Oldenburger SV nur 2:2 gegen VfB Lübeck II / Daniel Junge versiebt reihenweise Chancen

„Junge, Junge!“

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OSV-Torjäger Daniel Junge zieht ab und trifft wieder nicht. Für Gegenspieler Yusuf Musbau (2.v.l.) war es ein ganz bitterer Tag, denn er sah meist nur die Hacken seines direkten Gegenspielers.

Oldenburg – Von Andreas Höppner – „Junge, Junge!“ – eine Redewendung, die mal Anerkennung für eine tolle Leistung wiedergibt, die wiederum aber auch Ausdruck ungläubigen Staunens widerspiegeln kann. Letzteres war der Fall in der Oberliga-Partie des Oldenburger SV gegen den VfB Lübeck II, die 2:2 (1:2) endete und in der dem sonst so treffsicheren OSV-Torjäger Daniel Junge das Schusspech gleich mehrmals an den Schuhen klebte. Nicht zu glauben, er allein hätte den OSV zum Sieg schießen können.

Für die Gastgeber, die auf Freddy Kaps verzichten mussten, der mit seiner B-Junioren-Elf von Holstein Kiel bei Dynamo Dresden aufzulaufen hatte, begann die Partie nach Maß. Gästekeeper Nico Heyden missglückte das Mitspielen, indem er das runde Leder ins Mittelfeld schoss, wo Schlitzohr Kevin Wölk (9.) an den Ball kam, die Situation blitzschnell erkannte, aus rund 40 Metern draufhielt und das runde Leder über den weit vor seinem Kasten stehenden Gästetorwart zum 1:0 versenkte.

Das gab Heyden nicht gerade Sicherheit. Ganz im Gegenteil, denn wenig später spielte er Daniel Junge (16.) den Ball vor die Füße, der aber aus rund zehn Metern am VfB-Keeper scheiterte. Aus dem Abpraller konnte der an diesem verregneten Nachmittag ungewohnt blass bleibende Mats Klüver kein Kapital schlagen. 2:0 hätte sich gut angehört, doch eine Minute später stand es 1:1, als ein leicht abgefälschter Schuss von David Bany überraschend im OSV-Tor einschlug.

Dem Gastgeber ging daraufhin ein wenig die Ordnung flöten. Er durfte sich aber bei Felix Prokoph (22.) bedanken, der gegen Vjekoslav Taritas und Rinol Lahu per Fußabwehr zweimal glänzend parierte. Bei einem feinen Freistoß von Taritas (26.), der von der Strafraumgrenze ins kurze Eck traf, war er machtlos – und schon stand es nicht unverdient 1:2, denn immer wieder angetrieben von Tarec Blohm hatten die Gäste zuvor mächtig Druck gemacht.

Der OSV war aber alles andere als geschockt und antwortete mit Daniel Junge (28.), dem Widersacher Yusuf Musbau nicht viel entgegenzusetzen hatte. Doch es war – wie bereits erwähnt – nicht Junges Tag. Er setzte den Ball knapp neben den Pfosten. Nach tollem Zuspiel von Pascale Janner kam Junge (37.) unter Bedrängnis wieder zum Schuss, doch sein Heber klatschte gegen den linken Pfosten. Und wiederum vorbei hieß es für Junge in der 40. Minute.

Symptomatisch: Irmler trifft

Nach der Pause wurde der Regen immer dichter und das Spiel auf dem seifigen Untergrund nicht besser, eher schlechter. Zu allem Überfluss vergab dann Julian Brauer (50.) nach einem der wenigen gelungenen Spielzüge über Robin Kelting und Daniel Junge den sicheren Ausgleich. Aus zwei Metern setzte er völlig unbedrängt den Ball über den Kasten.

Im Anschluss blieb vieles Stückwerk, lediglich der unermüdlich rackernde Lucas Irmler sorgte mit seiner Dynamik immer wieder für Impulse. Symptomatisch: Es blieb Irmler, der dank seines Körperbaus auch nachts in der Nähe einer Straßenlaterne einen beträchtlichen Schatten wirft, vorbehalten, für den verdienten Ausgleich zu sorgen. Einen Freistoß aus halbrechter Position zog er mit links aufs kurze Eck, wo Heyden ein weiteres Mal eine unglückliche Figur machte und den glitschigen Ball zum 2:2 (73.) ins eigene Netz abwehrte.

In der Schlussphase hatten beide Teams noch den Sieg auf dem Fuß. Zunächst Mats Klüver (92.), dessen Abschluss aber zu schwach war, dann für die Gäste Levent Meydaner (93.), der am glänzend parierenden Prokoph scheiterte.

„Junge, Junge!“, was für eine Parade.

OSV: Prokoph – Finn Severin, Schröder (89. Müller), Glosch – Wölk, Janner, Irmler, Klüver, Brauer – Kelting (61. Kränzke), Junge.

Beste Spieler: Irmler, Prokoph.

Schiedsrichter: Ruback (FC Wiesharde), gut.

Tore: 1:0 (9.) Wölk, 1:1 (17.) Bany, 1:2 (26.) Taritas, 2:2 (73.) Irmler.

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