Oldenburger verlieren hitziges Ostholstein-Derby verdient mit 3:0 / Brunner: „Das muss eine Rote Karte sein“

Eutin 08 bleibt für OSV eine Nummer zu groß

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In Eutin ging es Sonnabendnachmittag häufig hitzig zur Sache. Mehrfach gab es Rudelbildungen.

Eutin -ra- Nach dem Überraschungscoup gegen Eichede in der Vorwoche trat der Oldenburger SV am Sonnabendnachmittag am Eutiner Waldeck mit breiter Brust an. Zu gerne hätte der Aufsteiger auch dem zweiten Meisterschaftsfavoriten ein Bein gestellt, doch am Ende sind den Wallstädtern klar die Grenzen aufgezeigt worden.

Eutin 08 ist aktuell eine Nummer zu groß für den OSV. Körperlich präsenter, bissiger und vor allem abgebrühter agierten die Spieler aus der Rosenstadt und gewannen am Ende verdient mit 3:0 (1:0).

Nachdem Kapitän Björn Wölk seine Mannschaft vor Spielbeginn noch einmal richtig heiß gemacht hatte, legte der Außenseiter aus Oldenburg couragiert los. Dennis Kowski mit einem Schuss aus der Drehung (3.) gehörte die erste Chance. Die Eutiner wussten sich in der Anfangsphase nur mit Fouls zu helfen, sodass OSV-Freistoßspezialist Rico Bork schon früh ruhende Bälle in den Strafraum der 08-er treten durfte. Dass die Begegnung echten Derbycharakter besitzt, wurde schon in den ersten zehn Minuten deutlich. Nicklichkeiten auf beiden Seiten sorgten dafür, dass die erste Rudelbildung nicht lange auf sich warten ließ. Nach einem Foul von Sönke Meyer an Dennis Kowski hatte Schiedsrichter Patrick Petersen-Lund alle Hände voll zu tun, um die erhitzten Gemüter zu beruhigen. In der Folgezeit hielt der OSV weiterhin gut mit – Torchancen waren auf beiden Seiten aber Mangelware.

Im Anschluss ging weiterhin ruppig zur Sache: Nach einer vermeintlichen Tätlichkeit von Sebastian Witt an Rico Bork musste dieser lange behandelt werden. Die Oldenburger Bank forderte energisch eine Rote Karte, doch der Unparteiische bewerte die Szene anders. „Witt schlägt zweimal nach, das muss eine Rote Karte sein – und dann läuft das Spiel anders. Gegen zehn Mann verlieren wir nicht“, sagte OSV-Trainer Andreas Brunner nach Spielschluss.

Wie aus dem Nichts fiel schließlich die Führung für die Hausherren: Christian Rave setzte sich auf der linken Seite durch und hatte das Auge für den mitgelaufenen Florian Stahl, der die Flanke allerdings knapp verpasste. Doch viel besser postiert stand ohnehin Julian Brauer, der die Kugel zum 1:0 in die Maschen drosch (21.). Im Anschluss hatten die Rosenstädter nach einem Kopfball von Yannik Marschner an die Latte noch eine dicke Chance, um zu erhöhen (39.).

Marcel Schröder (r.) im Zweikampf mit 08-Kapitän Sönke Meyer.

Bis zur Halbzeitpause besaß die Begegnung noch ordentlich Zündstoff. Sowohl Björn Wölk als auch Timo Rosenthal legten ihre Gegenspieler und sahen dafür den Gelben Karton. Besonders nach Rosenthals hartem Einsteigen gegen den Eutiner Winterneuzugang Danny Cornelius lagen zeitweise die Nerven blank. Doch ebenso schnell wie sich die Situationen aufbauschten, beruhigten sich alle Beteiligten auch wieder. Nach siebenminütiger Nachspielzeit pfiff der Schiedsrichter erst zum Gang in die Kabinen – zahlreiche Verletzungsunterbrechungen und Ermahnungen waren dafür verantwortlich.

Nach dem Seitenwechsel sahen die 620 zahlenden Zuschauer eine viel souveräner agierende Eutiner Mannschaft, die nun ihrer Favoritenrolle endgültig gerecht wurde. OSV-Schlussmann Alexander Ciesler bewahrte sein Team mit mehreren spektakulären Paraden vor einem 0:2-Rückstand, doch bei einem Treffer von „Blubber“ Nielsen war auch er machtlos. Der frühere Oldenburger Mittelfeldstratege schraubte sich nach einer Ecke hoch und köpfte ein zum 2:0 (68.). Dieser Treffer hatte sich nach Wiederanpfiff abgezeichnet, da die Eutiner drückten und die Oldenburger kaum noch zu Entlastungsangriffen kamen. Zu kompromisslos und zweikampfstark agierten die Hausherren und zogen mit einer harten Gangart dem OSV den Zahn. Weitere hochkarätige Möglichkeiten ließ der Tabellenführer liegen, ehe der frühere OSV-Jugendspieler Julian Brauer mit seinem zweiten Treffer zum 3:0-Enstand traf (86.).

OSV-Trainer Andreas Brunner sagte nach Spielschluss: „Eutin ist der verdiente Sieger, besonders aufgrund der zweiten Halbzeit, in der sie viel Druck gemacht haben. Die erste Hälfte fand ich ausgeglichen, wir bekommen das Gegentor aus einem Konter.“ Gut gelaunt war verständlicherweise der Eutiner Trainer „Mecki“ Brunner: „Wir sind froh, gegen den OSV gewonnen zu haben, das haben andere nicht geschafft. Das gibt uns weiter Selbstvertrauen.“

OSV: Ciesler – Müller, Schröder, Rosenthal (46. Köhler), Brandt – Wölk, Bork, Kowski, Ejleh, Petersen (69. Robbes) – Kaps. Bester Spieler: Ciesler. Schiedsrichter: Petersen-Lund (TuS Hartenholm), umstritten. Tore: 1:0 (21.) Brauer, 2:0 (68.) Nielsen, 3:0 (86.) Brauer.

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