Verkehrte Welt in Oldenburg: Die Spieler des TSV Heiligenstedten jubeln, als ob sie den Abstieg verhindert hätten, doch sie freuten sich nur über ihren ersten Auswärtssieg. Große Enttäuschung hingegen bei den OSV-Akteuren wie Patrick Gütschow (vorn), die den Abstieg nach dem 3:4 wohl nicht mehr verhindern können.

Oldenburger SV nach 3:4 auf dem Weg in die Bezirksoberliga / Torerfolge nur nach Standards

„Happy-Hour“ für Heiligenstedten

Von Andreas HöppnerOLDENBURG • Für die Besucher im Clubheim des Oldenburger SV war am Ostersonnabend ab 17 Uhr „Happy- Hour“ angesagt – Getränke zu günstigen Konditionen.

Die Verbandsliga-Fußballer des OSV luden Tabellenschlusslicht TSV Heiligenstedten jedoch schon um 15 Uhr zur „Happy-Hour“, denn beim niederschmetternden 3:4 (1:3) vor 80 zahlenden Zuschauern verteilten sie gleich mehrfach Gastgeschenke, sodass die Steinburger nach zuvor elf Auswärtsniederlagen ihren ers-ten dreifachen Punktgewinn auf fremdem Platz feiern konnten. Die Oldenburger hingegen müssen sich mehr denn je mit dem Abstieg in die Bezirksoberliga vertraut machen.

Schon nach zwei Minuten klingelte es im Oldenburger Netz, nachdem Gästestürmer Niss, den an diesem Tag indisponierten OSV-Libero Dennis Schelling versetzte, den Ball scharf in den Fünfer schlug und Sascha Rönnpage das runde Leder nur noch über die eigene Torlinie drücken konnte. Ein Nackenschlag, von dem sich der OSV nie wieder erholte. Die Gäste, die in ihren elf Auswärtspartien zuvor gerade einmal vier kümmerliche Tore erzielt hatten, legten nach, wobei es ihnen auch ziemlich leicht gemacht wurde.

Hamann setzte sich auf halblinks durch, brachte den Ball scharf vor das OSV-Tor, wo Riedel (23.) am zweiten Pfosten nur den Fuß hinhalten brauchte – 0:2. Wenig später war es erneut Riedel (25.), der Sascha Rönnpage übersprang und den Ball über OSV-Keeper Florian Reese hinweg ins Tor köpfte – 0:3.

Selbst nach einem Elfmetergeschenk, Riedel hatte Philip Nielsen einen Stoß versetzt, das Matthias Rönnpage (37.) dankend annahm und zum 1:3 verkürzte, waren die Gastgeber nicht in der Lage, die Partie in die Hand zu nehmen. Man durfte sogar froh sein, dass Niss (40.), der Schelling mit einem Haken stehen ließ und aus zwölf Metern abzog, am reaktionsschnellen Reese scheiterte und das mögliche 1:4 vergab.

Im zweiten Spielabschnitt brachte Trainer Rainer Gosch mit André Senger für Dennis Schelling einen weiteren Angreifer, doch auch mit dreieinhalb bis vier Spitzen konnte die Gästeabwehr nicht entscheidend in Bedrängnis gebracht werden. Die endgültige Entscheidung zugunsten der Gäste fiel durch den schnellen Niss (58.), der einen Konter gegen insgesamt vier Oldenburger ganz allein abschloss zum 1:4.

In der Schlussviertelstunde versuchte der OSV noch einmal alles. Überraschendes hatte er aber nicht zu bieten. Gefährlich wurde es höchstens bei Standards. So köpfte Alexander Hasler (76.) nach einem Freistoß von Sascha Rönnpage zum 2:4 ein. Der Anschluss fiel erst in der Nachspielzeit durch einen weiteren Strafstoß, den Matthias Rönnpage (92.) erneut sicher verwandelte. Herausgeholt hatte den Elfer Sturmführer Patrick Gütschow, der über 90 Minuten einen schweren Stand hatte gegen seinen direkten Widersacher Ekili.

Vor Ostern hatte der OSV noch gehofft, mit neun Punkten aus den nächsten drei Spielen wieder eine reelle Chance auf den Klassenerhalt zu besitzen. Doch spätestens seit Ostersonnabend dürfen die OSV-Verantwortlichen wohl für die Bezirksoberliga planen.

OSV: Reese – Schelling {46. Senger) – Emmrich, Schlüter (33. Kortz, 69. Gerkens) – Hasler, S. Rönnpage, M. Rönnpage, C. Reise, Nielsen – Wenn, Gütschow.

Beste Spieler: keine.

Schiedsrichter: Zamek (Hagen/Ahrensburg), durchschnittlich.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Regeln fürs Kommentieren: Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.