Beschämendes 0:9 des SV Großenbrode im Derby gegen Heiligenhafen / SVG ohne Gegenwehr

Dino-Abwehr ein Spielball des TSV

Daniel Senger hat keine Mühe, sich einen Weg durch die SVG-Abwehr zu bahnen. Bezeichnend, dass Ulf Seelaff wie ein Maikäfer hilflos auf dem Rücken liegt und Keeper Rainer Kofski ausgetanzt wird.

Von Andreas HöppnerGROSSENBRODE • Das war beschämend. In einer desolaten Verfassung präsentierte sich der SV Großenbrode im Kreisliga-Derby gegen den TSV Heiligenhafen.

0:9 (0:3) hieß es nach 90 Minuten, die die Grün-Weißen nicht so schnell vergessen dürften. Ebenso wenig die Warderstädter, die sich mit diesem dreifachen Punktgewinn vorzeitig den zweiten Platz sicherten und nun an der Bezirksliga-Relegation teilnehmen dürfen. Übrigens eine Qualifikation, an der vor drei Jahren der SVG  teilnahm. Zwischen damals und heute liegen aber grün-weiße Fußballwelten.

Dabei hatten die Gastgeber in der ersten halben Stunde noch leichte Vorteile besessen gegen einen TSV Heiligenhafen, der nur schwer in Tritt kam. So hatten Tobias Schreiber (6.) und Dietmar Weber (8.) durchaus die Möglichkeit, ihr Team in Führung zu schießen, aber im Abschluss war die Burmeister-Elf viel zu harmlos. Zweikämpfe wurden kaum gewonnen, sodass sich die Gäste regelrecht in das Spiel hineinkämpften und dem SVG den Schneid abkauften. Und mit dem 0:1 durch Tim Ruland (33.), der sich energisch durchsetzte und den Ball cool am herauslaufenden Keeper Rainer Kofski vorbei ins Netz schob, war die Partie eigentlich schon entschieden. Spätestens nach dem 0:2 durch Marko Kohlscheen (36.), der ungehindert aus 25 Metern Maß nehmen durfte und die Lederkugel in den Torwinkel setzte, war klar, wer als Sieger vom Platz gehen würde.

Beim Gastgeber war kein Aufbäumen zu verspüren, fast leblos ergab man sich seinem Schicksal, das nach dem 0:3 von Tim Ruland in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit und dem frühen 0:4 von Enis Gashi (53.) im zweiten Spielabschnitt beängstigende Züge annahm.

Der TSV konnte fortan wie in einem Trainingsspiel kombinieren. Die in die Jahre gekommene Dino-Abwehr des SVG wurde nach allen Regeln der Kunst schwindelig gespielt. Jörg Schaumann (31), Hölger Bötcher (35) und Ulf Seelaff (40) sahen Tim Ruland, Enis Gashi und Daniel Senger meist nur von hinten, wenn sich diese vor Kofski (38) die Ecke aussuchen konnten. So wechselten sich Daniel Senger (64. und 87.), Enis Gashi (81.) sowie Tim Ruland (86. und 89.) beim finalen Scheibenschießen munter ab. Eine zweistellige Niederlage für den SVG kam nur nicht zustande, weil Rainer Kofski ein ums andere Mal glänzend parierte.

Das Fazit aus Großenbroder Sicht: Noch nie hat sich eine Großenbroder Mannschaft derart gehen lassen – schon gar nicht in einem Derby gegen den TSV Heiligenhafen.

Die Warderstädter können sich nun beruhigt die kommenden Gegner der Relegation anschauen. Zurzeit sind dies TSV Berkenthin (3. HL/RZ), Rapid Lübeck (4. HL/RZ), SV Hamberge (3. SE/OD), VfL Tremsbüttel (4. SE/OD).

SVG: Kofski – Seelaff – Schaumann, Bötcher – Schwarz (15. Metzner, 77. Scheel), Just (70. Hahn), B. Schreiber, Longerich, T. Schreiber – Weber, Schumacher. Bester Spieler: Kofski.

TSV:F. Kohlscheen – Riecke – Sachau, M. Kohlscheen – Reiner (25. Markmann), Ruge (65. Seifert), Lindhorst, Jogszys, Ruland – D. Senger, Gashi. Beste Spieler: Ruland, Lindhorst, M. Kohlscheen, Sachau.

Schiedsrichter:Hopp (Altenkrempe), etwas zu kleinlich, ansonsten gut.

Tore: 0:1 (33.) Ruland, 0:2 (36.) M. Kohlscheen, 0:3 (45. +3) Ruland, 0:4 (53.) Gashi, 0:5 (64.) D. Senger, 0:6 (81.) Gashi, 0:7 (86.) Ruland, 0:8 (87.) D. Senger, 0:9 (89.) Ruland.

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