Copa Costa Rica: Platz zwei im Einzel / Gold um einen Satz verpasst / Mit dem Kanadier Gabriel Seguin im Teamwettbewerb

Zweimal Silber für Thomas Rau

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Thomas Rau (l.) gewann bei der Copa Costa Rica in San José zweimal Silber.

FEHMARN -lb- Bei der Copa Costa Rica in San José gewann Fehmarns Behindertensportler Thomas Rau zweimal Silber. 2015 konnte der Tischtennisspieler die Copa gewinnen und wurde damals von einer Jury zum besten stehenden Spieler gewählt. Damals sammelte Rau wichtige Weltranglistenpunkte für die Qualifikation zu den Paralympics in Rio de Janeiro. 2019 ist wieder ein Qualifikationsjahr. In Tokio 2020 will Rau zum dritten Mal bei den Paralympics aufschlagen.

Im Einzel waren in der Wettkampfklasse 6 insgesamt nur fünf Tischtennisspieler am Start. So entfiel die Finalrunde, es wurde der Sieger in der Gruppe ermittelt. Hier verfehlte Thomas Rau um einen Satz die Goldmedaille. Matias Nicolas Pino Lorca (Chile) hatte knapp die Nase vorn. Lorca hatte Rau im Oktober bei der Weltmeisterschaft nach einem packenden Match mit 3:2 besiegt. Diesmal hatte Lorca das Nachsehen. Rau siegte mit 3:1 (11:4, 7:11, 11:6, 12:10). Zum Auftakt gab es einen klaren 3:0-Erfolg (11:6, 11:6, 11:5) gegen den Kasachen Kanat Ussenov. Ebenfalls mit 3:0 (11:6, 11:6, 11:7) konnte der Fehmaraner mit Domingo Arguello Garcia einen Spieler der gastgebenden Nation besiegen. Überraschend verlor Rau im nächsten Match gegen Ignacio Hernan Torres Orostica (Chile) mit 1:3 (11:8, 12:14, 5:11, 9:11). Damit sicherte sich Torres Orostica den dritten Platz, da sein Landsmann Lorca alle anderen Partien mit jeweils 3:0 gewann. 

Im Einzel spielte der Fehmaraner gegen vier weitere Tischtennisspieler in der Wettkampfklasse 6. Auch im Teamwettbewerb wurde es an der Seite von Gabriel Seguin (Kanada) Silber.

Im Teamwettbewerb gab es keine freien Spieler mehr, die Rau bekannt waren. Hier können Spieler aus unterschiedlichen Nationen ein Team bilden. Der Insulaner spielte mit Gabriel Seguin (Kanada) zusammen. „Gabriel konnte sogar etwas deutsch und war voll in Ordnung“, erklärte Rau gegenüber der Heimatzeitung. Die anderen Teams hätten das deutsch-kanadische Duo unterschätzt. Gegen das an Nummer eins gesetzte Team Japan (Masachika Inoue/Takuya Shibasaki) gewannen Rau/Seguin überraschend das Doppel mit 3:1 (11:8, 11:6, 9:11, 11:9). Danach fegte Rau den von den Japanern an Nummer zwei gesetzten Shibasaki mit 3:0 (11:6, 11:7, 11:6) von der Platte und sicherte so den 2:0-Sieg. Danach folgte ein 2:1-Erfolg gegen die Gastgeber. Das Doppel gegen Garcia/Hernan Rojas Fonseca war mit 3:0 (11:8, 11:9, 11:8) eine klare Angelegenheit. Danach verlor Seguin mit 2:3 (7:11, 8:11, 11:8, 11:7, 6:11) gegen Garcia. Mit einem 3:0-Sieg (11:2, 11:6, 11:9) gegen Fonseca sorgte Rau wieder für den entscheidenden Punktgewinn. Das letzte Gruppenspiel gegen Venezuela (Jean Pierre Giraud Gonzalez/Alger Benito Martinez Paz) ging mit 0:2 verloren. Die Südamerikaner gewannen das Doppel mit 3:1 (11:9, 9:11, 13:11, 12:10). Danach verlor Seguin glatt mit 0:3 (9:11, 3:11, 5:11). Die Niederlage war jedoch nicht relevant, da das japanische Team mit 2:1 gegen Venezula siegte und der Einzug ins Halbfinale schon vorher feststand. Dort trafen Rau/Senguin auf Tschechien. Die Tschechen waren mit Daniel Horut, Zbynek Lambert und Kristian Jelinek als 3er-Team gestartet. „Die Tschechen haben sich bei der Aufstellung verzockt. Die dachten, die gewinnen locker das Doppel und Jelinek holt als schwächster Spieler gegen Gabriel locker den Punkt“, erläuterte Rau. Es kam anders. Das Doppel ging tatsächlich mit 0:3 (10:12, 8:11, 4:11) an Horut/Lambert, dann überraschte Senguin mit einem klaren 3:0-Erfolg (14:12, 11:6, 11:1) über Jelinek. Nun musste Rau mit Horut gegen den stärksten Tschechen an die Platte. „Zu meiner Überraschung konnte ich mit 3:1 gewinnen und wir waren im Finale“, freute sich Rau. Im Endspiel gab es eine 0:2-Niederlage gegen Chile (Lorca/ Torres Oristica).

Vor dem Turnier unternahmen die deutschen Nationalspieler noch eine Krokodilstour, danach blieb noch ein Trainingstag in der Halle, um sich an die Bedingungen zu gewöhnen. Vor dem Rückflug nach Deutschland ging es noch einmal in den Urwald, und von dort direkt zum Flughafen. Bei der Reise zum Weltranglistenturnier, die die Nationalspieler aus eigener Tasche bezahlt haben, unterstützte die Reimer-und-Magdalena-Jens-Stiftung den Tischtennisspieler.

„Zweimal Silber ist nicht die optimale Ausbeute. Da ich im Team aber nicht mit einer Medaille gerechnet habe, bin ich zufrieden“, bilanzierte Rau abschließend.

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