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SVH-Abwehrchef Timo Rosenthal (r.) bleibt hier Sieger gegen Gästestürmer Marc Kunze, der im Abschluss unglücklich agierte.

SV Heringsdorf bezwingt VfL Oldesloe mit 2:0 / Marcel Gebert vom Bank-Drücker zum Matchwinner

Erst geschmort, dann getroffen

HERINGSDORF (hö) · Dem SV Heringsdorf glückte Donnerstag der dringend benötigte Heim-Dreier gegen den VfL Oldesloe, mit dem sich die Ruge-Elf weiterhin berechtigte Hoffnungen auf den Klassenverbleib in der Verbandsliga Südost machen darf. Beim VfL hingegen sind die Sorgen größer geworden, zumal er auch noch Andy Baasch (88.) mit Roter Karte nach Schiedsrichterbeleidigung verlor.

Die Heringsdorfer Fans wurden am Himmelfahrtstag aber mächtig auf die Folter gespannt, denn im ersten Spielabschnitt lief wirklich nicht viel zusammen. Zum Pausenpfiff durfte die Ruge-Elf gar froh sein über das torlose Remis, denn bis auf einen Distanzschuss von Marko Kohlscheen (36.) hatten die Blau-Weißen wirklich nichts Produktives zu bieten.

Ob‘s daran lag, dass Torjäger Marcel Gebert zunächst auf der Bank schmorte? „Ich will es mal mit der spielerisch besten Elf versuchen“, hatte sich Wolfgang Ruge dazu durchgerungen, auf Gebert zu verzichten und mit Americo Antunes neben Enis Gashi im Sturm zu starten. Das wäre fast ins Auge gegangen, denn es spielte zumindest in der ersten halben Stunde eigentlich nur der Gast. Der SVH fand überhaupt nicht ins Spiel. Häufig sorgten riskante Abspiele immer wieder dafür, dass der Gast zu Überzahlsituationen kam.

Zum Glück für die Gastgeber wusste dieser aber nichts mit seinen Möglichkeiten anzufangen. So zielte Siegert (7.) am langen Pfosten knapp vorbei, während Kunze (15.) einen Schuss aus 14 Metern etwas zu hoch ansetzte. Nach einem Eckball kam schließlich Baasch (20.) am Fünfer freistehend zum Kopfball, doch Florian Albrecht konnte die Lederkugel im letzten Moment noch von der Torlinie schlagen. Anschließend festigte sich die Heringsdorfer Hintermannschaft etwas, aber in der Schlussphase der ersten Hälfte brannte es bei Möglichkeiten von Kunze (40.) und Wriedt (45.+3) wieder lichterloh vor SVH-Keeper Sven Flindt.

Nach der Pause dann ein völlig anderes Bild nach der Einwechslung von Marco Fuss und Marcel Gebert. Fuss sorgte für Druck im Mittelfeld, Gebert band die Gästedeckung und Enis Gashi nutzte nun seine Freiräume. Zunächst noch ohne Erfolg. So scheiterte Björn Wölk (56.) nach schöner Einzelleistung an VfL-Torwart Ave, der den Ball an den Querbalken lenkte. Dann passte Gashi von rechts vors VfL-Tor, wo Gebert (59.) zur vermeintlichen Führung vollendete. Der Assistent hatte aber eine Abseitsstellung Geberts gesehen. Gashi (66.) und Sascha Meyer (70.) versuchten es vergeblich aus der Distanz, ehe Gebert-Bewacher Baumann im Strafraum bei einem Zweikampf der Ball an die Hand sprang. Der Unparteiische hatte nichts gesehen, dafür der Assistent. So gab es Handelfmeter, den Marcel Gebert (73.) sicher verwandelte.

Unmittelbar danach dann die größte Rettungstat von Sven Flindt, der gegen Hamdart (74.) im Herauslaufen geschickt den Winkel verkürzte und den Ausgleich vereitelte. Die Gäste machten nun weiter auf, sodass sich der Ruge-Elf Räume boten. Zunächst scheiterte Marcel Gebert (81.) noch am Gästetorwart, ehe schließlich Enis Gashi (85.) nach sehenswerter Vorarbeit von Marcel Gebert das alles entscheidende 2:0 erzielte.

Nach Spielschluss war SVH-Coach Wolfgang Ruge überglücklich über den Sieg, aber wohl auch darüber, dass die „Bank-Variante“ mit Marcel Gebert nicht ins Auge gegangen war. Der Allerglücklichste in Reihen des SVH war aber Americo Antunes, der zwar zur Pause ausgewechselt worden war, doch nach Spielschluss strahlte, als ob er drei Tore in drei Minuten geschossen hätte. Der Grund: Er war am Dienstag zum zweiten Mal Vater eines Sohnes geworden – Leandro heißt der jüngste Nachwuchs im Hause Antunes: Glückwunsch!

SVH: Flindt – Rosenthal – Kohlscheen, Thielmann (46. Fuss) – Albrecht, Heinritz, Ruske, Meyer, Wölk – Antunes (46. Gebert), Gashi.

Beste Spieler: Gashi, Fuss.

Rote Karte: (88.) Baasch (Oldesloe), nach Schiedsrichterbeleidigung.

Schiedsrichter: Klausutis (Türkischer SV), durchschnittlich.

Tore: 1:0 (73./HE) Gebert, 2:0 (85.) Gashi.

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