Mit dem Gespann fährt Christien Luckwaldt durchs Wasser
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Beim Bundeschampionat in Moritzburg belegten „Kalli“ und Christien Luckwaldt mit Beifahrerin Johanna Zahn (hinten) die Plätze drei und fünf.

Fehmarnsche Gespannfahrerin Christien Luckwaldt ist im Fahrsport sehr erfolgreich

„Kalli“ hat ein großes Talent

  • Lars Braesch
    vonLars Braesch
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Mit dem Classicpony „Kalli“ ist die Fehmaranerin Christien Luckwaldt sehr erfolgreich im Fahrsport.

  • Von Kindesbeinen an mit Pferden vertraut.
  • Mit Gespannfahren fand das Pony „Kalli“ seine Berufung.
  • Platz drei und fünf beim Bundeschampionat.

Fehmarn – Am 1. Weihnachtsfeiertag drehte Christien Luckwaldt mit dem Classicpony „Kalli“ eine Runde über Fehmarn, um Schoko-Weihnachtsmänner an die Kinder zu verteilen (wir berichteten). Im Fahrsport sind der siebenjährige Wallach und die Gespannfahrerin sehr erfolgreich. 

Christien Luckwaldt ist auf Fehmarn groß geworden und von Kindesbeinen an mit Pferden vertraut. Auch beruflich hat sie sich den Pferden verschrieben und arbeitet als selbstständige Osteopathin und Physiotherapeutin für Pferde und Hunde vor allem in Norddeutschland.

Pony war schwer traumatisiert

2017 kaufte die heute 25-Jährige den damals knapp dreijährigen Hengst „Kryptonite von Krummesse“. Aller Anfang war schwer, denn das Pony war schwer traumatisiert und von Narben übersät. „Ich weiß nicht genau, was passiert ist, aber ‚Kalli‘ hatte das Vertrauen in die Menschen verloren“, blickt die Ponybesitzerin zurück. Mit viel Zeit und Geduld ließ sich „Kalli“ einige Wochen später endlich anfassen, und Christien entdeckte „Kallis“ Vorliebe fürs Gelände. Ein Weg war gefunden und so erwanderten sich die beiden ihre Bindung zueinander auf vielen, vielen Kilometern.

So ein Erfolg mit so einem unerfahrenen Pferd, damit hatte ich wirklich nicht gerechnet.

Christien Luckwaldt

Die Ausbildung des Ponys ging weiter voran. Um den Wallach sowohl körperlich als auch geistig weiter zu fördern, wurde er schonend eingefahren. Schnell zeigten sich „Kallis“ Begeisterung und sein Talent vor dem Wagen. 2019 standen bereits die ersten Turniere an. Im Fahrsport gibt es die Disziplinen Dressur, Kegelfahren sowie den Marathon. Dabei ist das Kegelfahren eher das Pendant zum Springreiten, während im Marathon feste Geländehindernisse bewältigt werden müssen. Innerhalb einer Saison konnte sich das Paar bis zur Klasse M vorarbeiten. „Ich erinnere mich gern an unseren Saisonabschluss in Okel / Bremen zurück, wo wir uns in unseren ersten M-Prüfungen gleich Platz zwei und vier holen konnten“, so die Fehmaranerin weiter. „So ein Erfolg mit so einem unerfahrenen Pferd, damit hatte ich wirklich nicht gerechnet.“

Mit seinem Stockmaß von 113 Zentimetern gilt „Kalli“ als sogenanntes K-Pony. Im Wettkampf startet er jedoch gegen Ponys bis 1,48 Meter Stockmaß. „Mein Gespann ist durch ‚Kallis‘ geringe Größe deutlich kürzer als die der größeren Ponys“, erklärt die Fahrerin. „Dadurch kann ich viel engere Wendungen fahren und so die Sekunden ausgleichen, die auf der Strecke verloren gehen.“ Besonders wichtig sei es für die junge Fahrerin, vertrauensvoll mit ihrem Sportpartner zusammenzuarbeiten. „Ich sorge dafür, dass ‚Kalli‘ gut und sicher durch den Parcours kommt, meine Beifahrerin hilft mir mit der Wegführung im Hindernis und auf der Strecke“, erläutert Christien Luckwaldt. „,Kalli‘ merkt ganz genau, wann es wichtig ist und gibt dann wirklich alles. Er hat einen unglaublichen Kampfgeist.“

Auch Christien Luckwaldts beruflicher Werdegang ist eng mit dem Turniersport verknüpft. „Vor allem im Turniersport wird noch einmal deutlich, wie wichtig eine gute physiotherapeutische Betreuung der Pferde vor, während und nach einem Wettkampf ist. Was im Profifußball schon lange an der Tagesordnung ist, wird auch im Reit- und Fahrsport immer mehr in Anspruch genommen“, berichtet Christien Luckwaldt weiter. „Sowohl der Reit-als auch der Fahrsport sind Teamsportarten. Mit der Besonderheit, dass mein Sportpartner eben vier Beine hat. Egal ob im Job für Kundenpferde oder privat für mein eigenes Pony: Mir geht es immer darum, die Leistung des Pferdes durch optimale Beweglichkeit zu steigern. So sorge ich nicht nur für Erfolg in der Prüfung, sondern auch für langfristige Gesunderhaltung der Pferde.“

Trotz Corona ein erfolgreiches Jahr

2020 war für das Paar coronabedingt ein kurzes, aber dennoch erfolgreiches Jahr. Auf dem Bundeschampionat der Fahrponys in Moritzburg, wo die zehn besten deutschen Fahrponys gegeneinander antreten, sicherte sich das Gespann Platz drei und fünf. „Unsere Dressur in Moritzburg war wirklich toll“, schwärmt die Fahrer- in. „Wir hatten strahlenden Sonnenschein, Moritzburg ist eine tolle Kulisse und ,Kalli‘ war super drauf, er ist buchstäblich durchs Dressurviereck geschwebt.“

Bronze gab es bei den Landesmeisterschaften in Klappschau.

Bei den schleswig-holsteinischen Landesmeisterschaften konnte sich „Kalli“ unter starker Konkurrenz die Bronzemedaille holen. Abschluss der Saison war dann auf der deutschen Meisterschaft der Pony-Vierspänner in Lähden, wo „Kalli“ kurzfristig als Ersatz-Pony einspringen durfte und mit dem Gespann von Nicole Harm auf Platz fünf landete.

In ihrer ersten Fahrsaison startete Christien Luckwaldt für den Fehmarnschen Ringreiterverein (FRRV). Da es in Ostholstein jedoch wenig Möglichkeiten im Fahrsport gibt, wechselte die Fehmaranerin zum Reit- und Fahrverein Neuengörs. Dem FRRV hält sie weiterhin als Mitglied die Treue und unterstützt die Turniere als Sponsorin. 

Derzeit bereiten sich die Fahrerin und ihr Pony auf die kommende Turniersaison vor. „Wir haben das Bundeschampionat 2021 fest im Blick, ebenso die Kreis- und Landesmeisterschaften sowie die deutsche Jugend-Meisterschaft der Einspänner.“ Coronabedingt werden die Turniere erst im Sommer starten. Das gibt dem erfolgreichen Team ausreichend Gelegenheit, sich ohne Zeit- und Erfolgsdruck vorzubereiten, denn darin liegt für Christien Luckwaldt der Schlüssel zum Erfolg

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