Störche deklassieren Bundesligaabsteiger im ausverkauften Volksparkstadion / HSV-Fan Yannic Slowy: „Es tat sehr weh“

Holstein Kiel verhaut den Hamburger SV mit 3:0

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Jae-Song Lee (l.) im Zweikampf mit David Bates. Holstein Kiel siegte zum Start in Liga zwei mit 3:0 beim Hamburger SV.

HAMBURG -dpa/lb- Zum Auftakt in der 2. Fußballbundesliga hat Holstein Kiel den gastgebenden Hamburger SV am Freitagabend vor ausverkauftem Haus (57000 Zuschauer) mit 3:0 (0:0) verhauen.

Der HSV vergab Dutzende Chancen, was die Kieler nach dem Seitenwechsel eiskalt bestraften. In der 56. Spielminute landete ein schnell ausgeführter Einwurf bei Jae-Song Lee, der aus der Drehung Jonas Meffert bediente. Meffert zog in die Mitte und schoss den Ball aus 20 Metern in den rechten Winkel zum 1:0. „Ich bin mit Tempo auf die Abwehrkette zugelaufen und habe gemerkt, dass der Verteidiger ein bisschen spekuliert. Normalerweise spiele ich in so einer Situation den Ball quer, jedoch habe es diesmal selbst probiert“, so Meffert auf FT-Nachfrage in der sogenannten Mixed-Zone nach dem Spiel. Meffert sei sehr gut aufgenommen worden in der Landeshaupstadt. Vor dem Führungstreffer lenkte Holstein-Keeper Kenneth Kronholm einen Schuss von Khaled Narey glänzend zur Ecke (53.). Narey verpasste am langen Pfosten eine Flanke von Rick van Drongelen (74.). Nun verdaddelten HSV-Keeper Julian Pollersbeck (spielte zum Teil sehr weit vor seinem Gehäuse) und Matti Steinmann den Ball. Lee leitete umgehend den Konter ein und legte quer zum eingewechselten neuen Kieler Kapitän David Kinsombi, der mühelos das 2:0 erzielte (78.). In der Nachspielzeit schoss Mathias Honsak den HSV mit dem 3:0 endgültig ab (92.).

Auf der Nordtribüne erlebte HSV-Fan und „B-Klassen-Ronaldo“ Yannic Slowy die Partie. Für 185 Euro hatte sich Slowy auch für Liga zwei eine Dauerkarte geholt. „Es tat sehr weh“, erklärte Slowy am Sonnabend gegenüber der Heimatzeitung.

„Ich will immer gewinnen, von daher war es schön“, sagte Kiels neuer Trainer Tim Walter mit einem verschmitzten Lächeln. Sein Hamburger Kollege Christian Titz meinte „Kiel war im zweiten Abschnitt griffiger.“ Seine Mannschaft habe die Linie verloren. „Wir haben verdient verloren. Jetzt heißt es, das sacken zu lassen. Und dann gehen wir in Ruhe in die Analyse.“, so Titz abschließend.

Mit der Niederlage verzögert sich der geplante Durchmarsch der Hamburger. Kiel ist auch nach dem Umbruch weiterhin in der Lage, für Highlights zu sorgen. Der HSV reist am nächsten Sonntag zum SV Sandhausen (13.30 Uhr). Holstein empfängt im ersten Heimspiel den 1. FC Heidenheim (Sonntag, 15.30 Uhr).

Am Sonnabend legte mit dem 1. FC Köln der nächste Meisterschaftsfavorit mit einem 2:0 (1:0)-Sieg beim VfL Bochum nach. Kölns Trainer Markus Anfang schickte mit Rafael Czichos und Dominick Drexler gleich zwei Ex-Holstein-Spieler von Beginn an ins Rennen. Kurz vor der Pause unterlief Maxim Leitsch ein Eigentor (44.). Aus kurzer Distanz erhöhte Czichos nach einem Freistoß auf 2:0. Die Gäste gerieten dann noch einmal in Unterzahl als Verteidiger Jorge Meré die Gelb-Rote Karte sah. Der VfL konnte aus der Überzahl jedoch kein Kapital schlagen.

HSV gegen Holstein Kiel in Bildern

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