Nächste Pleite für den SV Werder Bremen

Werder-Noten gegen Wolfsburg: Kevin Vogt Niklas und Niklas Moisander patzen entscheidend

Der Patzer von Kevin Vogt sorgte für den Siegtreffer von Woud Weghorst im Spiel von Werder Bremen gegen den VfL Wolfsburg.
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Der Patzer von Kevin Vogt sorgte für den Siegtreffer von Woud Weghorst im Spiel von Werder Bremen gegen den VfL Wolfsburg.

Der Abstieg aus der Fußball-Bundesliga rückt immer näher. Werder Bremen verlor am Sonntagnachmittag auch das Heimspiel gegen den VfL Wolfsburg mit 0:1. Die Spieler in der Einzelkritik - mit Noten.

Jiri Pavlenka: Gut, dass er bei Weghorsts Großchance die Finger an den Ball bekam (13.). Gut auch, dass wieder Weghorst mit Pavlenkas Fehlpass nichts anzufangen wusste (32.). Glück bei Schlagers Lattenschuss, chancenlos bei Weghorsts Kopfballtreffer. Note 3

Theodor Gebre Selassie: Er war der Zielspieler bei den ersten Bremer Eckbällen. Kopfballspezialist Gebre Selassie kam aber nicht an den Ball. Der Tscheche schob sich oft nach vorne, entsprechend aktiv in der Offensive. Vereinzelt mit guten Hereingaben. Note 3

Milos Veljkovic: Die Präsenz von Kevin Vogt in der Fünferkette nahm Druck von ihm. Veljkovic ließ sich in Minute 13 von Weghorst foppen, agierte insgesamt aber aufmerksam. Starke Risiko-Grätsche gegen Brekalo (66.). Note 2,5

Werder Bremen: Niklas Moisander zu passiv

Kevin Vogt: Bis zur 82. Minute war es eine blitzsaubere Leistung als zentraler Innenverteidiger der Fünferkette. Dann entwischte ihm Weghorst, der Mann, den er bis dahin aus dem Spiel genommen hatte. Note 3,5

Niklas Moisander: Auch er zeigte als linker von drei Innenverteidigern lange Zeit eine ganz souveräne Leistung. Bei der Flanke, die zum 0:1 führte aber zu passiv. Note 3,5

Ludwig Augustinsson: Drei Monate nach dem 2:2 bei Hertha BSC feierte er sein Startelf-Comeback. Defensiv bissig, offensiv mit Aktionen, aber in letzter Konsequenz fehlte ihm die Durchsetzungsfähigkeit. Note 4

Philipp Bargfrede (bis 61.): Gegen Frankfurt nur Zuschauer, nun zum dritten Mal seit Re-Start der Liga in der Startelf. Bargfrede verteidigte vor der Abwehr, bekam aber so manchen Pass nicht zum eigenen Mann. Note 3,5

Werder Bremen: Davy Klassen einmal mehr vorbildlich 

Davy Klaassen (bis 85.): Als Mann hinter den Spitzen versuchte er zwar viel, hatte aber auch nicht die zündende Idee. Sein Einsatz war aber einmal mehr vorbildlich. Viel unterwegs, immer aktiv und anspielbar. Note 3

Maximilian Eggestein: Rückte mal an Bargfredes Seite im defensiven Mittelfeld, trieb dann das Spiel nach vorne. Eggestein verteilte mitunter klug die Bälle. Eindeutig eine seiner besseren Leistungen. Aber: Bei der Entstehung des 0:1 ging er im Mittelfeld zu schnell zu Boden, statt das Mann-gegen-Mann-Duell zu suchen. Note 3

Yuya Osako (bis 85.): Weil Rashica verletzt ausfiel und auch Bittencourt nicht topfit war, bildete Osako mit Sargent die Doppelspitze. Seit 197 Tagen wartet der Japaner schon auf ein Bundesliga-Tor – in der 24.und der 31. Minute hatte er die Möglichkeiten, diese Durststrecke zu beenden. Einmal stellte er sich ungeschickt an, einmal scheiterte er an VfL-Keeper Casteels. Note 4

Josh Sargent (bis 75.): Szenen wie in Minute 58, als er sich gegen drei Wolfsburger durchsetzte und nur durch ein Foul zu stoppen war, hätte man gerne häufiger von dem Mittelstürmer gesehen. Immerhin mit einer guten Chance und Fleißarbeit. Was jedoch zählt, ist die offensive Durchsetzungskraft und die Torgefahr. Die ging von ihm wieder nicht aus. Note 4,5

Fin Bartels (ab 61.): Auch er konnte den dringend benötigten Treffer nicht liefern. Note -

Leonardo Bittencourt (ab 75.): Kam als Hoffnung auf den Lucky-Shot, doch den hatte Bittencourt diesmal nicht im Repertoire. Note -

Davie Selke (ab 85.): Kam direkt nach dem Rückstand, trat aber nicht mehr in Erscheinung. Note -

Nick Woltemade (ab 85.): Siehe Selke. Note -

Zur letzten Meldung um 12.30 Uhr:

Werder-Aufstellung gegen Wolfsburg: Sargent statt Selke - Augustinsson zurück in der Startelf

Bremen - So viele Punkte hören sich bei Werder Bremen so schön an, so lange sie nicht ins Verhältnis gesetzt werden. Zum Beispiel die Situation im Sturm. Florian Kohfeldt hat dort eine dermaßen reichhaltige personelle Auswahl, dass man meinen möchte, der Trainer stünde vor der Qual der Wahl.

