„Störche“ müssen sich vor Geisterkulisse in Regensburg mit einem Punkt begnügen

Holstein Kiel verspielt 2:0-Führung

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Marco Grüttner (l.) im Zweikampf mit Phil Neumann (Kiel) – und das vor einer Geisterkulisse.

Regensburg –dpa- Nach zweimonatiger Zwangspause wegen der Corona-Pandemie hat Fußball-Zweitligist Holstein Kiel den siebten Auswärtssieg in der Nachspielzeit verpasst. Die „Störche“ kamen am Sonnabend nach einer 2:0-Führung bei Jahn Regensburg über ein 2:2 (1:0) nicht hinaus.

„Die Gefühlslage ist so, dass wir enttäuscht sind. Eine gefühlte Niederlage ist es nicht, weil wir einen Punkt haben“, sagte Kiels Trainer Ole Werner. Jae-Sung Lee (3. Minute) und Finn Porath (59.) erzielten die Tore für die Gäste. Sebastian Stolze (76.) und Andreas Albers (90.+3/Foulelfmeter) trafen für die Oberpfälzer, die nach zuvor drei Niederlagen in Serie erstmals wieder punkteten.

Mit dem frühen Führungstor erwischten die Kieler, die bis auf Mittelstürmer Janni Serra (Oberschenkel-Operation) in Bestbesetzung antreten konnten, einen Start nach Maß. Kapitän Hauke Wahl verlängerte eine Ecke von Salih Özcan per Kopf auf Lee. Der südkoreanische Nationalspieler ließ sich die Gelegenheit nicht entgehen und schoss aus Nahdistanz zu seinem achten Saisontreffer ein.

Lees Tor war das erste nach der Corona-Zwangspause im deutschen Profifußball überhaupt. Nach dem Treffer berührten sich die Mitspieler kurz mit den Unterarmen, um laut Hygienekonzept der DFL direkten Körperkontakt zu vermeiden.

Holsteins Keeper Ioannis Gelios verhinderte nach 20 Minuten den Ausgleich, als er einen Schuss von Regensburgs rechtem Verteidiger Oliver Hein reaktionsschnell parierte. Das waren im Wesentlichen die beiden einzigen torgefährlichen Aktionen einer ersten Halbzeit, in der beiden Mannschaften die lange Zwangspause wie erwartet anzumerken war. Dennoch war die Partie ansehnlich

Eine tolle Kombination über mehrere Stationen, die der eben erst eingewechselte Porath eiskalt abschloss, schien die Norddeutschen endgültig auf die Siegerstraße zu bringen. Stolzes Anschlusstreffer machte den Gastgebern wieder Hoffnung. Ein umstrittener Strafstoß, den Albers sicher verwandelte, brachte die Kieler um den verdienten Lohn. Deshalb blieb die Freude über den einen Punkt verhalten.

Kiels Kapitän Hauke Wahl: „Das fängt schon bei der Erwärmung an. Man läuft ins Stadion rein und man hört nichts. Die Atmosphäre ist schon komisch. Aber im Spiel ist man im Fokus, da blendet man das komplett aus. Stefan Thesker (Holstein Kiel): „Alles in allem ist das Ergebnis enttäuschend. Wir haben über weite Teile des Spiels gut gespielt und uns viele Chancen erspielt. Dann hatten wir jedoch aus unerklärlichen Gründen keinen Zugriff und keine Ballpassagen mehr.“

Kiel: Gelios – Neumann, Wahl, Thesker, van den Bergh (73. Seo) – Meffert, Mühling (81. Ignjovski), Salih Özcan, Iyoha (57. Porath), Reese (57. Atanga) – Lee. Schiedsrichter: Martin Petersen (Stuttgart) Tore: 0:1 Lee (3.), 0:2 Porath (58.), 1:2 Stolze (75.), 2:2 Albers (90.+2, Foulelfmeter).

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