SV Neukirchen 3:0 gegen SpVgg. Putlos

Derby mit hohem ,Gähn-Faktor‘

+
Mathias Ruske hat abgezogen, doch „Stange“ Sven Prieß kann im Grätschen den Ball noch abblocken.

NEUKIRCHEN (hö) · Wer Derbystimmung erwartet hatte zwischen dem SV Neukirchen und der SpVgg. Putlos, der wurde bitter enttäuscht, denn das Kreisliga-Nachbarschaftsduell, das unspektakulär 3:0 (2:0) endete, war ein einziger Langweiler mit hohem „Gähn-Faktor“ nach der Pause. Der Leistungsunterschied war einfach zu krass. Auf der einen Seite ein pausenlos anrennender Gastgeber, auf der anderen Seite ein Gegner, der nur darauf aus war, die Niederlage in Grenzen zu halten.

„Das war ein reiner Arbeitssieg“, hatte SVN-Trainer André Hack die Partie schon kurz nach Spielschluss schnell zu den Akten gelegt. Die volle Punktausbeute war das Wichtigste vor den folgenden zwei Auswärtspartien.

Die nur auf Torverhinderung bedachten Putloser – „Heute müssen wir Beton anrühren“, so Coach Raffael Zorndt vor dem Spiel – stand vor allem in der ersten halben Stunde massiert und recht gefestigt in der Abwehr. Da gab‘s selten ein Durchkommen für die Gastgeber. Hatten sie trotzdem freie Schussbahn, verhinderte zunächst ein guter Sven Flindt im Putloser Gehäuse den Rückstand. So parierte er gegen Chris Bork (11.) und auch gegen Geburtstagskind André Nielsen (28.) prächtig. Zuvor schon hatte Tobias Schreiber (6.) mit einem Freistoß an den Außenpfosten ein erstes Achtungszeichen gesetzt.

▪ Flugkopfball von Chris Bork zum 1:0

Ansonsten agierten die Gastgeber häufig zu überhastet, zum Teil auch ungestüm (Mathias Ruske). Was eine abgeklärte Spielweise bedeutet, zeigte schließlich Sören Müller-Gerken, als er sich gekonnt auf der linken Außenbahn durchsetzte, eine Maßflanke in den Fünfer zirkelte, wo Chris Bork (38.) den Angriff mit einem sehenswerten Flugkopfball zum 1:0 abschloss – der Putloser Beton hatte den ersten Riss bekommen.

Der SVN setzte sofort nach. Und er kam prompt zum 2:0, als Chris Bork auf Mathias Ruske passte, der nicht lange fackelte und trocken mit der Pieke (40.) einnetzte. Zahlreiche SVN-Fans hofften nun, dass der Grundstein gelegt war zu einem Schützenfest in der zweiten Halbzeit.

Doch daraus wurde nichts. So musste Olli Zander, der den verletzten Sven Flindt im Putloser Tor ersetzte, nur selten ins Spielgeschehen eingreifen. Ein einziges Mal nur war er machtlos, als Dennis Wiepert (63.) aus dem Gewühl heraus den dritten Neukirchener Treffer erzielte. Ansonsten agierte der SVN zu einfallslos, um den Putloser Riegel zu knacken. Immer wieder drängte man in die Mitte, wo der lange Benni Roski stand oder Sven Prieß recht erfolgreich den Abfangjäger vor der Abwehr spielte.

Über die Angriffsbemühungen der Gäste braucht man eigentlich keine Worte zu verlieren. Olaf Ender bekam nichts auf seinen Kasten. Michael Kuhlmann als einsame Spitze konnte einem nur leidtun. Dabei war der 42-jährige „Kuhli“ am Wochenende pausenlos für Putlos im Einsatz: Freitag Pokalspiel mit den Alten Herren, Sonnabend Ü 40-Turnier beim OSV, Sonntag eine Halbzeit Zweite, dann Erste, ehe er nach 56 Minuten das Feld räumen durfte.

Dies verdeutlicht nur zu gut, wie es zurzeit um die Personallage in Putlos bestellt ist. „Uns stehen harte Zeiten bevor, doch das war uns von vornherein klar“, so Trainer Raffael Zorndt, der schon zum jetzigen Zeitpunkt sagt, dass man sich auf die entscheidenden Spiele konzentrieren müsse.

SVN: Ender – Markmann, Grapengeter, P. Dietz (68. M. Dietz), Müller-Gerken – Schwartz, Nielsen – Ruske, Schreiber (56. Wiepert) – Schmidt, Bork.

Beste Spieler: Schwartz, Müller-Gerken.

Putlos: Flindt (46. Zander) – B. Roski – Jaekel, A. Roski – Prieß, Amine, Ruge, Albert, Frank, Stefoudis (89. Sievert) – Kuhlmann (56. Göppert).

Beste Spieler: Prieß, B. Roski.

Schiedsrichter: Wieske (SV Fehmarn), gut.

Tore: 1:0 (38.) Bork, 2:0 (40.) Ruske, 3:0 (63.) Wiepert.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Regeln fürs Kommentieren: Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.