SHFV sagt wegen des Coronavirus alle Spiele von der Oberliga abwärts ab

Generalabsage bis zum 19. April

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Die Fußballer im Verbreitungsgebiet (hier Justin Scheel, l.) müssen bis zum 22. März aufgrund einer Generalabsage pausieren.

Fehmarn – lb – Der Coronavirus hat den Amateur-Fußball erreicht. Das geschäftsführende Präsidium des Schleswig-Holsteinischen Fußballverbands (SHFV) hat am Donnerstag entschieden, den Spielbetrieb in Schleswig-Holstein bis einschließlich Sonntag (22. März) einzustellen. Die Generalabsage betrifft alle Spielklassen von der Oberliga abwärts. Damit reagiert der Verband auf die aktuelle Entwicklung rund um das Thema Coronavirus. Die Generalabsage wurde am Montag (16. März)  bis einschließlich 19. April (Sonntag) verlängert. 

Am Donnerstagnachmittag setzte auch der Norddeutsche Fußball-Verband (NFV) als Träger der Regionalligen Nord bei den Frauen und Herren sowie von den A-Junioren bis zu den C-Junioren den kommenden Spieltag komplett ab.

„In Absprache mit den Vorsitzenden der jeweiligen Spielausschüsse sind wir zu dem Entschluss gekommen, dass eine Generalabsage zum Wohle aller Beteiligten unumgänglich ist“, erklärt SHFV-Präsident Uwe Döring in einer Pressemitteilung. „Jedes Wochenende werden in Schleswig-Holstein rund 2500 Fußballspiele ausgetragen. Insbesondere auf dem Platz, aber auch auf den Zuschauerrängen herrscht ein erhöhtes Infektions-Risiko. Um dieses Risiko für alle Beteiligten zu minimieren und somit einen Beitrag zur Verlangsamung der Ausbreitung des Virus zu leisten, haben wir diese Entscheidung getroffen. Im Sinne unserer gesellschaftlichen Verantwortung sehen wir keine andere Möglichkeit“, so Döring.

Neben den angesetzten Partien des regulären Spielbetriebs sind auch Freundschaftsspiele von der Generalabsage betroffen. Darüber hinaus sind alle Vereine dazu aufgefordert, aktiv zu prüfen, ob es Spielerinnen und Spieler in ihren Mannschaften gibt, die in den vergangenen zwei Wochen aus einem Risikogebiet zurückgekehrt sind und diese – unabhängig von etwaigen Symptomen – nicht an einem etwaigen Trainingsbetrieb teilnehmen zu lassen. Auch die laufenden Trainerausbildungen in den Kreisen und im Uwe Seeler Fußball Park in Malente werden bis einschließlich 22. März ausgesetzt.

„Die aktuelle Entwicklung um den Coronavirus muss täglich neu bewertet werden. Wir werden die Entwicklung genau beobachten und zu gegebener Zeit entscheiden, inwieweit wir den Spielbetrieb und die Ausbildungsmaßnahmen nach dem 22. März wieder aufnehmen können“, erklärt SHFV-Geschäftsführer Tobias Kruse.

Die FT-Sportredaktion hörte sich einmal um, was die Fußballer im Verbreitungsgebiet zur Generalsage sagen.

„Wir unterstützen die Sache. Auch im Jugendfußball muss der Ball ruhen. Wir wollen keine Panik schieben, jedoch gewinnen wir mit der Absage Zeit. Durch die Osterferien gerade im Jugendfußball“, erklärte KFV-Vorsitzender Klaus Bischoff auf FT-Nachfrage. Nach 14 Tagen könne der SHFV entscheiden, wie es in Sachen Fußball weitergehe. Hier sei der Kreisfußballverband Ostholstein voll und ganz solidarisch.

Auch das Training der Mädchenkreisauswahl hat Bischoff abgesagt. „Bezüglich des Trainingsbetriebes entscheiden die Vereine in Eigenregie“, so der 1. Vorsitzende weiter.

Gar kein Verständnis für die Generalabsage hatte RSV-Urgestein Karl Maas. „Es ist eine reine Hysterie. Wir springen uns ja nicht auf dem Fußballplatz um den Hals und küssen uns. Dann darfst Du nirgends mehr hingehen“, so Maas.

SG I-Coach Daniel Ackermann bezeichnete die Absage als „unpopuläre Maßnahme“, die aber absolut notwendig sei. „Wir müssen versuchen, den Virus einzudämmen, und dabei müssen die Fußballmannschaften aktiv mitwirken“, erläuterte Ackermann. Mit der SG I wäre Ackermann heute Abend beim OSV II zu Gast gewesen. Auch am Schauenburger Platz hatte OSV II-Coach Frank Nicklas Verständnis für die Generalabsage. „So kommt etwas Ruhe in die Sache“, sagte Nicklas gegenüber der Heimatzeitung.

„Die Gesundheit geht vor, jedoch stellt uns die Absage vor Probleme, da die Spiele irgendwann nachgeholt werden müssen“, meinte SG II-Coach Florian Stolte. Die SG II hätte zu Hause am Sonntag gegen die SG Lensahn/Kabelhorst spielen sollen.

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