Lars Gerkens (l.) und Matthias Rönnpage (r.) klären gemeinsam gegen den dreifachen Torschützen Timo Kramer.

Höchste Pleite der Verbandsliga-Ära

Emotionsloses 1:8-Debakel des OSV

Von Andreas HöppnerOLDENBURG • Wenn in der Endphase der Saison der 14. auf den 15. trifft, dann verspricht dies Abstiegskampf pur: Kampf, Hektik, Einsatz bis zum Letzten.

Doch was sich der Oldenburger SV beim Aufsteiger TSV Altenholz erlaubte, hatte nicht mal etwas mit Sommerfußball zu tun. 1:8 (0:4) hieß es nach einem emotionslosen Kick. Die höchste Niederlage in der fast achtjährigen Verbandsliga-Geschichte des OSV. Alte OSV-Tugenden wie unbändiger Einsatz und kompromisslose Zweikampf-führung? Fehlanzeige. Der 

Trainer Rainer Gosch, der kurz vor Ostern erst seinen Vertrag verlängerte, stellte sich nach Spielschluss gefrustet sogar selbst infrage: „Ich muss mir meine Gedanken machen, ob ich noch der Richtige bin.“ Man habe in der Woche zwar gut trainiert, doch nichts sei davon umgesetzt worden, bemängelte der Coach, der die Startelf durchspielen ließ. Sie sollte den Mist, den sie schon frühzeitig verzapfte, selbst ausbaden. Einen auf der Bank sitzenden A-Jugendlichen André Senger wollte er „nicht verheizen“.

Die Partie in Altenholz war schon verloren, bevor sie so richtig begonnen hatte. So hatten Kaiser (4.) und Büning (7.) auf Zuspiel von Kaiser die Gastgeber in Führung gebracht. Bereits hier traten die eklatanten Deckungsschwächen offen zutage. Die Altenholzer konnten fast ungehindert im Mittelfeld kombinieren, ein simpler Doppelpass und schon boten sich den TSV-Angreifern große Freiräume. Auch durch verschiedene Umstellungen im Deckungsverband wurde es nicht besser. Viele OSV-Akteure waren schlichtweg überfordert. Vorne mühte sich Patrick Gütschow, doch er war auf sich allein gestellt und rieb sich in Zweikämpfen mit Bewacher Habermann auf. Zwei Kopfballchancen von Gütschow (17.) und Philip Nielsen (45.) nach weiten Einwürfen von Christian Reise, das war’s aus Sicht des OSV. Schließlich durfte man froh sein, zur Pause nach weiteren Gegentoren von Kaiser (25.) und Stubbla (42.) nur mit 0:4 zurückzuliegen.

Auch im zweiten Spielabschnitt änderte sich am desolaten Auftritt des OSV nichts. Das Freistoßtor von Sascha Rönnpage (48.) war nicht mehr als ein Betriebsunfall. Hinten verhinderte OSV-Keeper Florian Reese bei dankbaren Distanzschüssen von Brandenburg (46.) und Stubbla (53.) noch das 1:5, doch danach ergab er sich ebenso seinem Schicksal wie der Rest des Teams. Dem eingewechselten Hansen (58.) glückte der fünfte Altenholzer Treffer, TSV-Angreifer Kramer, der seinem direkten Gegenspieler Alexander Schlüter die Grenzen aufzeigte, wurde gar noch ein Hattrick (60., 79. und 82.) zum 8:1 ermöglicht. Bei etwas mehr Konzentration im Abschluss hätten die Altenholzer auch zweistellig gewinnen können.

OSV: Reese – Schelling – Schlüter, Gerkens – M. Rönnpage, C. Reise, Hasler, S. Rönnpage, Nielsen – Gütschow, Kienle.

Beste Spieler: keine.

Schiedsrichter: Hogrefe (VfR Horst), gut.

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