Deutsche Meisterschaften: Der 13-jährige Jesse Dorn aus Großenbrode triumphiert im thüringischen Friedrichroda

„Mentalmonster“ ist U-15-Meister im E-Dart

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Jesse Dorn aus Großenbrode setzte sich kaltschnäuzig im U-15-Finale durch.

Friedrichroda –mb– Der erst 13-jährige Jesse Dorn vom SV Fehmarn ist deutscher U-15-Meister im E-Dart (wir berichteten). Der Deutsche Dart Sport Verband (DDSV) richtete am Wochenende die zwölfte offene deutsche Jugendmeisterschaft bei der U-15 und U-18 im thüringischen Friedrichroda aus. Der Dartnachwuchs des SV Fehmarn und des RSV Landkirchen entsandte sechs Jugendliche nach Mitteldeutschland.

Begleitet wurden die Darter von Martin „Mambo“ Bak und Florian Stolte. Bei der U-15 ging lediglich Jesse Dorn an den Start. Mathis Scheef (15 Jahre), Ben Paul- sen (16), Bjarne Dorn (16), Ben Wohler (17) und Tim Sonder (18) starteten allesamt im U-18-Wettbewerb. Gespielt wurde im sogenannten Round Robin System (jeder gegen jeden). Die Endrunde wurde am Sonntag ausgetragen.

Die Jungs kamen aufgrund des Spielsystems auf vier bis fünf Gruppenspiele. Die beiden Gruppenersten landeten danach im A-Hauptfeld. Für die bis zu drei Gruppenletzten ging es im B-Hauptfeld weiter. Gespielt wurde an allen Tagen und in allen Disziplinen 501 Master Out, auf zwei Gewinnsätze.

In der Gruppenphase gewann Jesse Dorn alle vier Spiele, wobei er nur ein Leg (Spiel) abgeben musste. Ebenfalls qualifizierten sich Mathis Scheef als Gruppensieger und Ben Wohler als Gruppenzweiter für das Hauptfeld bei der U-18. Bjarne Dorn, Tim Sonder und Ben Paulsen kamen ins B-Hauptfeld.

Bei der Auslosung hatten Scheef und Wohler Pech und erwischten zwei ganz dicke Brocken. Auch hielten die eigenen Nerven nicht, und die Leistung vom Vortag konnte nicht mehr abgerufen werden. Beide belegten den geteilten 13. Platz bei 16 Startern.

Bjarne Dorn hingegen war nicht zu halten, er gewann sehr souverän den B-Wettbewerb und gab in sechs Spielen gerade mal ein Leg ab. Für Platz zwei in der Gruppe fehlte dem älteren Dorn-Bruder lediglich ein Leg. Ben Paulsen belegte den fünften Platz, Sonder wurde Neunter.

Jesse Dorn zog nach vier Siegen in Folge ungefährdet ins Finale ein. Im gesamten Turnier spielte der U-15-Meister einen sogenannten Average (Durchschnittspunkte je Wurf) von 70. „Das ist schon sensationell“, schwärmte sein Trainer Bak. Im Endspiel gegen Justin Frerichs ging es richtig zur Sache. Der 13-Jährige begann gewohnt stark. Mit einem sogenannten Highfinish von 134 gewann Dorn den ersten Satz. Satz zwei ging bei eigenem Anwurf an Frerichs. Im dritten Satz vergab Dorn seinen Meisterdart. So konnte der Gegner zum 1:1 ausgleichen.

Nun stieg die Spannung ins Unermessliche. „Man hätte die berühmte Stecknadel fallen lassen können, und alle im Hotelsaal hätten es klimpern gehört“, schilderte Coach Bak seine Eindrücke vom Finale. Ein kurzes Raunen von Bruder Bjarne an die Coaches: „Am besten spielt mein Bruder unter hohem Druck, da ist er ein ‚Mentalmonster‘”. Und ganz genau so kam es dann auch, Dorn marschierte unwiderstehlich, mit mindestens einer hohen Tripleaufnahme davon. In Runde sechs verpasste er zwei Matchdarts knapp, kam aber nicht in Gefahr zu verlieren, weil sein Gegner noch nicht im Checkbereich war. Dorn flüsterte seinen Teamkameraden zu: „Den nächsten mache ich zu.“ Jesse Dorn sollte recht behalten. Sein Pfeil landete in der zum Matchgewinn in der Doppel 4. Grenzenloser Jubel bei den Fehmaranern. Alle lagen sich in den Armen.

Ein toller Erfolg vom „Großenbroder Jung”, der allerdings nicht von ungefähr kommt, ständiges Training und regelmäßige Punktspiele haben ihn so weit nach vorn gebracht. „In der Ostseedartliga kommt er häufiger im Team von Teestube I zum Einsatz. Da wir in der Liga mittlerweile nur noch drei Raucherkneipen haben, dürfen die Jugendlichen in fast allen Ligaspielstätten mitspielen, das wiederum ist eine Erfahrung, die die Jungs unheimlich weiterbringt”, so Bak.

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