Die DeichBlick-Kolumnisten von links nach rechts: Rolf Fuhrmann, Sebastian Prödl, Jurica Vranjes, Nils Petersen und Klaus Allofs.
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Die DeichBlick-Kolumnisten von links nach rechts: Rolf Fuhrmann, Sebastian Prödl, Jurica Vranjes, Nils Petersen und Klaus Allofs schreiben für die DeichStube über Werder Bremen.

DeichBlick-Kolumne: Sebastian Prödl schreibt für die DeichStube

Sebastian Prödl: „Bei Rashica habe ich Zweifel“

Dass zuletzt Kritik an der defensiven Spielweise des SV Werder Bremen laut geworden ist, kann ich teilweise nachvollziehen. Aber die Fans müssen sich fragen: Will ich in Bremen auch in der nächsten Saison wieder Bundesliga-Fußball sehen?

Die defensive Ausrichtung gibt Werder derzeit einfach eine gewisse Sicherheit, die Mannschaft fühlt sich wohler, wenn die Abwehr kompakt steht. Durch dieses starke Defensivkonstrukt hat man in Leverkusen gegen einen Champions-League-Kandidaten immerhin einen Punkt geholt – nach dem Motto: Mühsam ernährt sich das Eichhörnchen.

Werder Bremen: Yuya Osako - Aufbauen statt draufhauen!

Die schwächelnde Offensive lässt derzeit nicht mehr zu, Werder schafft es einfach nicht, befreit aufzuspielen. Was dabei herauskommen kann, wenn man zu große Räume öffnet, hat man gegen Union Berlin und den VfL Wolfsburg gesehen. Aber klar: Wenn man Spiele von Manchester City, Bayern München oder dem FC Liverpool sieht – von Clubs, die Europas Fußball dominieren und ein unglaubliches Tempo im Spiel haben –, dann wirken Werder-Spiele im Vergleich fast langweilig.

Yuya Osako wird oft dafür verantwortlich gemacht, dass es so ist. Zuletzt gegen Leverkusen stand er nicht einmal im Kader. Er ist jedoch nicht der einzige Spieler bei Werder, der Probleme hat. Man darf ihm nicht allein die Schuld zuschieben. Vielleicht passt das neue System nicht optimal für ihn, vielleicht bekommt er auch durch die schwierige Situation, in der wir alle durch die Corona-Pandemie stecken, den Kopf nicht richtig frei. Draufhauen ist da der falsche Weg. Man muss ihn aufbauen, um seine zweifellos vorhandenen Qualitäten für die Mannschaft nutzen zu können.

Sebastian Prödl: Profisportler im zweiten Schritt impfen

Dass Selke, Rashica und Füllkrug nach ihren Verletzungen auf dem Weg zurück sind, wird Werder sicher helfen – wenn sie ihre Qualitäten abrufen können. Davie hat jedenfalls in Leverkusen eine gute Mentalität bewiesen und viel nach hinten gearbeitet. Bei Rashica habe ich Zweifel, weil ich nicht sicher bin, ob er nach wie vor wechseln will oder sich wieder ganz auf Werder konzentrieren kann.

Noch ein paar Sätze zum Thema Corona-Impfungen, das uns alle bewegt und uns Hoffnung macht, dass es in absehbarer Zeit wieder aufwärts geht. Es wird jetzt von einigen Seiten gefordert, dass man auch Spitzensportler so bald als möglich impfen sollte, um die Wettkämpfe sicher durchführen zu können. Ich sehe es so: Im ersten Schritt müssen natürlich Menschen geschützt werden, die aufgrund ihres Alters, wegen Vorerkrankungen oder ihrer systemerhaltenden Tätigkeiten einem besonderen Risiko ausgesetzt sind. Aber im nächsten Schritt sollte man andenken, Leute zu impfen, die in Wirtschaftszweigen arbeiten, bei denen sie viel Kontakt mit anderen haben. Und dazu zählen meiner Meinung auch Kontaktsportarten wie der Profifußball.

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