OSV mit 3:2-Erfolg beim Sereetzer SV

Gottorf vorn: Schachzug geglückt

Besnik Prvetica setzt sich gegen Mendig (Nr. 13) durch, seinen Schuss ins lange Eck kann der Sereetzer Keeper Sven Schmidtke jedoch parieren. Foto: Höppner

OLDENBURG (hö)  • Die 86. Minute ist offenbar die des Christian Reise. Im letzten Spiel hatte er mit seinem „Last-Minute-Ausgleich“ dafür gesorgt, dass dem Oldenburger SV beim 1:1 gegen AKM Lübeck noch ein Punkt blieb, und am Sonnabend erzielte er sogar den 3:2 (2:1)-Siegtreffer im Verbandsliga-Derby beim Sereetzer SV.

Einen Freistoß aus 18 Metern hatte er genau ins obere Tordreieck gedreht – sehenswert und unhaltbar für den Sereetzer Torwart Sven Schmidtke.

Die von OSV-Coach Andreas Brunner vorgenommene Umstellung im Sturm ging voll auf. Marc Gottorf, bislang der Kopf der Vierer-Abwehrkette, war von Beginn an in den Sturm beordert worden, wo er sofort für mächtig Unruhe in der in dieser Spielzeit anfälligen Sereetzer Deckung sorgte. Gottorf rief sein zuletzt schlummerndes Angriffspotenzial wie selbstverständlich ab. Sehr zum Leidwesen seines direkten Gegenspielers Marcel Boye, der Gottorf meist nur von hinten sah. Nur durch Foulspiel war er zu bremsen. Zunächst gab’s für Aslim (5.) „Dunkelgelb“, als er Gottorf von den Beinen holte, dann holte sich Müller (6.) den gelben Karton ab, als er beim Freistoß zu früh aus der Mauer lief, ehe es Behnke (8.) erwischte, der den Oldenburger Angreifer erneut nur mit unfairen Mitteln vom Ball trennen konnte.

Die starke Anfangsphase der Gäste war aber noch nicht beendet. So hielt Marc Gottorf (19.) aus 25 Metern einfach mal drauf. Mit Erfolg, denn die Lederkugel senkte sich über den zu weit vor seinem Kasten stehenden Schmidtke zum 0:1 ins Netz. Unmittelbar danach rettete Schmidtke bei einem Distanzschuss von Philip Nielsen (20.) zur Ecke.

Erst danach kamen die Gastgeber vor allem über Jobst besser ins Spiel und schließlich auch zum Ausgleich. Krause (24.) hatte eine sehenswerte Kombination mit seinem Sturmpartner Wenchel zum 1:1 abgeschlossen. Es folgte die beste Phase des SSV, der es aber durch Jobst (32.) und Müller (36.) versäumte, selbst Führung zu gehen. Wie man sich im gegnerischen Strafraum durchsetzt, zeigte schließlich Marc Gottorf (38.), der eine Konfusion in der Sereetzer Abwehr zur Oldenburger Pausenführung ausnutzte.

Der zweite Spielabschnitt begann mit einem Paukenschlag. Philip Emmrich sprang der Ball bei einer Abwehraktion an den Arm und der Unparteiische, der insgesamt acht Gelbe Karten (sechs SSV, zwei OSV) zückte, zeigte sofort auf den Punkt. Jobst (48.) verwandelte sicher zum 2:2 und ließ beim Gastgeber wieder Hoffnung aufkommen. Doch für eine Wende fehlte den Sereetzern in den Offensivaktionen am Sonnabendeinfach die Qualität. Der für Felix Wenn (Leiste) eingewechselte Stefan Schlüter hatte die Kreise von Jobst eingeengt, während Alexander Hasler und Philip Emmrich im Abwehrzentrum besser auf Krause und Wenchel eingestellt waren. So verlebte OSV-Keeper Marcel Heisler einen relativ ruhigen Nachmittag.

Die erste OSV-Chance in der zweiten Hälfte hatte Besnik Prvetica (68.), der an Schmidtke scheiterte, aber auch Alexander Kortz (72.), der nach einem Aussetzer von Behnke frei durch war, verpasste das mögliche 2:3. Der OSV musste hingegen nur noch ein einziges Mal zittern, als Wenchel (81.) die Lederkugel freistehend aus zwölf Metern über den Querbalken drosch – Glück für die Oldenburger. Als sich fast alle bereits auf ein Remis eingestellt hatten, stürzte der Reise-Freistoß die Sereetzer ins Tal der Tränen, während der OSV den zweiten Auswärtssieg bejubelte und morgen Abend (19.30 Uhr) nun selbstbewusst in das Nachholspiel bei Eutin 08 gehen kann.

Dem Sereetzer SV scheinen hingegen unruhige Wochen bevorzustehen, denn schon im Stadionblatt hatte „SSV-Macher“ Matthias Dehnert die jüngste 2:3-Niederlage beim ATSV Stockelsdorf als blamabel bezeichnet und folgendes Fazit abgegeben: „Wieder einmal blieb die Sercander-Truppe … deutlich hinter den Erwartungen zurück.“ Und auch gegen den OSV war das nicht viel anders.

OSV: Heisler – Gerkens, Emmrich, Hasler, Brandt – Prvetica, Nielsen, Reise, Wenn (41. S. Schlüter) – Kortz, Gottorf (71. Gashi).

Beste Spieler: Gottorf, Nielsen, Prvetica, Hasler (2. Hz.).

Schiedsrichter: Leng (TSV Schönwalde), gut.

Tore: 0:1 (19.) Gottorf, 1:1 (24.) Krause, 1:2 (38.) Gottorf, 2:2 (48./HE) Jobst, 2:3 (86.) Reise.

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