Patrick Erras und Maxi Eggestein im Duell.
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Können bei Werder Bremen beide die Sechserposition bekleiden: Patrick Erras (l.) und Maxi Eggestein (r.).

Eggestein neuer Mittelfeld-Boss nach Klaassen-Wechsel

Maximilian Eggestein und die große Verantwortung im Mittelfeld: Werder Bremen will ihn nicht alleinlassen

Bremen – 363 Pflichtspiele hat Clemens Fritz für Werder Bremen bestritten. Den weitaus größten Teil davon als rechter Verteidiger. In der Endphase seiner Karriere rückte er aber ins Zentrum des Geschehens. Fritz wurde zum defensiven Mittelfeldspieler umfunktioniert, agierte auf der „Sechs“ – dort, wo Werder in der vergangenen Transferphase enorm viel personelle Substanz eingebüßt hat. Zurückgeblieben ist Maximilian Eggestein, auf dem nun viel lastet.

Aber nicht alles, wie Fritz in seiner Funktion als Leiter Profifußball beim SV Werder Bremen herauszustreichen versucht. „Mir wäre es zu einfach, Maxi jetzt irgendwo reinzuheben“, sagt der 39-Jährige. Doch es lässt sich halt nicht wegreden, dass der SV Werder durch die Personalpolitik der vergangenen Wochen dafür gesorgt hat, dass Maximilian Eggestein trotz seines noch jungen Alters von nur 23 Jahren in eine Rolle gerät, die eine der tragendsten im ganzen Team ist.

Denn auf der „Sechs“ wird das Spiel der eigenen Mannschaft ausbalanciert und das Spiel des Gegners zerstört. In der letzten Saison konnten dafür beim SV Werder Bremen noch Kevin Vogt, Philipp Bargfrede, Nuri Sahin oder auch Davy Klaassen sorgen. Sie alle sind nicht mehr da, als Ausgleich gekommen ist nur Patrick Erras vom 1. FC Nürnberg aus der Zweiten Liga. Trainer Florian Kohfeldt hat gewiss nicht zufällig den Satz fallen lassen, dass Eggestein nun „der einzige gestandene defensive Mittelfeldspieler“ im Kader ist – er wollte darauf hinweisen, wie dünn die Personaldecke im defensiven Mittelfeld nun ist. Noch dünner wird sie, wenn man sich vor Augen führt, dass Maxi Eggestein gar nicht so gestanden ist auf der Position. Er kann sicher dort spielen, kann dabei aber nicht auf eine enorme Erfahrung zurückgreifen. Wie auch in dem Alter?

Werder Bremen und das große Fragezeichen auf der Sechs: Wird Maximilian Eggestein der Chef?

Clemens Fritz wirbt deshalb um Unterstützung für Eggestein. „Die gesamte Verantwortung zu ihm zu schieben, wäre der falsche Weg. Sicherlich nimmt er eine Rolle als Führungsspieler ein, aber für die anderen ist es auch extrem wichtig, Verantwortung zu übernehmen. Das kann nicht nur an einer oder zwei Personen hängen.“ Alternativ zu Eggestein hat Werder Bremen aktuell für die Position nur „Spielertypen, die in diese Rolle hineinwachsen können“, räumt auch Fritz ein, leitet daraus aber etwas überoptimistisch ab, „dass wir in der Breite ganz gut besetzt sind“. Patrick Erras hat sich bislang jedoch noch nicht aufgedrängt, Ilia Gruev und Jean-Manuel Mbom müssten mit ihren 20 Jahren jetzt schon eine Mega-Entwicklung durchmachen, um zeitnah für die verantwortungsschwere Position im defensiven Mittelfeld infrage zu kommen.

Vieles bleibt dann eben doch an Maxi Eggestein hängen. Klaus Allofs, der ehemalige Werder-Vereinsboss, hat dazu in seiner Kolumne für die DeichStube erklärt, dass solche Situationen meistens die wirklich großen Spieler hervorbringen würden. „Am Ende stellt sich heraus: Die Guten können das“, hatte er geschrieben. Clemens Fritz meint das Gleiche, wenn er sagt: „Es gibt Spieler, die aufblühen oder die es belastet, wenn sie mehr Verantwortung übernehmen sollen: Ich gehe stark davon aus, dass Maxi aufblüht.“ (csa)

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