SV Heringsdorf 3:1 beim TSV Sarau / Boldt und Marbach von der Dusche direkt aufs Spielfeld

Fast Ausfall, dann "Big Points"

Für Sascha Boldt (l.) ging‘s von der Dusche direkt aufs Spielfeld. Hier entwischt ihm Udo Schwarz.

HERINGSDORF (hö)  • Das sind die „Big Points“, die der SV Heringsdorf holen muss, will er den Kreisliga-Titel gewinnen und in die Verbandsliga Südost aufsteigen. Die Rede ist vom 3:1 (2:0)-Erfolg der Blau-Weißen beim TSV Sarau, der die erste Niederlage der Saison bezog.

Auf dem schneebedeckten Boden der alten Sarauer Kampfarena zeigten die Heringsdorfer von Beginn an die richtige Einstellung, die erforderlich war, um den TSV in die Schranken zu weisen. Dabei hatte es zunächst gar nicht danach ausgesehen, als ob überhaupt gespielt werden könnte, denn der Unparteiische erklärte den Hauptplatz für unbespielbar – die Verletzungsgefahr sei zu groß. Daraufhin, so SVH-Trainer Karsten Jark, habe er der Mannschaft mitgeteilt, dass nicht gespielt werde. Da mittlerweile die Sarauer den Schiedsrichter aber davon überzeugen konnten, die Partie wenigstens auf dem alten Platz anzupfeifen, ging‘s für Jark ein zweites Mal in die Kabine, wo Hauke Marbach und Sascha Boldt bereits unter der Dusche standen und andere wie Torwart Christian Duborg drauf und dran waren, das erste „Fünf-Liter-Fass“ Bier zu killen – man hatte sich schließlich vorbereitet auf diesen Kreisliga-Hit und war mit dem Reisebus und entsprechendem Proviant angereist.

Hatten Teile der SVH-Truppe vor dem Spiel warm geduscht, gab es für den Gastgeber auf dem Spielfeld die kalte Dusche, als Spielertrainer Thomas Bachmann Torsten Vavilovs regelwidrig vom Ball trennte und der Unparteiische auf den Elfmeterpunkt zeigte. Da waren gerade einmal einige Sekunden gespielt. Björn Wölk (1.) ließ sich diese Chance nicht nehmen und verwandelte zum 0:1. Nachdem sich die Gastgeber von diesem Schock erholt hatten, machten sie mehr Druck, doch lediglich bei Standards wurden sie gefährlich. Im SVH-Kasten war Christian Duborg aber nicht zu überwinden.

Zu einem wichtigen Zeitpunkt – kurz vor der Halbzeit – glückte dem SVH das 0:2. So schloss Jörn Meyer einen Entlastungsangriff mit einem Flugkopfball ab. TSV-Keeper Nowaczyk konnte zwar parieren, doch den Abpraller beförderte der gewitzte Torsten Vavilovs (41.) mit der Hacke ins Tor.

Im zweiten Spielabschnitt machte der TSV Sarau weiter Druck, während der Tabellenführer auf dem tiefen Geläuf kampfstark dagegen hielt. Trotzdem kamen die Platzherren Mitte der zweiten Hälfte zu zwei dicken Einschussmöglichkeiten. Und wieder war Duborg auf dem Posten, sodass nach einem Konter Torjäger Marcel Gebert (75.) das vorentscheidende 0:3 gelang. Jörn Meyer war in eine zu kurze Rückgabe zu TSV-Keeper Nowaczyk gespritzt. Seinen Schuss konnte dieser zwar noch parieren, doch Gebert stand goldrichtig und markierte sein 16. Saisontor.

Auch in der Schlussphase gaben die Gastgeber nicht auf und wurden wenigstens noch mit dem 1:3-Ehrentor von Thore Meyer (91.) belohnt. „Diesen Treffer hatten die Sarauer sich redlich verdient“, erklärte Karsten Jark nach Spielschluss, doch über den verdienten Sieger dieser Partie gab es keinen Zweifel. Auch im Sarauer Lager habe man von einem verdienten Heringsdorfer Sieg gesprochen, so Jark, dessen Team sich dann endlich über den Reiseproviant hermachen durfte.

SVH: Duborg – Rosenthal – Kohlscheen, Boldt (75. Molt) – Antunes, Marbach, Wölk, Heinritz, Meyer – Vavilovs, Gebert (89. Ehmann).

Bester Spieler: Duborg.

Schiedsrichter: Woock (Sereetzer SV), in Ordnung.

Tore: 0:1 (1./FE) Wölk, 0:2 (41.) Vavilovs, 0:3 (75.) Gebert, 1:3 (91.) Meyer.

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