Heringsdorf 2:1 gegen Heiligenhafen

Dank Gebert glücklicher Derby-Sieg

Patrick Jogszys (r.) bot SVH-Torjäger Marcel Gebert (l.) große Gegenwehr, doch Gebert machte wieder sein Tor. Foto: Höppner

Von Andreas Höppner HERINGSDORF • Der SV Heringsdorf kam in einem schwachen, aber fairen Bezirksliga-Derby gegen den krisengeschüttelten TSV Heiligenhafen zwar zu drei Punkten, doch beim mühsamen 2:1 (1:1) bekleckerten sich die Blau-Weißen wahrlich nicht mit Ruhm.

Vielmehr boten die um sechs Stammspieler dezimierten Warderstädter eine ansprechende Teamleistung. Mit etwas mehr Glück wäre für sie sogar ein Teilerfolg möglich gewesen.

Dabei schien vor Anpfiff der Partie lediglich die Höhe des Heringsdorfer Erfolges unklar zu sein, denn nachdem Ligaobmann Helge Panten in der Woche von seinen Aufgaben entbunden worden war (HP, 26. Oktober), erklärten sich sechs Spieler mit ihm solidarisch und kehrten dem TSV den Rücken: Enis Gashi, der seinen Pass bereits beim Oldenburger SV abgegeben hat, Andreas Bahr, Lars Rathke, Maik Lindhorst, Nils Markmann und Marko Kohlscheen. Wohin es die anderen Fünf zieht, stand bis gestern noch nicht fest, doch ihre Pässe mit einem noch von Helge Panten versehenen Freigabevermerk haben sie bereits.

Die übrig gebliebenen Heiligenhafener, unterstützt durch Spieler aus der zweiten Mannschaft und nun wieder gecoacht von Hubert Hartz, boten den Heringsdorfern aber Paroli und verkauften sich mehr als anständig. Sie hatten sogar die erste gute Einschussgelegenheit durch den agilen Florian Vesper (7.), der aber aus halbrechter Position verzog.

Die Gastgeber, die so spielten, als ob sie die Punkte im Vorbeigehen mitnehmen wollten, kamen über 90 Minuten nie richtig ins Spiel. Den ersten Schuss aufs Warderstädter Tor gaben sie erst in der 29. Minute ab, doch Florian Meyer zielte zu ungenau. Besser machte es da Mitspieler Marco Fuss (31.), der sich ein Herz fasste, aus 25 Metern draufhielt und TSV-Keeper Frederik Kohlscheen zum 1:0 bezwang. Doch Sicherheit gab den Platzherren diese Führung nicht. Ganz im Gegenteil, zumal Kai Thielmann und Sascha Boldt frühzeitig ersetzt werden mussten. Die Unruhe blieb. So durften sich die Gastgeber nicht wundern, dass TSV-Spielführer Tim Ruland gegen SVH-Libero Thorge Scheibe äußerst clever einen Strafstoß herausholte, den Dennis Ruge (45.) sicher zum Ausgleich verwandelte.

Da sich auch noch Hauke Marbach verletzte, musste SVH-Trainer Karsten Jark in der Pause den dritten Wechsel vornehmen. Das trug auch nicht gerade zur Stabilisierung des Teams bei. So führte einer der ganz wenigen vernünftig vorgetragenen Angriffe der Heringsdorfer bereits zum Sieg, als Marcel Gebert (55.), der von Patrick Jogszys gut bearbeitet wurde, einen Flankenball von Florian Meyer zum 2:1 einköpfen konnte. Mehr kam nicht von der Heimelf.

Schließlich wurden die Warderstädter wieder mutiger. Sie suchten ihre Chance, ihnen fehlte im Abschluss aber das nötige Quäntchen Glück. So verfehlte ein Distanzschuss von Christian Heinritz (66.) ebenso knapp sein Ziel wie ein Kopfball von Jannik Uecker (70.), der auf den Querbalken tropfte. In der Schlussphase warfen die Heiligenhafener alles nach vorne. Und erst nach einem Drehschuss von Dennis Ruge (90.), der knapp über das SVH-Tor strich, stand der unterm Strich glückliche Sieg der Heringsdorfer fest.

Hartz verteilt Komplimente

„Es zählen nur die drei Punkte“, konnte SVH-Trainer Karsten Jark dem Spiel seiner Elf nicht viel Positives abgewinnen. Ganz anders Hubert Hartz, der nach der Demission von Helge Panten wieder das Traineramt übernommen hat. „Ich muss meiner Mannschaft ein großes Kompliment machen, sie hat alles gegeben.“ Auch TSV-Keeper Freddy Kohlscheen, der sich über die zahlreich erschienenen TSV-Fans freute, die das Spiel besuchten, war happy: „Alle wollten hier über uns lachen, jetzt lacht keiner mehr, das war Teamgeist.“

Hubert Hartz hat sogar noch Hoffnung, dass einige der „Flüchtigen“ wieder zurückkommen. In dieser Woche will er noch einige Gespräche führen – na, dann...

SVH: Papke – Scheibe – Marbach (46. Albrecht), Boldt (32. Lange) – Thielmann (13. F. Meyer), Molt, Rosenthal, Fuss, P. Dietz – Stoltenberg, Gebert.

Beste Spieler: keine.

TSV: Kohlscheen – Ruge – Jogszys, Sachau – Erhorn, Akyavuz, Ruland, Heinritz, Vesper – D. Senger (15. Julian Uecker, 75. Grönwald), Yannik Uecker.

Beste Spieler: Vesper, Ruge.

Schiedsrichter: Suhr (Daldorf), gut.

Tore: 1:0 (31.) Fuss, 1:1 (45./FE) Ruge, 2:1 (55.) Gebert.

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