Aufsteiger Oldenburger SV verkauft sich beim 0:2 teuer – Saison-Opening vor einer Traumkulisse von 1667 Zuschauern

Eutin 08 wird seiner Favoritenrolle gerecht

In der 40. Minute ging Sebastian Witt, bedrängt von OSV-Kapitän Björn Wölk, im Strafraum zu Boden. Witt wollte den Elfer zu sehr, sodass Kunkel weiterspielen ließ.
+
In der 40. Minute ging Sebastian Witt, bedrängt von OSV-Kapitän Björn Wölk, im Strafraum zu Boden. Witt wollte den Elfer zu sehr, sodass Kunkel weiterspielen ließ.

Oldenburg - Von Andreas Höppner. Der Oldenburger SV bekam am Freitagabend nach dem SH-Liga-Auftakt gegen Eutin 08 von allen Seiten Lob. 1667 Zuschauer waren gekommen, um den Aufsteiger bei seinem Saisondebüt im Derby gegen den favorisierten Gast aus der Kreisstadt zu sehen. Der OSV verkaufte sich teuer, doch nach 90 Minuten stand ein verdientes 0:2 (0:0) zu Buche.

Beiden Teams war bei diesem Saison-Opening vor einer Traumkulisse in den ersten Minuten eine Anfangsnervosität nicht abzusprechen. Doch Eutin übernahm früh das Kommando, um über Ballbesitz kluge Angriffe zu fahren. Das gelang im ersten Spielabschnitt aber nur sporadisch, weil die Gastgeber in der eigegen Hälfte gut gestaffelt standen und nur wenig zuließen.

Gefährlich wurde es in der Oldenburger Hälfte nur, wenn Kevin Hübner auf der linken Seite sein Können aufblitzen ließ oder aber Philip Nielsen nach Eckbällen zu zwei Kopfbällen kam. Die größte Möglichkeit zur 08-Führung vergab er mit einem Kopfballaufsetzer (32.).

Die klareren Einschussgelegenheiten hatte im ersten Spielabschnitt hingegen der OSV, der sich immer dann gut in Szene setzen konnte, wenn er zu Kontern kam oder von Fehlern der Gäste profitierte.

So scheiterte Dennis Kowski (12.) nach einem öffnenden Pass von Rico Bork an 08-Keeper Fabian Oeser mit einem Flachschuss, und Tjorven Köhler (22.) hatte Pech, dass er nach einem Zuspiel von Daniel Junge nicht richtig zum Abschluss kam. Die größte Chance auf das 1:0 hatte dann Daniel Junge (35.), der nach Pass von Freddy Kaps aus halblinker Position knapp verzog. Zuvor hatte Kaps einen ungenau gespielten Pass von Kevin Wölk abgefangen.

Nach der Pause stellte Gästecoach Mecki Brunner um. Er ließ 4-1-4-1 spielen und fortan wurde die Dominanz der Rosenstädter immer größer. Vor allem auch, weil der eingewechselte Timo Klotz auf der linken Außenbahn ständig nachrückte und für Druck sorgte.

Nur mit Mühe und einem tollen Reflex konnte OSV-Torwart Alexander Ciesler (48.) einen strammen Schuss von Florian Stahl zur Ecke abwehren. Wenig später wurde es dann aber ganz bitter für Ciesler und den OSV, denn einen eigentlich harmlos getretenen Freistoß von Kevin Wölk (60.) ließ der OSV-Keeper durch die Hände zum 0:1 ins Netz rutschen – eine richtige Kirsche.

Das war das Ende vom Lied für den OSV, denn im Spiel nach vorne besaßen die Gastgeber nicht die Qualität, um Eutin 08 wirklich in Bedrängnis zu bringen. Oeser im 08-Kasten hatte nichts mehr auszustehen.

Auf der Gegenseite machten die Gäste nach einem der wenigen sehenswerten Spielzüge durch Fabio Parduhn (77.) das 0:2 und den letztendlich verdienten Auswärtssieg perfekt.

Auf der anschließenden Pressekonferenz sprach 08-Coach Mecki Brunner von einem verdienten Sieg seiner Elf. Er verteilte aber auch ein Lob an den OSV, der vor allem in der ersten Hälfte einen guten Auftritt hingelegt habe.

Sein Bruder Andreas haderte hingegen mit dem Spielverlauf. „Wir müssen das 1:0 machen“, sagte der OSV-Trainer. Und hätte Eutin nicht das glückliche 1:0 geschossen, „hätten sie nie ein Tor erzielt“, so seine Überzeugung. Und dann bekam auch noch Schiedsrichterin Susann Kunkel eine volle Breitseite ab: Sie sei „eine Katastrophe“ gewesen. Im Zweifelsfall habe sie immer für Eutin entschieden. Mecki Brunner sah es etwas anders, sagte dazu aber nichts – er hatte die drei Punkte im Sack.

OSV: Ciesler – Müller, Schröder, Haltermann, Köhler – B. Wölk (85. L. Brunner), Bork, Robbes (72. Severin), Kowski – Kaps, Junge (79. Petersen).

Beste Spieler: Schröder, Haltermann, Bork.

Eutin: Oeser – Sax, Meyer, Leinweber – K. Wölk, Rave, Hübner, Nielsen (72. Glosch), Witt (46. Klotz) – Parduhn, Stahl (86. T. Brunner).

Beste Spieler: Meyer, Wölk.

Schiedsrichterin: Kunkel (SV Eichede), durchschnittlich.

Tore: 0:1 (60.) K. Wölk, 0:2 (77.) Parduhn.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Regeln fürs Kommentieren: Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.