Neues Transfer-System wegen der Coronakrise?

Coronavirus bedroht Werder Bremens Transferpläne: Kein Verkauf von Milot Rashica?

Ein Verkauf von Milot Rashica würde dem SV Werder Bremen wichtiges Geld in die Vereinskasse spülen. Scheitert ein Wechsel jedoch wegen der Corona-Krise?
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Ein Verkauf von Milot Rashica würde dem SV Werder Bremen wichtiges Geld in die Vereinskasse spülen. Scheitert ein Wechsel jedoch wegen der Corona-Krise?

Bremen – Dass der SV Werder Bremen für den Sommer fest mit einem Verkauf seines Topspielers Milot Rashica geplant hat, ist in den vergangenen Monaten zu einem offenen Geheimnis geworden. Eine möglichst hohe Ablösesumme im Bereich jenseits der 30-Millionen-Euro-Marke sollte dem Club neuen finanziellen Spielraum verschaffen. 

Wegen der Corona-Krise besteht nun allerdings die Gefahr, dass derartige Verkäufe wie der von Milot Rashica auch beim SV Werder Bremen nicht mehr abgewickelt werden können. Experten befürchten gar einen Zusammenbruch des im Fußball bisher gängigen Transfersystems.

Bricht das Transfer-System auch bei Werder Bremen wegen Corona zusammen?

Der Kern des Problems: Etliche Spielerverträge enden am 30. Juni. Nachdem die Verschiebung der Europameisterschaft den nationalen Ligen Luft für eine Saison-Verlängerung gegeben hat, könnte es aber sein, dass nach dem Stichtag noch Spiele anstehen. Die Ligen und die Spielergewerkschaft „Fifpro“ haben sich deshalb in einer gemeinsamen Erklärung mit der Uefa dazu verpflichtet, „alle nationalen und europäischen Clubwettbewerbe“ bis 30. Juni zu beenden. Doch was, wenn Corona das verhindert? Wenn doch länger gespielt werden muss? Dann könnten Profis, deren Verträge im Sommer auslaufen, auf der Zielgeraden der Saison den Verein wechseln – sofern die FIFA nicht bald etwas anderes entscheidet. In seiner jüngsten Stellungnahme zur Corona-Krise kündigte der Weltverband an, mit der internationalen Fußballfamilie möglicherweise „notwendige Veränderungen“ des Transfersystems zu erörtern.

„Der Weltverband wird so schnell wie möglich handeln und möglicherweise Vereinswechsel zunächst verbieten müssen“, sagte der renommierte Arbeitsrechtler Johan-Michel Menke gegenüber dem Sportinformationsdienst. Und selbst wenn es nicht dazu kommt, Profis im Sommer also regulär wechseln können, stellt sich aus Sicht von Werder Bremen die Frage, welcher Verein in Zeiten von empfindlichen wirtschaftlichen Einbußen durch Corona überhaupt in der Lage dazu ist, Transfers in der Größenordnung Milot Rashica zu stemmen.

Werder Bremen: Geld aus Transfer von Milot Rashica bereits eingeplant?

Nicht ausgeschlossen, dass der Kosovare Bremen im Sommer doch noch nicht verlässt, was für Werder sportlich begrüßenswert, wirtschaftlich aber ein zusätzliches Problem wäre. Schließlich hat der Verein die Transfererlöse aus dem Verkauf von Milot Rashica (und anderen Leistungsträgern) fest in seiner Kalkulation verankert. Zur Erinnerung: Schafft Werder Bremen den Klassenerhalt, werden die Ablösesummen für die bisherigen Leihspieler Leonardo Bittencourt und Ömer Toprak, zusammen etwa 14 Millionen Euro, im Sommer fällig. Geld, das Werder ohne Spielerverkäufe nicht zur Verfügung steht. (dco/sid)

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