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Noch lange nicht am Ziel: Coach Ole Werner sieht nach Werder Bremens Trainingslager klare Fortschritte - aber auch viel Arbeit

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Von: Malte Bürger

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Trotz der Testspiel-Niederlage des SV Werder Bremen gegen Besiktas Istanbul zieht Coach Ole Werner zieht ein überwiegend positives Trainingslager-Fazit.
Trotz der Testspiel-Niederlage des SV Werder Bremen gegen Besiktas Istanbul zieht Coach Ole Werner ein überwiegend positives Trainingslager-Fazit. © gumzmedia

Bremen – Irgendwann ist auch genug. „Wir waren jetzt elf Tage am Stück zusammen. Das ist das längste Trainingslager aller Bundesligisten, wenn ich das richtig recherchiert habe“, sagte Ole Werner und grinste. Allzu viel detektivische Arbeit benötigte der Chefcoach des SV Werder Bremen dafür freilich nicht – während der Zeit im Zillertal ist er gleich mehrfach von den anwesenden Journalisten darauf angesprochen worden. Und der 34-Jährige hat den ausgedehnten Aufenthalt in Österreich vollends genutzt, seine Spieler ordentlich gefordert. Am Sonntagmorgen dürfte es folglich mit einigermaßen schweren Beinen aus dem Zillertal in Richtung Bremen gegangen sein. „Insofern hat sich die Mannschaft jetzt zwei freie Tage verdient“, erklärte Werner schmunzelnd.

Die Profis des SV Werder Bremen nahmen das Angebot dankbar an. Niclas Füllkrug etwa reiste gar nicht erst mit zurück nach Deutschland, sondern verbringt noch einige Stunden mit seiner Familie in der Alpenrepublik. Marco Friedl verlängerte ebenfalls den Verbleib in seiner Heimat, während Jens Stage ankündigte, kurz in Dänemark vorbeischauen zu wollen. Ab Mittwoch soll dann am Osterdeich die Arbeit fortgesetzt werden, die zuletzt gegen Besiktas Istanbul schon Früchte trug – 1:2-Niederlage hin oder her.

Während der Einheiten zuvor hatte Ole Werner sein Team immer wieder darin geschult, kompakt zu verschieben und bei gegnerischem Ballbesitz enormen Druck beim Verteidigen auszuüben. Das klappte gegen den türkischen Traditionsverein zwar noch nicht perfekt, aber es war deutlich erkennbar, dass sich die Spieler redlich darum bemühten, das Gelernte umzusetzen. „Ich habe es auch den Jungs gesagt: Natürlich bist du enttäuscht, wenn du ein Testspiel verlierst“, meinte Werders Coach, „aber ansonsten muss man einfach sagen, dass wir elf Tage intensiv gearbeitet und alle voll mitgezogen haben.“

Werder Bremen-Coach Ole Werner zieht Fazit zum Zillertal-Trainingslager: „Wir sind einen Schritt weiter“

Auch auf zwischenmenschlicher Ebene hat sich der Trip ins Nachbarland gelohnt. „Wir sind einen Schritt weiter darin, als Gruppe zusammenzuwachsen. Jeder hat den anderen noch ein bisschen besser kennengelernt.“ Nun wissen viele Spieler natürlich schon aus der vergangenen Saison, wie die Kollegen ticken. Doch eben nicht alle. Allein im Zillertal absolvierten in Lee Buchanan, Oliver Burke und Jens Stage drei kurzfristig verpflichtete Neuzugänge ihre ersten Werder-Einheiten überhaupt.

Darüber hinaus sind Amos Pieper und Niklas Stark neu dabei, deren Vorsprung gegenüber diesem Trio nur unwesentlich größer ist. Da war es fast ein Ärgernis, dass ausgerechnet die geplante Team-Building-Maßnahme des SV Werder Bremen in Zell am Ziller sprichwörtlich ins Wasser fiel und witterungsbedingt auf einen Rafting-Trip verzichtet werden musste. „Wir hätten es gerne gemacht, aber es war nun einmal eine Freiluft-Veranstaltung und bei der hat man nun einmal nicht alles in der eigenen Hand“, erklärte Ole Werner. „Ich glaube aber trotzdem, dass wir sehr gut zusammengewachsen sind und die Jungs sehr viel Zeit miteinander verbracht haben.“

Werder Bremen hat nach dem Trainingslager und bis zum Bundesliga-Start „noch eine Menge zu arbeiten“

Das klingt alles reichlich positiv, aber Ole Werner hat bis zum Bundesliga-Auftakt gegen den VfL Wolfsburg am 6. August noch einiges vor. „Wir haben noch eine Menge zu arbeiten – aber eben auch noch eine ganze Menge Zeit“, hob er hervor. In der Tat ist es eher untypisch, dass ein Erstligist schon in dieser Phase des Sommers einen derart wichtigen Teil seines Programms absolviert hat. Viele andere Vereine haben vergleichbare Touren noch vor sich oder gerade erst begonnen. „Am häufigsten legt man solch ein Trainingslager in die Mitte der Vorbereitung, um eine Unterbrechung zu haben und noch einmal Abwechslung zu schaffen“, weiß auch Werder Bremens Trainer, „aber das konnten wir dieses Mal nicht, weil wir zweigleisig planen mussten.“ Zur Erklärung: Die neue Zweitliga-Saison beginnt bereits am kommenden Wochenende, hätte es für die Bremer nicht zum Aufstieg gereicht, wäre sogar noch früher im Zillertal trainiert worden.

In der Vergangenheit, auch damals war Werder Bundesligist, gab es sogar gern mal zwei Sommer-Trainingslager. Eine Extraschicht ist dieses Mal aber nicht vorgesehen. „Stand jetzt werden wir in Bremen bleiben, es ist nichts anderes geplant“, schilderte Werner. „Wir haben dort ja jetzt auch gute Trainingsbedingungen, die Plätze sind neu gemacht worden. Wir haben also alle Gegebenheiten vor Ort und auch unsere Testspiele, die in nicht allzu weiter Ferne liegen.“ Und wenn alles optimal läuft, dann entspricht das Auftreten der Mannschaft des SV Werder Bremen anschließend noch mehr den Idealvorstellungen des Trainers. „Wir wollen an der Klarheit im eigenen Ballbesitz arbeiten. Und wir brauchen eine höhere Spielgeschwindigkeit“, forderte Ole Werner. „Wir müssen schneller und genauer werden, noch schneller Entscheidungen treffen. Das ist das, worum es jetzt geht.“ Aber erst ab Mittwoch. Vorher darf sich noch erholt werden. (mbü)

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