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Ruhepuls statt Freudentänzchen: So erklärt Werder-Stürmer Niclas Füllkrug seinen zurückhaltenden Torjubel

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Von: Malte Bürger

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Niclas Füllkrug von Werder Bremen jubelte erstaunlich zurückhaltend über seinen ersten WM-Treffer.
Niclas Füllkrug von Werder Bremen jubelte erstaunlich zurückhaltend über seinen ersten WM-Treffer. © Imago Images / Agencia MexSport

Bremen – Was hat es in der langen WM-Historie nicht schon für außergewöhnliche Torjubel gegeben? Kameruns legendärer Stürmer Roger Milla machte 1990 den Tanz an der Eckfahne populär, die Erinnerungen an den ekstatischen Freudenlauf von Italiens Marco Tardelli beim Finale 1982 lassen deutsche Fußballfans indes aufgrund der damit verbundenen Niederlage noch heute mit Magenschmerzen zurück. Immerhin: Gerd Müllers kleine Hüpfer aus dem Endspiel 1974 bringen schnell ein amüsiertes Lächeln zurück. Niclas Füllkrug hätte nun die ganz große Chance gehabt, sich auf der langen Jubel-Liste zu verewigen, ihr eine ganz persönliche und denkwürdige Note zu verleihen. Tat er aber nicht. Überraschend nüchtern nahm der Stürmer des SV Werder Bremen seinen so wichtigen Treffer zum 1:1 gegen Spanien hin.

„Das große Feiern wird es bei mir nicht geben. Dieses WM-Tor bringt mir relativ wenig, wenn wir es am Ende nicht schaffen sollten, die Gruppenphase zu überstehen“, erklärte der 29-Jährige nach dem Schlusspfiff. Damit lag er fraglos nicht falsch, ein besonderer Moment einer inzwischen außergewöhnlichen Karriere war es dennoch. Deshalb hätte ein feines Tänzchen nun wahrlich nicht verwundert. „Ich bin sehr entspannt in solchen Situationen“, entgegnete Niclas Füllkrug. „Es ist ja nicht das erste Tor, dass ich geschossen habe und auch nicht das erste wichtige.“

Werder Bremens Niclas Füllkrug ganz nüchtern über erstes WM-Tor: „Dann war das einfach Instinkt“

Während also Fußball-Deutschland um ihn herum tobte, hatte Niclas Füllkrug seinen Pulsschlag schnell wieder unter Kontrolle. Und ähnlich cool skizzierte er dann auch den Moment, der ihn schlagartig auf der ganzen Welt bekannter machte. „Ich war einfach im Lauf, Jamal Musiala hat den Ball wie so oft im Spiel total stark festgemacht“, schilderte der Angreifer des SV Werder Bremen. „Dann lag der Ball vor meinen Füßen, ich habe ihn mitgenommen. Und dann war das einfach Instinkt. Und das heißt meist, dass es gut ist. Die instinktive Handlung ist meist besser, als wenn man anfängt nachzudenken. Dass der Ball dann so in der Ecke landet, ist schön. Das ist auch ein Automatismus, den man trainiert.“

Wenn es gut läuft, dann hat Niclas Füllkrug schon am Donnerstag die Möglichkeit, erneut sein Können zu beweisen. Dann trifft das DFB-Team auf Costa Rica (20 Uhr), ein Sieg muss unbedingt her. „Es freut mich, dass ich hier Fuß fasse, sofort einen Stempel hinterlassen und der Mannschaft helfen kann“, sagte der Werder-Profi. „Die Mannschaft hat einen tollen Charakter, die haben mich total herzlich aufgenommen, wie ich es selten erlebt habe. Es war nicht schwer, hier reinzukommen. Es geht um Leistung, es geht um Form, deshalb freut es mich, dass es kein Hindernis ist, bei einem Aufsteiger wie Werder Bremen zu spielen.“ Nun will Niclas Füllkrug nachlegen. Und wer weiß, vielleicht packt er im Laufe des Turniers ja dann doch noch einen denkwürdigen Torjubel aus. (mbü)

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