Eine Spielszene aus Heringsdorf gegen die SG Insel Fehmarn
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Der Spielabbruch von Heringsdorf bekommt ein juristisches Nachspiel. Die verletzten SG-Spieler Moritz Matzen (r.), Justin Scheel und SG-Kapitän Fabian Plöger erstatteten heute Anzeige wegen Körperverletzung.

Juristisches Nachspiel

Spielabbruch: SG-Spieler erstatten Anzeige

  • Lars Braesch
    VonLars Braesch
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  • Patrick Rahlf
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Der Spielabbruch von Heringsdorf wird ein juristisches Nachspiel bekommen. Moritz Matzen, Justin Scheel und Fabian Plöger erstatteten heute Anzeige wegen Körperverletzung bei der Polizei.

  • Matzen und Scheel mussten mit einer Nasen- und Schädelprellung im Krankenhaus übernachten.
  • SVH-Vorsitzender Karsten Jark verurteilt die Gewältausbrüche aufs Schärfste.
  • Ein SVH-Spieler ausgeschlossen.

Heringsdorf – Der Spielabbruch von Heringsdorf (wir berichteten) wird ein juristisches Nachspiel bekommen. Dies bestätige Polizeisprecherin Kristin Clasen von der Pressestelle der Polizeidirektion Lübeck auf Nachfrage. So mussten Moritz Matzen und Justin Scheel (Nasen- und Schädelprellung) aufgrund ihrer Verletzungen die Nacht im Krankenhaus verbringen. 

Platzwunde mit zwei Stichen genäht

Eine Platzwunde bei SG-Kapitän Fabian Plöger musste mit zwei Stichen genäht werden. Die SG-Spieler erstatteten heute (18. Oktober) Anzeige wegen Körperverletzung. 

Solche Szenen gehören auf keinen Fußballplatz der Welt

Karsten Jark, 1. Vorsitzender des SV Heringsdorf

Karsten Jark, 1. Vorsitzender des SV Heringsdorf, hat die Gewaltausbrüche im Spiel seiner Mannschaft gegen die SG Insel Fehmarn aufs Schärfste verurteilt. „Das geht gar nicht. Da gibt es nichts, aber auch wirklich gar nichts zu beschönigen. Solche Szenen gehören auf keinen Fußballplatz der Welt.“  

Wer Gewalt anwendet, wird bei uns nicht mehr geduldet

Karsten Jark, 1. Vorsitzender des SV Heringsdorf

Jark selbst habe bis zu den turbulenten Szenen ein faires Kreisligaspiel mit einer Gelben Karte in 60 Minuten gesehen, danach sei die Partie aus unerklärlichen Gründen gekippt. „Es war ein ganz normaler Zweikampf in der 60. Minute, hier ist absolut kein Vorwurf in Richtung der SG Insel zu machen“, so Jark. Im Anschluss sei einem Spieler der Heringsdorfer „vollständig die Sicherung durchgebrannt“, so der SVH-Vorsitzende. Zwar waren zwei Heringsdorfer an den Schlägen beteiligt, nur ein Spieler hätte sich laut Jark aber „massiv danebenbenommen“. „Dieser Spieler ist bei uns nicht mehr willkommen. Er wird nie wieder in Heringsdorf Fußball spielen.“ Der Vorstand und das Trainerteam des SVH haben am Sonntag noch lange zusammengesessen und einen Regelkatalog auf den Weg gebracht. „Wer Gewalt anwendet, wird bei uns nicht mehr geduldet.“

Für den 1. Vorsitzenden, der sich seit Jahren in der Flüchtlingsarbeit engagiert, ist der Vorfall extrem bitter. „Wir haben mehr als 40 Flüchtlinge im Verein, die hier Sport machen und sich gut benehmen können. Weil jetzt zwei über die Stränge geschlagen haben, fällt das aber leider auf alle zurück“, weiß Jark. 

Auch ich muss mich fragen, ob ich mir das noch länger antun werde

SVH-Trainer Hans-Ferdinand Köhler

Auch SVH-Trainer Hans-Ferdinand Köhler hinterfragt sich, denn in den vergangenen Wochen sei seine Mannschaft schon häufiger durch Undiszipliniertheiten und Rote Karten aufgefallen. „Auch ich muss mich fragen, ob ich mir das noch länger antun werde. Die Vorfälle der letzten Wochen lassen mich daran zweifeln, dass das Integrationskonzept bei uns – jedenfalls mit einigen Spielern – aufgeht.“ Derzeit laufe es bei allem Einsatz für die gutgemeinte Sache augenscheinlich in die falsche Richtung. Die Vorfälle seien Wasser auf die Mühlen derer, die Integrationsbemühungen von vornherein ablehnen. 

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