Heiligenhafen 1:5 beim TSV Ratekau

3. Advent: Like ice in the sunshine

Schiedsrichter-Assistent Joachim Hertel mit der Langnese-Fahne. Foto: Höppner

HEILIGENHAFEN (hö)  • Über eine Stunde lang wehrte sich Kreisliga-Schusslicht TSV Heiligenhafen beim Favoriten TSV Ratekau prächtig, am Ende mussten die Warderstädter aber sogar noch froh sein, nur mit 1:5 (1:1) verloren zu haben. In der Schlussviertelstunde lief gar nichts mehr. Zum Glück vergaben die Gastgeber in einem schwachen Spiel mehrere Überzahlsituationen kläglich.

Für die Farbtupfer in diesem Spiel am kühlen 3. Advent sorgten aber in erster Linie die Schiedsrichter-Assistenten, denn diese setzten sich auf recht unkoventionelle Weise 90 Minuten in Szene. Da sie keine regulären Fahnen zur Verfügung hatten – der Unparteiische hatte seine nicht dabei, der TSV Ratekau konnte keine auftreiben –, schnappten sie sich die am Stadion-Kiosk flatternden Langnese-Fahnen und streckten diese dann in die Höhe, wenn der Spielverlauf es erforderte. Ob das Schiedsrichter-Gespann nach Spielschluss unter der Dusche den Song „Like ice in the sunshine“ trällerte, ist der HP-Redaktion nicht bekannt, doch in der Kino-Werbung würde sich das Gespann nicht schlecht machen.

Zurück zum Spiel: Zunächst einmal ließen die Heiligenhafener kaum etwas zu gegen lasche Ratekauer. Die Abwehr um Libero Alpaslan Akyavuz, der zum ersten Mal nach zwei Monaten (Blinddarm-OP) wieder mitwirkte, stand recht sicher. Sascha Buhmann bearbeitete Torben Ruess, Florian Sachau kümmerte sich gut um Martin Schiwietz.

Im Spiel nach vorn hatten die Heiligenhafener aber rein gar nichts zu bieten. Mit einer Ausnahme, als sich Torben Senger gegen die zu weit aufgerückte Ratekauer Abwehr durchsetzte und nur noch von Patrick Baumann von den Beinen geholt werden konnte. Klare Sache: Elfmeter. Artur Lammert (19.) lief an und ließ TSV-Torwart Oelfke, der an diesem Nachmittag keine einzige Parade zeigen musste, keine Abwehrchance – und der krasse Außenseiter führte.

Die Gastgeber wachten nun kurz auf, antworteten mit einigen Angriffen, die Maximilian Ackermann (22.) und Martin Schiwietz (23.) aber noch nicht erfolgreich abschließen konnten. Erst Torben Ruess (26.) sorgte per Kopf nach einem Stahl-Freistoß für den Ausgleich. Dann passierte auf dem Spielfeld lange Zeit gar nichts mehr, einzige Abwechslung: die flatternden Langnese-Fahnen.

Auch nach der Pause gab es kaum Aufreger. Lange Zeit die einzig erwähnenswerte Szene war der 2:1-Treffer durch Bastian Stahl (54.), der nach einem Baumann-Zuspiel nur noch einzuschieben brauchte. Ein Bemühen um den Ausgleich war den Warderstädtern zwar nicht abzusprechen, doch es fehlte einfach der Druck, um die nicht immer fehlerfreie Abwehr der Gastgeber entscheidend fordern zu können.

In der Endphase des Spiels ging dem TSV Heiligenhafen dann gänzlich die Puste aus, sodass die Gastgeber oft in Überzahl auf das von Pascal Diouri gut gehütete Tor zuliefen. Nachdem Stahl (75.) zunächst mit einem Kopfball nur den Pfosten traf, machte es Torben Ruess (85.) besser und köpfte zum 3:1 ein. Bei einem Rettungsversuch ins eigene Netz köpfte schließlich Alpaslan Akyavuz (91.), ehe Andre Deichmann (93.) denn Endstand herstellte.

Auch wenn die erste Stunde des TSV Heiligenhafen akzeptabel war – in dieser Verfassung dürfte der Klassenerhalt nur schwer zu erreichen sein. Da kommt eine Menge Arbeit zu auf Neu-Trainer Dirk Zduneck.

TSV: Diouri – Akyavuz – Buhmann, Sachau – Ruser, Sorge, (69. Eichholz), Rathke, Senger, Maliqi, Lammert – Baßmann.

Beste Spieler: Akyavuz, Diouri.

Schiedsrichter: Müller (Schashagen), durchschnittlich.

Tore: 0:1 (19./FE) Lammert, 1:1 (26.) Ruess, 2:1 (54.) Stahl, 3:1 (85.) Ruess, 4:1 (91./ET) Akyavuz, 5:1 (93.) Deichmann.

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