Update (7. Juni 2020, 12.30 Uhr): Jetzt sind die Aufstellungen da - und es gibt wieder Überraschungen: Milot Rashica fehlt im Kader, Leonardo Bittencourt sitzt auf der Bank! Die Startelf und alles Weitere gibt‘s im Live-Ticker zum Spiel von Werder Bremen gegen den VfL Wolfsburg.

Weiter zur bisherigen Meldung:

Steht er auch, aber das mit der Qual verhält sich leider ganz anders als gemeint.Denn es ist fraglos quälend zu wissen, dass es fast egal ist, wenn der Coach am Sonntag gegen den VfL Wolfsburg in die Offensive stellen wird. Torgefahr geht ja von beinahe niemandem im Kader des SV Werder Bremen aus.

Deshalb ist es müßig zu diskutieren, wer für die enorm wichtige Partie gegen die „Wölfe“ den Platz im Angriffszentrum übernehmen wird – erneut Davie Selke? Oder doch wieder Josh Sargent? Beide heimsten zuletzt Lob ausschließlich für ihre Defensivarbeit ein, die gegnerischen Verteidiger stellte aber keiner der beiden vor echte Probleme. Es ist deshalb ein totes Rennen auf sehr niedrigem Niveau, das die Mittelstürmer den Fans bieten.

Werder Bremen: Florian Kohfeldt will Nick Woltemade nicht öffentlich zu einer Startelf-Alternative machen

Nick Woltemade könnte eine Alternative sein. Florian Kohfeldt kann sich öffentlich aber nicht dazu durchringen, den 18-Jährigen, der zuletzt beim 0:3 gegen Eintracht Frankfurt eingewechselt worden war, auch dazu zu machen. „Er spielt eine Rolle, er ist ein außergewöhnliches Talent und ich schätze ihn sehr. Trotzdem sollte man jetzt nicht alles auf seinen Schultern abladen. Das muss sehr dosiert passieren. Er wird jetzt mit Sicherheit nicht die nächsten fünf Spiele von Anfang an machen“, erklärt der Coach des SV Werder Bremen vor dem Heimspiel gegen den VfL Wolfsburg (Sonntag, 13.30 Uhr, DeichStube-Liveticker).

Es bleibt in der Spitze also bei Selke oder Sargent. Yuya Osako ist mehr eine Alternative für die Position dahinter oder für die Außenbahnen, wo Kohfeldt gegen den VfL Wolfsburg aber wieder auf die am Mittwoch gegen Frankfurt weitgehend geschonten Leo Bittencourt (Schütze der letzten beiden Werder-Treffer) und Milot Rashica setzen kann und wohl auch setzen wird. Rashica ist zwar leicht angeschlagen, weil er bei seinem Kurzeinsatz gegen die Eintracht einen Schlag auf das Sprunggelenk abbekommen hat, doch eine schwere Verletzung ist es nicht. Der Kosovare absolvierte am Samstag das Abschlusstraining.

Werder Bremen: Ludwig Augustinsson kehrt wird wohl in die Startelf zurückkehren

Hinter der Offensivreihe sind im Mittelfeld keine Veränderungen zu erwarten. Davy Klaassen und Maxi Eggestein bleiben auf den Halbpositionen und unterstützen bei Bedarf den ebenfalls gesetzten Kevin Vogt im defensiven Mittelfeld. Dessen Teilzeit-Job als Innenverteidiger wird Kohfeldt sicher beibehalten. Dass der Trainer an der Viererkette herumschraubt, ist dennoch zu erwarten. 

Nach seiner Einwechslung am Mittwoch gegen Frankfurt wird vermutlich Ludwig Augustinsson wieder auf der linken Seite verteidigen. Nicht weil Marco Friedl (zuletzt fünf Startelf-Nominierungen in Folge) unbedingt aus Leistungsgründen ausgewechselt werden müsste, sondern weil Augustinsson die Option mitbringt, vielleicht auch mal eine Flanke vor das Wolfsburger Tor zu schlagen. Wo Selke oder Sargent dann beweisen können, dass Torjäger nicht nur ein Wort auf ihrer Visitenkarte ist, sondern auch ein Sinn dahinter steckt. (csa)

So könnte die Startelf des SV Werder Bremen gegen den VfL Wolfsburg aussehen.

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