Timo Schmidt, mit sieben Saisontoren zweitbester Torschütze des SV Neukirchen, fand sich in dieser Spielzeit öfter im Kasten des SVN wieder. ·
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Timo Schmidt, mit sieben Saisontoren zweitbester Torschütze des SV Neukirchen, fand sich in dieser Spielzeit öfter im Kasten des SVN wieder. ·

Rückblick: Carsten Falk scheitert mit Viererkettenversuch / SV Neukirchen macht das Beste aus kleinem Kader: Platz neun

Improvisieren ist Ruges Hauptbeschäftigung

NEUKIRCHEN · Nach einem neunten Platz im vorletzten Jahr hatte man beim SV Neukirchen von einer enttäuschenden Kreisliga-Saison gesprochen, jetzt ist es wieder Rang neun geworden und wirklich zufrieden sein können die Verantwortlichen wiederum nicht. Denn das Grundproblem der Neukirchener – ein zu kleiner Kader – ist geblieben.

Dabei war man hoffnungsvoll in die Saison gestartet. Mit Carsten Falk wurde ein neuer Trainer engagiert, mit Kevin Grapengeter und Alexander Hasler stießen starke Defensivkräfte hinzu. Doch Hasler (Studium) spielte nur sporadisch mit, während sich Torwart Olaf Ender schon in der Anfangsphase der Saison dazu entschloss, die Torwarthandschuhe an den Nagel zu hängen.

Und dann erwies sich die von Carsten Falk eingeführte Viererkette als grandioser Fehlschlag. Bereits sein Vorgänger André Hack hatte sich daran versucht – ebenfalls erfolglos. Sieht man einmal von dem 2:0-Erfolg beim SV Hansühn ab (3. Spieltag), gab es für die Neukirchener kräftig auf die Mütze. Durchschnittlich drei Gegentreffer in den ersten zehn Spielen waren zu viel für Carsten Falk – er musste gehen. Bezeichnend für die Spielweise der Neukirchener war das 4:6 beim TSV Sarau am 6. Spieltag. Hier spielte der SVN nach vorne gefällig und torgefährlich, doch was hilft es, wenn man hinten mit simplen Doppelpässen ausgespielt wird wie eine Schülermannschaft.

Ruge kehrt zurück zum Libero

Als Nachfolger Falks wurde Wolfgang Ruge auserkoren. Seine erste Amtshandlung: Weg mit der Viererkette, her mit dem Libero. Olli Schwartz stand fortan hinten drin. Der Erfolg stellte sich zwar noch nicht sofort ein, im ersten Spiel unter Ruge gab‘s gleich ein 1:4 beim Oldenburger SV II. Punktemäßig sprang bis zur Winterpause nur ein Sieg heraus (8:2 gegen Ratekau), doch fielen die Niederlagen gegen starke Teams wie Landkirchen (0:2), Neustadt (2:3) und Eutin 08 (3:5) nur knapp aus.

Um die Personalmisere etwas abzumildern griff Ruge in die Trickkiste. Er reaktivierte René Wolff, er grub Marco Fuss (SV Fehmarn) aus und er konnte auch Simon Hapke zurückgewinnen.

Nach der endlos langen Winterpause holte sich der SV Neukirchen dann in den ersten drei Spielen die entscheidenden Zähler, um sich gar nicht erst Gedanken um den Klassenerhalt machen zu müssen. Einem 1:0 über den SV Fehmarn ließ man ein 4:2 beim SC Cismar und ein 1:1 in Scharbeutz folgen. Zwischendurch gab es auch noch mal ein paar Punkte, mit denen man nicht unbedingt rechnen konnte (1:0 bei Strand 08 II, 3:3 beim TSV Pansdorf II), sodass es zum Schluss nur noch darum ging, noch einen möglichst guten Platz zu erreichen.

Die unterm Strich zufriedenstellende Bilanz wird allerdings ein wenig getrübt, vom Nichtantritt gegen den RSV Landkirchen am Pfingstsonnabend und dem am 1. Mai abgesagten Spiel gegen den SV Hansühn aufgrund nicht zur Verfügung stehender Umkleidekabinen. Letztendlich wurde die Partie zu Gunsten der Hansühner gewertet. Auch deshalb sprang in der Fair-Play-Wertung nur Platz 14 heraus.

Für die neue Saison darf man schon jetzt darauf gespannt sein, ob sich personell etwas tut, denn noch eine weitere Spielzeit, in der – drücken wir es mal salopp aus – Spieler von der Straße geholt werden müssen oder torgefährliche Feldspieler zwischen den eigenen Pfosten die Torwarthandschuhe tragen, dürfte mit Wolfgang Ruge wohl kaum zu machen sein. Seine Ansprüche sind ganz andere. - hö

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