen Euro auf 16 und 15 Millionen Euro - das entspricht in beiden Fällen einem Verlust von über 30 Prozent.

Werder Bremen-Marktwerte: Jiri Pavlenka und Leo Bittencourt erheblich abgewertet

Auch Führungsspieler wie Jiri Pavlenka (fällt von 10 auf 8 Millionen Euro), Leonardo Bittencourt (von 7 auf 6 Millionen Euro) und Yuya Osako (von 6 auf 4,5 Millionen Euro) sind von „transfermarkt.de“ erheblich abgewertet worden. Hauptgrund für die gravierenden Marktwert-Einbußen sei, dass „Werder mittlerweile ein glasklarer Abstiegskandidat ist“, erklärt „transfermarkt.de“-Geschäftsführer Matthias Seidel: „Eggestein, Klaassen, Pavlenka, Bittencourt und Co. schaffen es nicht, das Ruder für die Kohfeldt-Mannschaft herumzureißen. Dadurch ergeben sich teilweise drastische Abwertungen.“ 

Davon betroffen sind auch Stürmer Niclas Füllkrug sowie die drei Bankdrücker Michael Lang, Nuri Sahin und Johannes Eggestein. Für Füllkrug, der sich nach seinem Kreuzbandriss im Februar einer erneuten Knie-OP unterziehen musste, geht es runter von 6,5 auf 4,5 Millionen Euro. Außenverteidiger Lang, für den Trainer Florian Kohfeldt nach enttäuschenden Leistungen im vergangenen Jahr inzwischen überhaupt keine Verwendung mehr hat, wird wie schon beim letzten Zwischen-Update erneut abgewertet. Sein Marktwert fällt von 2 auf 1,2 Mllionen Euro. Vor seinem Wechsel zu Werder Bremen betrug dieser übrigens noch stolze 4,5 Millionen Euro.

Marktwert-Minus: Der Kaderwert des SV Werder Bremen fällt um 25 Millionen Euro

Auch Johannes Eggesteins Marktwert wird beträchtlich herabgestuft - von 7,5 Millionen auf 5 Millionen Euro. Das entspricht einem Minus von 33,3 Prozent. Grund für den Einbruch ist seine mangelnde Einsatzzeit. Nuri Sahin ist der letzte Vertreter in der langen Liste der Bremer Marktwertverlierer - sein imaginäres Preisschild schrumpft von 2,5 auf 1,5 Millionen Euro.

Insgesamt sinkt der Wert des Werder-Kaders damit um 24,8 Millionen Euro von 189,75 auf 164,95 Millionen Euro. Eine Übersicht zu allen Marktwerten der Spieler von Werder Bremen findet ihr auf „transfermarkt.de“. (mwi)

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