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Daniel Junge, mit 43 Toren Top-Torjäger der Verbandsliga Südost, traf in Büchen nur zwei Mal den Pfosten – zu wenig für den Aufstieg. Da hilft ihm auch der Trost von Torben Senger nicht weiter.

Katerstimmung nach enttäuschendem 1:1 beim Büchen-Siebeneichener SV / Daniel Junge trifft zwei Mal den Pfosten

Druck nicht gewachsen – OSV wird nur Vize

BÜCHEN · Der Oldenburger SV ist am Boden. Mit einem Sieg beim Büchen-Siebeneichener SV, der am Mittwoch mit einem Team angetreten war, das höchstens Kreisligaformat besaß, hätte der OSV den Titel in der Verbandsliga Südost und den damit verbundenen Aufstieg perfekt machen können.

Er tat es nicht, denn es reichte vor zahlreich mitgereisten Fans nur zu einem niederschmetternden 1:1 (1:0). Somit war der Weg frei für den SV Eichede II, der einige Kilometer entfernt den Breitenfelder SV mit 7:0 abschoss und am Ende bei Punktgleichheit mit dem OSV über ein drei Tore besseres Torverhältnis verfügte – bitterer kann man den Aufstieg nicht verpassen.

Es war schon kurios, wie sich das Verbandsligafinale in den letzten Tagen zugespitzt hatte. So waren dem an der Spitze stehenden SV Eichede II noch drei Zähler abgezogen worden, da er mit Philipp Baasch am Pfingstmontag einen Spieler eingesetzt hatte, der zwei Tage zuvor bei der Ersten mit aufgelaufen war. Die 48-stündige Schutzfrist war nicht eingehalten worden, sodass der Punktabzug unumgänglich war. Somit hatte der OSV vor dem letzten Spiel in Büchen zwei Zähler und vier Tore Vorsprung. Der Titel lag auf dem Silbertablett, doch in Reihen der Oldenburger fand sich kein Kellner, der das Tablett abholte.

Schon vom Anpfiff an lag den Oldenburgern die Last des Gewinnenmüssens tonnenschwer auf den Schultern. Es lief nicht viel zusammen, ein kontrolliertes Spiel fand nicht statt. Da genügte es den Gastgebern, die in der Abwehr kompakt standen, die Bälle nach vorne oder ins Aus zu schlagen.

Die Routiniers Timo Rosenthal und Björn Wölk versuchten zwar, Ordnung und Ruhe in die eigenen Reihen zu bringen, doch vor allem die jungen Spieler schienen dem Druck nur schwer gewachsen zu sein. Schließlich kam auch noch Pech hinzu. So traf Top-Torjäger Daniel Junge (33.) freistehend nur den Pfosten und auch im zweiten Spielabschnitt setzte er einen ansatzlos getretenen Distanzschuss nur gegen das Aluminium.

Es war schon bezeichnend, dass für die Oldenburger Führung ein durch Timo Rosenthal (35.) verwandelter Strafstoß herhalten musste. Rico Bork war zuvor gefoult worden.

Im zweiten Spielabschnitt lief im Spiel nach vorne gar nichts mehr. Die Aktiven verkrampften immer mehr in ihren Aktionen, während die Gastgeber ihr Glück kaum fassen konnten, dass Magnus Möhrmann (65.) mit dem einzigen gefährlichen Schuss auf das OSV-Tor zum Ausgleich traf.

Kurz vor dem Abpfiff: Auf der Bank des Oldenburger SV kommt Gewissheit auf, dass es mit dem Meistertitel nichts wird.

Die Mienen auf der Oldenburger Bank verfinsterten sich mit jedem Tor mehr, dass der SV Eichede II schoss. Ligaobmann Helge Panten und Fußballobmann Philip Emmrich hatten immer ein Handy am Ohr und direkten Draht nach Breitenfelde. Trainer Andreas Brunner drehte derweil nervös seine Runden um die OSV-Bank, Ligaobmann Helge Panten wurde auf seinem Stuhl auch immer kleiner. Und dann war Schluss – keiner konnte es begreifen, dass man den fast sicher geglaubten Titel noch verspielt hatte. Die Spieler sanken zu Boden, hatten Tränen in den Augen. Den Verantwortlichen des OSV erging es ähnlich, sie trugen ihre Trauer eher nach innen und werden ihre Tränen in irgendeiner stillen Ecke weggedrückt haben.

„Die haben nur ein Mal aufs Tor geschossen“, konnte der nach Spielschluss wortkarge Andreas Brunner das Schicksal nicht fassen.

Nüchterner, doch sicherlich mit einer geballten Faust in der Tasche, analysierte Helge Panten: „Das hätte ich nie gedacht, dass wir hier nicht gewinnen. Doch heute haben wir den Aufstieg in die SH-Liga auch nicht verdient. Glückwunsch an Eichede, die selbst nach dem Punktabzug alles gegeben haben.“

Bei allem Katzenjammer, der über den Oldenburger SV in den Abendstunden des 29. Mai hereingebrochen ist, gibt es immer noch einen kleinen Strohhalm, an dem man sich klammern und trotzdem noch auf den Aufstieg hoffen kann. Das wäre der Fall, wenn SH-Liga-Meister SV Eichede sich in der Aufstiegsrunde zur Regionalliga nicht durchsetzte. Dann könnte der SV Eichede II nicht in die SH-Liga aufsteigen, sodass der OSV diesen Platz einnehmen würde – nur ein Strohhalm.

Allerletzte Hoffnung heißt SV Eichede I

Der SV Eichede tritt Sonnabend (1. Juni, 14 Uhr) beim Brinkumer SV (5. Bremen-Liga), am Dienstag (4. Juni, 19.30 Uhr) in Lüneburg gegen ULM Wolfsburg (2. Oberliga Niedersachsen) und am Sonnabend (8. Juni, 16 Uhr) gegen Eintracht Norderstedt (4. Oberliga Hamburg) an. Der Erste und Zweite dieser Runde steigen in die Regionalliga auf.

Erst am 8. Juni wird man beim Oldenburger SV nun endgültig Bescheid wissen, ob man in der SH-Liga gegen den VfB Lübeck antreten darf oder aber in der Verbandsliga Südost mit dem VfB Lübeck II vorliebnehmen muss.

OSV: Heisler – Schön (70. Wenn), Schröder, Rosenthal, Brandt – Wölk, Petyrek (86. Petersen) – Bork, Nielsen, Kowski – Junge.

Beste Spieler: Rosenthal, Kowski.

Schiedsrichter: Schmidt (TSV Gadeland), gut.

Tore: 0:1 (35./FE) Rosenthal, 1:1 (65.) Möhrmann. · hö

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